China: Staatsmacht v. Finanzmacht

Von | 18. November 2020

Anleger in Hongkong haben diese Woche mehr als 250 Milliarden Dollar aus chinesische Technologieaktien abgezogen. Besonders hart getroffen waren die Alibaba Group, JD.com, Tencent und Meituan Dianping. Die Flucht folgte auf die verblüffende Verschiebung des wohl größten Börsengangs der Geschichte. Ant Group Co., Ltd., eine Tochtergesellschaft der Alibaba Group, hatte mittels Mehrzuteilungsoption geplant, 39,5 Milliarden Dollar zu akquirieren. mehr hier

2 Gedanken zu „China: Staatsmacht v. Finanzmacht

  1. CE___

    Soviel wieder einmal dazu für Leute im Westen die meinen die VR China wäre ein rechtsstaatliches kapitalistisches oder marktwirtschaftliches System oder auf dem Weg dorthin.

    Es ist eine knallharte totalitär-kommunistische Diktatur, die aber pragmatisch (was so viele Leute verwirrt), in genau abgesteckten Bereichen, fein dosiert, dauernd unter Argusaugen stehend, marktwirtschaftliche Elemente, da mehr und dort weniger, zulässt, da man um die gravierenden wirtschaftlichen Defizite eines sozialistischen/kommunistischen Systems rational ohne Träumereien sich voll im Klaren ist.

    Und die alles radikal abdreht, auch wenn es international einen Reputationsverlust bedeutet, was auch nur im entferntesten die Stabilität der Diktatur gefährden oder nur daran rütteln könnte.

    So muss man diese “Ant-Geschichte” bewerten.

    Ob dies ein Land ist wo man um Milliarden Autowerke und Chemiewerke hinbauen sollte?

    So muss man auch die vorsätzliche Verbreitung des Wuhan-Virus in die Welt durch die VR China sehen, als Reaktion im Januar auf die damalige Unwägbarkeit ob es sich wirklich um einen die interne rotchinesische Diktaturstabilität gefährdenden Killervirus handeln würde oder nicht, und dass daher der Westen mit einer vorsätzlichen Ansteckung besser selber mit dem Virus beschäftigt sein solle und so keine taktischen und strategischen Vorteile ziehen kann.

    Diese Taktik ist ja voll aufgegangen, wahrscheinlich mittlerweile mehr als den Rotchinesen heute lieb ist.

  2. Johannes

    Ich denke China beobachtet den Westen anders als der Westen China beobachtet.
    China analysiert unser Verhalten unsere Stärken und unsere Schwächen und nach diesen Erkenntnissen wird die chinesische Politik vorgehen um darüber zu herrschen.
    Während wir in Europa eher dazu neigen zuerst ein Wunschdenken zu entwickeln um dann zu versuchen dieses Wunschdenken solange aufrechtzuerhalten bis es dem Letzten klar ist das es nie eine reale Grundlage hatte. Die scheinbaren fantastischen Gewinne die man in China erzielen konnte waren in Wirklichkeit billig verkaufte Forschungsgrundlagen mit denen die Chinesen jetzt in der Lage sind jene Firmen zu kaufen die sich das große Geschäft erhofften. Das freundlich lächelnde China hat viele von denen die auszogen den chinesischen Markt zu erobern ins Land gelassen ihnen einen Partner zur Seite gestellt das Know-how abgesaugt und wenn der Partner Glück hatte ihm die Firma abgekauft. Für die Mitarbeiter war dann meist kein Bedarf mehr vorhanden. (zB. ATB-Motorenwerk)

    Das hat sicherlich sehr viel mit einer freien Medienwelt zu tun, wer sich täglich einer Flut verschiedenster medialer Kritik auszusetzen hat muss irgendwo den Kompromiss suchen. Tut er es nicht so erleidet er das Schicksal von Trump, dem einzigen ernst zu nehmenden Player gegen Chinas Politik der Einflußnahme.
    In China kann zu jeder Zeit die Regierung einen Beschluss fassen und dieser wird dann sofort und zu hundert Prozent auch so durchgezogen.

    Dadurch wird China beweglich und schlagkräftig. Die Chinesen können noch immer auf die durch Unterdrückung und Repression zur Zeit des echten Kommunismus in der Bevölkerung verankerten Verhaltensmuster setzen.

    Man könnte es vielleicht so sagen die EU will mit China gut Freund sein obwohl dort die Rechtsstaatlichkeit weit unter der von Polen und Ungarn liegen dürfte. Wahrscheinlich weil es China ist.

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