“Bürgerjournalismus”: In der Vielfalt liegt die Einfalt

(C.O.) Wenn es um etwas Wichtiges geht, vertrauen wir üblicherweise Profis und meiden Amateure. Kein halbwegs vernünftiger Mensch würde sich deshalb seinen Blinddarm von jemandem herausoperieren lassen, der zwar nicht Medizin studiert hat, aber sich als Amateur sehr für Chirurgie interessiert. Und niemand würde sich vor dem Strafgericht von jemandem verteidigen lassen, der zwar kein Jurist ist, aber fast alle John-Grisham-Romane gelesen hat.

Trotzdem vertrauen seit geraumer Zeit immer mehr Menschen bei der Beschaffung von Informationen, bei Analysen und Einschätzungen zu relevanten Ereignissen Amateuren und Laien: Leuten, die im Internet verbreiten, was sie sich irgendwo zusammengegoogelt haben, dies prompt für die Wahrheit halten und weiterverbreiten und sich selbst deshalb gern als “Bürgerjournalisten” oder “Alternative Medien” bezeichnen. Das Internet ist voll davon, manche haben User-Zahlen, von denen etablierte Informationsanbieter nur träumen können.

Was sie irgendwo im Internet lesen, hat für immer mehr Menschen das gleiche Gewicht wie Informationen, die von professionellen und (hoffentlich) reputierlichen Medien angeboten werden. Dass sich die Konsumenten damit oft Informationen und Einschätzungen einhandeln, deren Qualität jener des Amateur-Chirurgen oder des Hobby-Straffverteidigers entspricht, ist ihnen wahrscheinlich gar nicht bewusst.

Die Folge dieses eigentümlichen Medienkonsums ist eine deutliche Verschlechterung und Versumpfung des demokratischen Diskurses. Je weiter die teils haarsträubenden Theorien und Behauptungen (jüngst etwa zum Thema Impfen, zur russischen Aggression in der Ukraine oder zum Freihandelsabkommen TTIP) in die öffentliche Debatte vordringen, umso schwieriger wird eine halbwegs vernünftige Erörterung politisch relevanter Sachverhalte. Und umso schwieriger wird es, fundierte demokratische Entscheidungen herbeizuführen.

Zum Teil sind die traditionellen Medien durchaus selbst schuld daran, dass ihnen die Amateure immer mehr das Wasser abgraben. Einerseits, weil sie dem Publikum viel zu wenig klargemacht haben, dass ihre eingeführten Standards – etwa Recherche, Zugang zu Primärquellen, das Prinzip von Check und Gegencheck – viel wertigere und belastbarere Informationen, Einordnungen und Analysen ergeben als die Ergüsse der publizistischen Laienspieler, die daran ja nicht im Geringsten gebunden sind. Und andererseits, weil diese traditionellen Medien sich in der jüngeren Vergangenheit selbst nicht immer an jene Standards gehalten haben, mit denen sie ihren Qualitätsanspruch zu belegen glauben (in Großbritannien ist etwa jüngst der Chefkommentator einer renommierten Tageszeitung zurückgetreten, weil eine inserierende Bank die Berichterstattung des Blattes beeinflussen konnte).

Dass immer mehr Menschen sich von passiven Informationsempfängern zu aktiven Teilnehmern am öffentlichen Diskurs weiterentwickeln, ist grundsätzlich ja durchaus erfreulich. Aber nur, wenn gleichzeitig die Medienkonsumenten lernen, zwischen wertiger und weniger wertiger Information zu unterscheiden. Denn sonst steigt mit der Vielfalt der angebotenen Informationen vor allem deren Einfältigkeit. (“WZ“)

19 comments

  1. H.Trickler

    Achwas, Herr Ortner hat als Betroffener m.E. einen getrübten Blick.

    Der hauptsächliche Unterschied besteht darin, dass sich die Biertischgespräche ins Internet verlagert haben. Was Krethi und Plethi jetzt dort verbreiten ist oft nicht sehr viel tendenziöser als die Ergüsse höchst professioneller Journalisten.

    Und wenn der Blinddarm schmerzt sind gar nicht wenige Leute schon früher lieber zum Handaufleger gegangen 😉

  2. aneagle

    Wir überlassen ja auch total entspannt Träumern Dilettanten und gefährlichen Egomanen die Entwicklung unseres Geldes, die sogenannte Erderwärmung, iranische Atombomben und den sozialwissenschaftlichen Fort -Schritt von Multikulti bis Gender-Gaga.
    Solange das Primat der Politik vor allem anderen gilt und schamlos mißbraucht wird, kann Journalismus immer nur ein Zerrbild sein.

  3. Bösmensch

    Das Problem ist, dass “Qualitätsjournalisten” ihre ideologischen Ansichten in ihre Artikel einfließen lassen, bewusst oder unbewusst. Eine Umfrage unter Journalisten ergab, dass diese meist Rot oder Grün wählen. Da muss man schon etwas naiv sein, wenn man deren Wort für bare Münze nimmt. Beispielsweise handelt es sich bei Linksextremisten immer um “Aktivisten”. Rechte Aktivisten sind hingegen immer “Rechtsextremisten”. Massenmord an Christen durch Moslems in Afrika wurde da schon mal zu einem “interkulturellen Zusammenstoß”.
    Da braucht man sich gar nicht zu wundern, dass viele Leute sog. alternative Medien vorziehen.

  4. waldsee

    zu bösmensch
    sie haben auf einige grundsätzlichkeiten hingewiesen.ich möchte dazufügen–was mich persönlich sehr stört– ist die staatliche PRESSEFÖRDERUNG.
    “die hand ,die einen füttert , (oder die ich fürchte) beißt man nicht”

  5. Fragolin

    Natürlich werden Berufsjournalisten immer darauf bestehen, dass nur sie die reine Wahrheit verbreiten.
    Wenn sie das objektiv täten, könnte man das ja hinnehmen. Aber Herr Ortner sollte selbst wissen, was die Ergüsse seiner Kollegen bei ORF und Standard so wert sind.

    Übrigens erst kürzlich im KIKA das Lernprogramm für Kinder: “Bei uns (gemeint ist Deutschland, aber das ändert ja nix) herrscht Presse- und Meinungsfreiheit, aber das heißt nicht, dass Journalisten einfach alles schreiben dürfen.”
    Aha, lernt da das Kind, man darf bei uns zwar jede Meinung haben, aber nicht veröffentlichen.
    Denk was du willst, aber halt die Klappe.
    Und solltest du mal Journalist in der staatlich gekauften freien Presse werden, dann merke:
    Wer mit den Wölfen frisst, muss mit den Wölfen heulen.
    Und jeden anbellen, der etwas anderes heult, nur weil er vom Fressen unabhängig ist.

  6. sokrates

    Gibt es heute noch “freie Journalisten?” – Ortner ausgenommen 🙂 -wer kann sich heute noch ” Fachjournalisten” leisten. Die Quellen sind monopolisiert, keiner hat Interesse an der ” Wahrheit”. Themen – wie jetzt der Flugzeugabsturz – werden tagelang bis in die letzten Details gepusht! Wo sind die Aufdeckerjournalisten wie früher zB Worm, oder andere internationale Journalisten?
    Beispiel: Abschuss der malayischen Maschine: Da wurde bewusst Massenmord begangen, von welcher Seite auch immer! Politik hat anscheinend Dreck am Stecken, sodass “die Wahrheit” nicht veröffentlicht werden darf! Somit schüttelt Merkl Kriegsverbrechern die Hand und tut so als ob nichts gewesen wäre…

  7. Christian Peter

    @Christian Ortner

    Da regt sich gerade der Richtige auf. War es nicht Christian Ortner, der vor wenigen Wochen in einem Presse – Artikel (Haben Eltern das Recht, ihre Kinder umzubringen ?) allen Ernstes behauptete, dass 2 von 1000 nicht geimpften Kindern an Masern stürben ?

    (In Wirklichkeit sollte es 2 von 1000 ERKRANKTEN heißen; aber auch das ist weit übertrieben, nach Angaben der Schweizer Behörden gibt es bei 10.000 an Masern Erkrankten 2 – 3 Todesopfer zu beklagen).

    http://diepresse.com/home/meinung/quergeschrieben/christianortner/4672882/Haben-Eltern-das-Recht-ihre-Kinder-umzubringen

  8. Fragolin

    Nach dieser Logik dürften nur Politprofis, also in den Parteiakademien entsprechend vorgewaschene und durch sämtliche Hintern auf dem Weg nach oben gekrochene Intriganten, Politik betreiben und schon wird alles hochprofessionell und doppelplusgut. 😉

    Entschuldigung, Herr Ortner, von Ihnen hätte ich mir etwas anderes erwartet. Etwas liberales zum Beispiel. Wie: Jeder hat das Recht und die Möglichkeit, das zu tun, was er tun will, und der Markt (also die gesamtheit Freier Bürger) entscheidet freiwillig, was damit geschieht. Ihr Statement klingt eher nach: Schuster bleib bei deinen Leisten, Leser konsumiere und denk nicht weiter nach und Wähler, glaube ja nicht, politisch aktiv irgend etwas besser machen zu können! Ihr seid alle zu dumm für unsere Jobs und zu leichtgläubig für den Konsum bei anderen!
    Dass der Medienkonsument wirklich immer unfähiger zur Bewertung wird liegt zu einem großen Teil an den Medien selbst. Statt objektiver Berichterstattung werden die Konsumenten seit langem mit subjektiven Kommentaren, die als Artikel verkleidet daherkommen, indoktriniert. Daher können sie auch objektive Artikel nicht von einer anderen veröffentlichten Meinung unterscheiden.
    Und wenn man z.B. das Thema Russland hernimmt, da agieren Sie selbst doch so: Es werden nur jene Nachrichten und Artikel forciert, die der eigenen Einschätzung und Wertung entsprechen; allein schon das Nennen von nachgewiesenen Fakten, die dieses Bild etwas differenzierter gestalten könnten, ist nicht erwünscht und wird von einigen mit Totschlagargumenten beantwortet. Da wird man zum “Putin-Versteher” wenn man nur darauf hinweist, dass das ukrainische Mafia-System genauso diktatorisch und menschenverachtend agiert wie das russische und die ukrainischen Politiker mindestens genauso viel lügen wie Putin. Da kommt kein einziger Artikel zu der seltsamen Todesserie unter den Freunden und Familienangehörigen des gestürzten ukrainischen Präsidenten, die plötzlich von Hochhäusern fallen oder sich mit Genickschuss umbringen. Verstehen Sie mich nicht falsch, Herr Ortner, auf Ihrem Blog legen natürlich Sie fest, auf welche Artikel Sie verlinken, aber es ist genau diese Selektion der Information zur Beeinflussung der Denkrichtung der Konsumenten, die auch in den Medien praktiziert wird und die Konsumenten erst in die Arme jener Anbieter treibt, die auch die verschwiegenen Fakten benennen.
    Ich halte sehr viel von Ihnen und Ihr Blog ist eine der wenigen Meinungsplattformen, wo noch eine gewisse Meinungsvielfalt vorherrscht. Aber Sie und Ihre Journalistenkollegen tragen eine gewisse Mitverantwortung, wenn man einer Presse, die über die Veröffentlichung von Artikeln nach subjektiven Kriterien entscheidet, nicht mehr vertraut und nach weiteren Quellen sucht. Den Verlust der Objektivität und damit den Verlust der kritischen Leser haben die Medien selbst verschuldet.

  9. Christian Peter

    Jedermann weiß, dass die Printmedien wirtschaftlich zu 100 % von ihren Anzeigenkunden abhängig sind und diese daher niemals unabhängig berichten. Vor diesem Hintergrund ist es mehr als ratsam, andere Informationsquellen als Printmedien zu verwenden. Heutiger Printjournalismus lässt sich folgendermaßen beschreiben : ‘Wes Brot ich es, des Lied ich sing’.

  10. Christian Peter

    Ganz besonders trifft dies auf Postillen wie der ‘Wiener Zeitung’ oder ‘Die Presse’ zu, die sich im Eigentum der Republik Österreich bzw. der katholischen Kirche befinden.

  11. Selbstdenker

    @Christian Ortner:
    An sich eine richtige Analyse.

    Ich möche dazu ein paar Gedanken von meiner Seite beisteuern:

    Die zahlreichen Veränderungen der letzten Jahrzehnte haben den Blick der Menschen auf das, was sie sich von bestimmten Institutionen erwarten können und was ihr eigener Beitrag im Gegenzug dafür ist, vernebelt. Noch schlimmer ist jedoch, dass auch jene Menschen, die diese Instiutionen an vorderster Stelle verkörpern, selbst nicht mehr zu wissen scheinen, wofür diese eigentlich stehen und was ihre Aufgaben sind.

    Dem Journalismus kann man durchwegs vorwerfen, dass die Vermittlung gut recherchierter Fakten zugunsten der Vermittlung eines bestimmten Welt- bzw. Meinungsbildes ins Hintertreffen geraten ist. Dieser Tage hörte ich in einem öffentlich-rechtlichen Sender, dass es “[…] die Aufgabe vom Journalismus ist, den Leuten zu erklären, was richtig und was falsch ist […]”

    In Moralfragen hätte ich diese Aufgabe eher bei den Kirchen gesehen. Diese sind aber offenbar – je nach Konfession – derzeit damit beschäftigt sich zu Wirtschaftsfragen zu äußern oder die Rolle der Strafjustiz zu übernehmen.

    Leider versagen auch die höchsten weltlichen Instanzen: viele Richter sehen sich als Sozialpolitiker oder Sozialarbeiter. Die objektiv-nachvollziehbare Verfahrensgerechtigkeit weicht zunehmend einer subjektiv-impulsiven Befindlichkeitsjustiz der “sozialen Gerechtigkeit”.

    Während viele europäische Unternehmen ihre Entwicklungs(!)- und Produktionsstätten schließen und ins nahe oder ferne Ausland verlagern, glaubt man offenbar noch mehr Jobs für “Gender & Diversity”-Beauftragte oder “Cross Compliance”- und “Corporate Responsibility”-Managern schaffen zu müssen.

    Die Politik glaubt dafür im Gegenzug sich immer stärker in die Wirtschaft – allen voran die Geldpolitik – einmischen zu müssen. Was denn auch sonst? Oder glaubt wirklich jemand, dass man darauf, was in den konstituierenden Verträgen – z.B. der EZB steht – auch wirklich vertrauen kann?

    Zugegeben: die Rahmenbedingungen sind in den letzten Jahren und Jahrzehnten sicherlich nicht einfacher geworden. Viele Institutionen sind im zunehmenden Maße dysfunktional.

    Wir befinden uns nicht in einer “postmodernen Welt”, sondern viele westliche Länder schlittern in einen post-demokratischen Zustand mit einer dysfunktionalen institutionellen Basis.

    Mein zentraler Vorwurf, den ich auch an den Journalismus als Instiution richte, ist somit der, dass man – so wie viele andere Institionen auch – das eigene Mandat regelmäßig weit überschritten bzw. vielfach entgegen der ursprünglichen Legitimation ausgeübt hat und somit zur eigenen Unglaubwürdigkeit beigetragen hat.

    Zumindest ist man in “bester Gesellschaft”: das was die aktuelle Europapolitik, die Euro-Rettungspolitik, zahlreiche gut gemeinte Urteile, der Meinungsjournalismus, etc. an Vertrauen der Menschen in die Institutionen aber auch der Menschen untereinander zerstört, wird auf vielen Gebieten zu ungeahnten “Nebenwirkungen” in einem kaum abschätzbaren Ausmaß führen.

    Der zunehmend meinungsbildende Amateur-Journalismus ist da eher noch eines der kleineren Übel, das sich aus diesem selbstverursachten Chaos nährt.

  12. Christian Peter

    Außerdem : Journalisten sind keine Bildungsbürger. Die meisten Journalisten in den heimischen Redaktionen haben nicht einmal einen Studienabschluss vorzuweisen und der Rest hatte Kommunikationswissenschaften oder Politikwissenschaften studiert…

  13. dieter

    Der Mainstream hat meistens Recht ….
    …. aber nicht wegen besserer Journalisten

    In der Impfdiskussion vertreten die etablierten Medien einfach jene Meinung, die auch das gemeine Volk und die Ärzteschaft vertritt. Wenn man selber recherchiert, kommt man zum Schluss, dass das auch die richtige Position ist.

    In der Ukraine-Frage haben wir es hingegen mit Kampagnen-Journalismus zu tun. Putin war von einem Tag auf den anderen der neue Hitler und die Krim das Sudetenland. Zuvor war Assad der neue Hitler und davor Gaddafi, der in den letzten Jahren zuvor als schrulliger Spinner gegolten hatte. Der Maidan-Protest wurde einseitig und naiv befeuert, so wie der arabische Frühling zuvor.

    In diesen und unzähligen anderen Fällen plötzlicher Medienkampagnen mit klarer Rollenverteilung von Gut und Böse, zeigt die Erfahrung, dass etablierte Journalisten Scheuklappen aufsetzen, dem Herdentrieb folgen und von Recherche keine Rede sein kann. Fakten, die dem simplen Einheits-Narrativ widersprechen werden schnell als Propaganda, Rassismus oder Verschwörungstheorie abgetan. Die Leserschaft hat zum Glück eine gesunde Skepsis gegen diese Kampagnen entwickelt.

    Die Alternativ-Journalisten fungieren hier als dialektischer Widerpart, was bis hin zur radikalen Gegenposition geht. (Putin-Verehrung, etc.)

    belastbare Quellen, Check und Gegencheck in der Praxis:
    Der CIA meldete das Eindringen einer Panzerkolone der russischen Armee. Der ukrainische Verteidigungsminister bestätigte dies und erklärte, dass die Kolone auch sofort restlos vernichtet wurde.

    Nur weil sich eine Quelle belasten (klar zuordnen) lässt, heißt das noch lange nicht, dass sie die Wahrheit sagt. Der Sieger wird nicht für seine Kriegslügen zu Verantwortung gezogen. Die Russen nehmen dem Putin seine Leugnung der grünen Krim-Männchen ja auch nicht übel.

  14. Mourawetz

    Also ich muss Christian Ortner schon recht geben, wenn er den Obskurantismus anprangert, den manch Scharlatane im Internet verbreiten. 

    ich will hier keine unseriösen Links verbreiten, aber ich hab ein bißchen  gestöbert.
    Da wird zum Beispiel tatsächlich  behauptet, dass es gar nicht stimmt, dass in den USA die Masern ausgerottet wären, weil ja angeblich nur 50 % krankenversichert wären. Selbst wenn das so wäre (lt. wikipedia sind 84,7 % privat oder staatlich krankenversichert), wie erklärt es sich dann, dass die Masern nicht nur in den USA sondern auch in Nord- (nein, Nordamerika ist nicht mit USA gleichzusetzen) und in Südamerika (!) ausgerottet ist? Ganz einfach: durch Durchimpfen. Und nicht durch den Nestschutz, auf den die Masernimpfgegner setzen. Daei, so wird von ominösen Quellen behauptet, erwirbt ein Kind Immunität, wenn die Mutter Masern gehabt hat. Aber selbst wenn das so ist, ich hab das jetzt nicht nachgeprüft, verliert sich der Nestschutz in der nächsten Generation. Oder, anders gesagt, wenn diese Art von Schutz nachhaltig sich von Generationen zu Generationen vererben würde, wären die Masern bereits vor langer Zeit ausgestorben. Also was soll der Unsinn vom Nestschutz? Achso ja, Masern werden ja auch von Fledermäusen auf den Menschen übertragen. Das soll wohl die Brücke zum Vampirismus sein. Täglich eine Knoblauchzehe und einen Kranz vor die Tür oder wie?

    Wer soviel blanken Unsinn verzapft, dem müsste man schon das Handwerk legen. Dass das nicht geht, ist mir schon klar. Aber dass es so viele Menschen gibt, die diesen Schrott glauben, das ist das wirklich Bestürzende.

  15. Christian Peter

    Journalismus als Beruf der Ungebildeten : Journalisten in Österreich schlechter ausgebildet (Anteil mit Hochschulabschluss 34 %) als der Rest der Bevölkerung (Akademikeranteil 39 % im Alter von 25 – 64 Jahren). Ist auch kein Wunder, denn klassischer Printjournalismus ist ein Auslaufmodell, wegen des enormen wirtschaftlichen Drucks können sich die Verlage schon lange kein brauchbares Personal mehr leisten.

  16. sokrates

    Wer sind die Journalisten heute? Mehrheitlich links schreibend:! Thilo Sarrazin:n. Auf Seite 142 heißt es: Das Hamburger Institut für Journalistik ermittelte 2005 bei einer Befragung von 1.500 Journalisten folgende Verteilung der politischen Sympathien. Grüne 35,5 % (ein Drittel!) SPD 26,6 % (ein Viertel!) CDU 8,7 % FDP 6,3 % Sonstige 4,0 % Keine 19,6, % Wenn man also Grüne, SPD und eine paar versprengte Linke, die sich unter “Sonstiges” verstecken, summiert, kommt man auf fast zwei Drittel. Genauso schaut die gedruckte Medienlandschaft aus. Eine durchideologisierte, politisch korrekte und streng linksaffine Intelligenzwüste. In Österreich dürfte die Situation ähnlich aussehen.
    Und die Idee “objektiv” zu berichten, These und Antithese aufzustellen und dem Leser sich eine Meinung bilden zu lassen gibt es überhaupt nicht mehr! Es wird nur mehr Manipuliert – gefördert natürlich von verschiedenen pressuregroups und analog Orwell nur mehr eine Meinung zugelassen” Neusprech” – heute “political correctness” Es ist heute zB nicht mehr üblich die Vornamen von Kriminellen zu veröffentlichen! Das kann man auch einen Qualitäts – Standard Leser nicht mehr zumuten!

  17. Fragolin

    Warum auch sollten Journalisten studierte Leute sein? Copy and Paste können schon kleine Kinder. Wie viele gibt es denn, die echte Recherche betreiben? Die Medien haben sich doch eine Zentralbehörde geschaffen, die ihnen die fertigen Textblöcke liefert, und kopieren diese in ihre Ausgaben. Andere Quellen werden nicht einmal ignoriert.
    Da kann man dann in allen Blättern die exakt wortgleichen Meldungen lesen. Das Recherchieren, Denken und Formulieren wurde outgesourced und als letzte noch irgendwie Restintelligenz fordernde Arbeit bleibt das Hineinkommentieren einer Meinung, die, wenn man keinen abrupten Karriereknick südwärts erleben möchte, dem vorgegebenen Mainstream folgen und chefredaktionell abgesegnet sein muss.

  18. freeman

    Das Problem existiert auch andersherum:
    Ganz offensichtlich schreiben viele Journalisten zB über technisch-naturwissenschaftliche Zusammenhänge, ohne sich auch nur einen Deut für die Grundlagen ihrer Berichte zu interessieren. Es ist nur schwer einzusehen, daß die früheren “irgendwas mit Medien”-Typen auf einmal als letzte Instanz in technischen Fragen gelten wollen, und sich gleichzeitig jedes Wildern in “ihrem” Gebiet (dem geschriebenen Wort) verbitten wollen.

    Ich hätte gern einen Cent für jedes Mal, wenn irgendein “Auskenner” den Kopp-Verlag oder die “deutschen Wirtschaftsnachrichten” zitiert, aber auch bitte, wenn irgendeine “Edelfeder” nicht zwischen Arbeit und Leistung unterscheiden kann.

  19. Christian Peter

    Hochaktuelle Leseempfehlung : ‘Gekaufte Journalisten’, über die katastrophalen Zustände in den Massenmedien (Udo Ulfkotte – ehemaliger und langjähriger Redakteur der FAZ).

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