Buckeln vor dem Krim-Besetzer

Russlands Putin in Wien, die EU-Partner wenig begeistert, eine kritische Würdigung Österreichs situationselastischer Haltung in der NZZ.

16 comments

  1. Der Realist

    es muss mir wohl entgangen sein, dass Putin die Krim besetzt hat, hat sich nicht die Bevölkerung mit großer Mehrheit für einen Anschluss an Russland ausgesprochen, was soll daran völkerrechtswidrig sein.
    Haben nicht auch die Amis völkerrechtswidrig im Irak einen Krieg begonnen, der auch heute noch nicht zu Ende ist
    Ich jedenfalls bin ein Russen-Fan, schließlich haben sie uns 1945 befreit und großen Segen über unser Land und die Bevölkerung gebracht

  2. he23 - Heinrich Elsigan

    Ich postete das schon zig mal, also last but not least:

    Als unter Jelzin Russland fast zerbrechen drohte, sorgte Putin für Zusammenhalt und Stabilität. Nichts für ungut, auch wenn der russische Bär und Zar kleine Machtspielchen spielt, handelt er immer noch so weise und setzt keine Massenvernichtungswaffen aus dem Arsenal der UDSSR ein.
    andererseits wären diese Waffen beim Zerfall Russlands in die Hände von fanatisch religiösen Rebellen gefallen, dann wäre ich viel besorgter. Aus dem Grund sehe ich es auch sinnlos an, Russland zu destabilisieren, weil das ist ein sehr riskantes Spiel.

    Die OMV schließt jetzt South Stream Vertrag ab. Das bringt auch Serbien und Bulgarien etwas Wirtschaftswachstum. Europa ist in der Krise und es wird versucht jedes wirtschaftliche Projekt oder Abkommen zu verhindern, egal ob TTIP oder South Stream.

    Sorry meiner Meinung spielt sich hier die EU dumm, weil in der Krise sollte man realwirtschaftliche Möglichkeiten nützen und nicht verhindern.
    Diese investoren verscheuchende Art gefällt mir an Europa prinzipiell nicht und besonders nicht hinsichtlich der Eurokrise und Massenarbeitslosigkeit.

  3. Christian Peter

    Von Vladimir Putins Wirtschaftskompetenz können sich westliche Politiker einiges abschauen : Seit Amtsantritt Putins 1999 hat sich das real verfügbare Einkommen der Russen mehr als verdoppelt, die Wirtschaft wuchs jährlich um mehr als 6 %, es wurde ein modernes Steuersystem mit moderaten Einheitssteuersätzen für natürliche Personen (13 %) bzw. Unternehmen (20 %) geschaffen, die Arbeitslosigkeit liegt mit 6,3 unter westeuropäischem Niveau.

  4. Thomas Holzer

    @Der Realist
    Sie haben recht, Putin hat die Krim mit seinen Truppen nicht besetzt, die waren schon dort! 😉
    Über das Referendum könnte man mehr als nur streiten; vor allem über die Beteiligung und die “sicherlich nicht stattgefundenen Einschüchterungen” im Vorhinein.
    Weil der eine Regeln bricht, ist dann das Regelbrechen durch einen anderen gerechtfertigt, erachte ich als eine eigenartige Rechtsauffassung.
    Daß die Sowjetunion den Osten Österreichs befreit hat, ist unbestritten; ob das Wirken als Besatzungsmacht so segensreich war, wage ich zu bezweifeln

  5. Der Realist

    @Thomas Holzer
    möglicherweise ist der von mir beabsichtigte Sarkasmus nicht deutlich genug zum Ausdruck gekommen

  6. ricbor

    @Realist
    Ich schätze mal, dass der große Segen darin bestand, dass der Russe nicht fünfzig Jahre geblieben ist.

  7. ricbor

    @ Ch. Peter

    Drittweltländer haben immer ein relativ hohes Wirtschaftswachstum. Vor allem wenn sie vom Verkauf ihrer Bodenschätze leben.

  8. sokrates

    Die Kritik des Bilderbergers Bildt kasnn man vergessen! Ist Österreich Neutral oder müssen wie den EUSSR Kriegstreiberkurs mittragen? Will die europäische Bevölkerung eigentlich Milliarden an die Ukraine zahlen und die dortigen Oligarchen unterstützen?CUI bono? – DER USA die die Nato an die Grenze Rußlands will!

  9. Ehrenmitglied der ÖBB

    Und Österreich wird sich wundern, wenn ehemals dann Solidarität anderer EU Staaten gefordert wird?
    (aber dann sind diese Mitglieder der Regierung nicht mehr im Amt?)

  10. Christian Peter

    @ricbor

    Russland ein Dritteweltland ? Reden Sie keinen Unsinn. Russland gehört zu den 10 größten Volkswirtschaften der Erde (Tendenz : stark aufsteigend), während das Land vor Putins Amtsantritt 1999 noch auf Platz 22 lag.

  11. Graf Berge von Grips

    @Ehrenmitglied der ÖBB
    .. ja genau! so wie damals bei Schwarz-Blau… 🙁

  12. ricbor

    @C.Peter

    Putin hat damit überhaupt nix zu tun. Die Öl- und Gaspreise sind seit 2000 um das Vierfache gestiegen, das ist alles. Damit hat man ein scheinbares Wirtschaftwachstum, wenn man 40% seines Haushaltes aus Energieexporten generiert. Andererseits hat man 145 Millionen Mäuler zu stopfen. Das bedeutet, dass das GDP per Kopf ihre sogenannte Wirtschafts-Großmacht auf Platz 77 der Weltrangliste bringt. Was wiederum verdächtig nach Drittweltstatus aussieht.

  13. Thomas F.

    Keine Sorge! Heinz Fischer hat angekündigt, dass er Putin ordentlich die Leviten lesen wird. So wie sich das angehört hat, könnte man meinen, Vladimir der Eroberer würde bald mit eingezogenem Schwanz wieder nach Hause fahren und bereuen gekommen zu sein.

  14. Reinhard

    @sokrates

    Österreichs Neutralität ist ein Witz. Sie existiert nicht. Die entsprechende Verfassungsklausel sind hohle Worte auf einem Stück Papier, wie die Maastricht-Verträge, die No-Bailout-Klausel, das Verbot der Abgabe hoheitlicher Rechte an Fremde Mächte etc. pp.
    Im Neuen Weströmischen Reich feiert die entfesselte Politik eine Party, und die angeblich geltenden Verfassungen, Gesetze und Verträge bilden das Konfetti. Wenn der Brüsseler Kaiserhof die Order ausgibt: Der Russe ist böse und unser Feind! – dann haben die Vasallen zu spuren und sich nicht keck darüber hinwegzusetzen. Wenn der Hof verlautbart: die Außerkraftsetzung gültiger Gesetze und Verträge ist alternativlos, dann hat der Pöbel das zu schlucken, zu zahlen und das Maul zu halten. Für ihn gilt: Vor dem Gesetz sind alle gleich. Für die Brüsseler Elite gilt der feudale Grundsatz: Die Herren stehen über dem Gesetz. Wir wissen ja, die Schweine sind etwas gleicher als die anderen…

    Kurz ist noch jung und noch nicht allzu lange in den Mühlen der kaiserlichen Bürokratie und höfischen Intrigen zermahlen worden. Aber seine eigenen Parteikollegen hakeln schon gegen ihn, um am Hofe besser dazustehen und im Reigen der Schranzen vielleicht noch ein Schrittchen aufzusteigen. Was tut man nicht alles für ein bisschen Gnade hier und ein Versorgungspöstchen dort?

    Die Journaille, selbst sogenannte freie und liberale Journalisten, verwahren sich gegen auch nur den geringsten Zweifel an der Kriegspropaganda des Kaiserhofes. Was die Parteibüros aussenden wird unangezweifelt übernommen, das korrupte mafiose System der Ukraine, die nicht von Russen sondern den eigenen Oligarchen ausgeplündert wurde, wird ausgeblendet, Kritik an den milliardenschweren Energiefürsten als Anbiederung an den bösen russischen Feind diffamiert.

    Die Ukraine ist um keinen Deut besser oder schlechter als Russland. In ihr hat nur ein demokratisch gewählter Präsident (und ohne den Boykott von Ostukraine und Krim wäre er vielleicht sogar wiedergewählt worden…) es gewagt, das Bündnisangebot der EU auszuschlagen und jenes Russlands anzunehmen (übrigens hätte jenes mit Russland den späteren Bund mit anderen Staaten oder der EU erlaubt, aber jenes der EU schließt die Mitgliedschaft eines Bundespartners in einem andern Bund kategorisch aus – der Neue Weströmische Kaiserhof toleriert in guter alter absolutistischer Manier keine Herrscher neben sich). Die EU hat daraufhin gewaltsame Proteste unterstützt und mutmaßlich sogar angezettelt und sich zum Handlanger jener ukrainischer Oligarchen gemacht, die ihre beisietegeschafften Milliarden durch russische, ebenso kaltschnäuzige Oligarchen bedroht sahen. Die Mafia will keine Konkurrenz sondern gedeiht im Chaos unter dem Schutz einer korrupten Macht. Die russischen Multimilliardäre um den Zaren Putin sind nicht durch billige Korruption von ihrem Weg abzubringen. Die Hofschranzen in Brüssel bekommen schon ein feuchtes Höschen, wenn ein ukrainischer Milliardär vor der EU-Fahne posiert und sich das Ringelzöpfchen mit Rehäugleinaufschlag zu Demokratie und Menschenrechten bekennt, auch wenn sie hintenrum einen atomaren Angriff der NATO gegen Russland herbeisehnt.

    Mal sehen, wie lange wir hier noch sowas schreiben dürfen. Die jubelnde Übernahme der Propaganda durch den Hausherrn (und das nicht nur hierorts) lässt mich zweifeln, ob im Hintergrund nicht schon Aktivitäten laufen, die uns nicht gefallen. Als 1914 die Schüsse in Sarajevo fielen, war das auch nur eine Notiz von vielen in den Gazetten und keiner ahnte, dass im Hintergrund bereits die Kriegsmaschinerie geschmiert wurde. Aber bereits ein paar Wochen später war ein freundliches Wort über den Zaren bereits Hochverrat.
    Wir stehen an der Schwelle…

  15. sokrates

    Reinhard@Exzellenter Kommentar! – Hervorragend dargestellt! Unterschreibe jedes Wort!Auch die Tendenzen zur Zensur wie befürchtet – wachsen dramatisch! Orwells wideste Phantasien wurden schon übertroffen!Hoffnungsschimmer: Die “großen” fürchten Österreich! Da gibt es immer Rebellen und Querulanten, die sich nicht alles efallen lassen!

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