Bundestheater: Ein wirtschaftlicher Saustall

Von | 26. Juli 2014

(A. UNTERBERGER) Selten habe ich einen so vernichtenden Rechnungshofbericht gelesen: Niemand mehr kann nach seinem Studium die Schuld an der Geldvernichtung allein auf ein oder zwei Burgtheaterdirektoren schieben. Es haben vielmehr bei vollem Wissen um die Geldlage der ganze Bundestheater-Konzern und das dafür zuständige Ministerium (die total in der Versenkung verschwundene Claudia Schmied) jahrelang nichts getan. Nichts. Obwohl sich die Ergebnisse des Konzerns und des Burgtheaters ständig verschlechtert haben, obwohl gesetzliche Pflichten nicht erfüllt worden sind.

Vielmehr, einmal hat die sonst nur bei Inseraten an ihr wohlgesonnene Medien aktive Schmied doch „gehandelt“: Sie hat 2009 einer privaten Firma einen Auftrag zur Durchleuchtung der Bundestheater gegeben. Dieser Auftrag hat die Steuerzahler mehr als 520.000 Euro gekostet – und laut Rechnungshof ganze 5.000 Euro echte Einsparungen gebracht! Aber die Kulturjournalisten schrieben sich die Finger vor Bewunderung für diese Ministerin wund.

Die Bundestheater haben in den drei untersuchten Geschäftsjahren ständig negative Ergebnisse erzielt. Der Konzern kann trotz Auflösung der einstigen Rücklagen und der Verwendung eines Gewinn(!)vortrags keine positive Bilanzen mehr schreiben. Nicht einmal gesetzliche Rückstellungen gab es. Die Bundestheater haben die einzelnen Gesellschaften nicht mehr zu führen vermocht, geschweige denn Konzepte für diese erstellt oder Maßnahmen zum Ausgleich der negativen Ergebnisse gesetzt. Die Bundestheater haben nicht einmal in den eigenen Bereichen wie der Reinigung oder dem Publikumsdienst ausreichend funktioniert.

Und das Ministerium hat auf die vom Konzern nach oben geschickten Ausführungen das gemacht, was Politiker immer machen, wenn Sparen notwendig wäre: absolut nichts.

Jetzt werden sie alle böse auf die Vergangenheit sein. Aber auch in der Zukunft sagt in dieser Politik niemand, was nötig wäre, um zu sparen. Sparen würde nämlich erst dann stattfinden, wenn es jenseits der Personalia und unfruchtbarer Arbeitsgerichtsprozesse auch sehr konkrete unpopuläre Maßnahmen gibt: eine spürbare Erhöhung der einst vom Linkspopulisten Peymann drastisch gesenkten Burg-Eintrittspreise, die Schließung von Spielstätten (wie etwa am Schwarzenbergplatz), die Ausrichtung nach dem Publikum statt dem „Feuilleton“ und den Verkauf der Firma, die Bühnenbilder und Kostüme macht.

Statt zu sparen wird man am Ende vom Steuerzahler noch mehr Geld verlangen und wieder ein paar neue Steuern verlangen.

Wie hieß die Partei nur, die für all das und Claudia Schmied im besonderen verantwortlich war? Wie hießen nur all die Medien, die den Bundestheatern und Schmied jahrelang Rosen gestreut haben? (TB)

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