Christian Kern, Jörg Haiders Erbe

“Habituell und phänotypisch ist der Universalerbe Jörg Haider jedenfalls nicht Heinz-Christian Strache, sondern Christian Kern. Haiders Kunst, der Zuhörerschaft genau das zu sagen, was sie hören will, ob es sich nun um hippe Jungunternehmer handelt oder um klassenkämpferisch gesinnte und gestimmte Sozialisten: Christian Kern beherrscht sie, und er macht von dieser Gabe ausgiebig Gebrauch, während Heinz-Christian Strache vor jedem Auditorium die gleiche hölzerne Show abzieht, die kaum noch jemand hören kann außerhalb des Kreises jener, die auch noch im Zustand der Universalanästhesie FPÖ wählen würden….” (NZZ, hier)

15 comments

  1. Thomas Holzer

    “…………des Kreises jener, die auch noch im Zustand der Universalanästhesie FPÖ wählen würden….”

    Einfach nur herrlich 😀

  2. elfenzauberin

    Es gibt noch eine weitere Parallele zwischen den beiden Herrschaften, nämlich die komplette Unbelecktheit auf dem Gebiet der Ökonomie. Sowohl für Kern als auch für Haider sind Staatsschulden nicht etwas, was die jetzige oder nachfolgende Generation zurückzahlen muss (entweder in Form höherer Steuern oder in Form von Sozialleistungen, die man dann mangels Geld nicht bezieht), sondern schlicht und einfach eine Buchungszeile ohne tiefere Bedeutung.

    Was Strache betrifft, so ist ihm zum Unterschied von den beiden oben Genannten zu Gute zu halten, dass er Erfahrungen auf der freien Wildbahn der Wirtschaft vorweisen kann. Strache gründete ein führte ein dentaltechnisches Labor, das anders als ÖBB und Verbund nicht unter der schützenden Hand des Staates steht, sondern im Gegenteil allen behördlichen Schikanen ausgesetzt ist, die man sich vorstellen kann. Wer diesen Spießroutenlauf durchgemacht hat und dann noch erfolgreich war, der steht in meiner Achtung höher als irgendwelche geschniegelten Lackaffen, die Geschmackssicherheit bei der Auswahl ihrer Uhr zeigen.

  3. Herbert Manninger

    Hölzerner Strache, mag sein.
    Geschmeidiges situations abhängiges Kerngeschwätz beeindruckt bestenfalls eifrige ORF-Glotzer und ÖBB-Pensionisten.

  4. elfenzauberin

    Man sollte vielleicht auch erwähnen, dass der Paradigmenwechsel in der Migrationspolitik, wenn er auch nur halbherzig und unvollständig vollzogen wurde, ohne die FPÖ und ohne Strache wohl niemals vollzogen worden. Die Präsenz einer starken Oppositionspartei, die von einem Umfragehoch zum anderen eilte, stärkte solchen Leuten wie Kurz, Doskocil und Sobottka den Rücken, die nicht von irrealen gutmenschlichen Werten geleitet werden. Die Schließung der Balkanroute, der “Zaun mit Seitentüren”, die Diskussion um die Kürzung der Mindestsicherung, die Obergrenzen, die Diskussion um Kindergärten, Moscheen etc hätte es wohl nie gegeben, wenn es alleine nach den blauäugigen Poltitern in den Reihen der SPÖ, ÖVP und den GrünInnen gegangen wäre.

    Es stimmt wohl, dass Vieles nicht umgesetzt wurde und viele Maßnahmen zu spät kamen. Die unerquicklichen und erwartbaren Folgen wie erhöhte Terrorismusgefahr, Asylantenkriminalität und gescheiterte Integration sind leider bereits bittere Realität sind. Doch es ist einzuräumen, dass dieser wenn auch halbherzige Schwenk in der Politik gegen den erbitterten Widerstand der Systemmedien und der steuergeldalimentierten NGOs durchgeführt wurde, die keine Gelegenheit ausließen, mit den erprobten Mitteln der Nazi-, Islamophobie- und Rassismuskeule dagegenzuhalten.

  5. sokrates9

    Es ist schwer übertrieben Haider mit Kern zu vergleichen Haider war ein hervorragender Demagoge, der in jeder Diskussion eine überzeugende Show ablieferte. Kann mich noch an keine Diskussion erinnern wo der Headlinemanager und plattitüdenverbreiterer Kern überzeugte. Haider war gefürchtet in Europa – selbst der US Präsident war über den bösen Kärntner Landeshauptmann beunruhigt – der Haberer Kern löste bisher eher ein Schmunzeln auf internationaler Bühne aus, fällt im Liegen um, wird abgewatscht und heimgeschickt!

  6. Der Realist

    @Thomas Holzer
    und es gibt genug Sozis innerhalb eines Kreises, die eher den Kitt aus den Fenstern fressen, als nicht rot zu wählen

  7. Der Realist

    @elfenzauberin
    wenn man zu den Bessermenschen ghört, wird man eben von den “Qualitätsmedien” verhätschelt, da braucht man nicht täglich eine Negativschlagzeile befürchten.
    Vor einem Bundespräsidenten Hofer haben die “Eliten” europaweit gewarnt, die Türkei wünschen sich genau diese noch immer als Mitgliedsstaat.
    Und die Schuhe eines Jörgls sind Kern wohl um Nummern zu groß.

  8. Thomas Holzer

    @Der Realist
    Nie etwas anderes behauptet!
    Fundamentalisten, egal welcher Ideologie, Religion oder was auch immer zugehörig, waren und sind mir immer suspekt

    @sokrates9
    Haider, als auch Kern, als auch Strache und Konsorten sind genau jene Politikerdarsteller, welchen die Massen (25% + reichen schon) nachlaufen; ohne zu hinterfragen, ohne zu Zweifeln, einfach nur geblendet, bis in die Wahlzelle hinein
    p.s.: dazu gehörte natürlich auch der “liebste und schönste Schwiegersohn der Nation”

    Wer wird wohl eher gewählt:
    ein telegener, gestylter, zurecht gestutzter und gespinter Kandidat
    oder
    ein Fachmann (auch als Technokrat verschrien), welcher in der Sache firm ist, konkrete Aussagen trifft, aber leider halt wenig Fernsehcharisma besitzt

  9. Hanna

    Aber überhaupt nicht! Ich bin zwar kein Haider-Fan gewesen, aber ich habe ihn öfter persönlich erlebt. Und er war – bei all seinen Fehlern – echt. Er hat wirklich zugehört, und er hat gemeint, was er gesagt hat. Wer sich an ihn persönlich gewandt hat, dem wurde zugehört und konkret geantwortet. Bei Kern ist alles Fassage, bei Haider war alles Überzeugung, und wenn es falsch ist, dem eigenen Volk Gehör zu schenken, dann weiß ich auch nicht. Im übrigen habe ich gerade im Trailer zum Film “The Promise” (mit Oskar Isaac und Christian Bale, in dem es um den Zerfall des ottomanischen Imperiums geht!) eine Frau sagen hören, “I’m proud Armenian”. Okay. Aber ich darf nicht sagen “Ich bin stolze Österreicherin”, weil ich sonst “Nationalistin” bin, aber die Kulturen und Herkünfte aller Ausländer in Österreich werden gefeiert? Diese Diskriminierung der Einheimischen muss aufhören. Es sind ja gar nicht die AusländerInnen, die den Ösis ihre Kultur absprechen wollen, es sind die Grünlinken, die “Diversität” schreien, aber nur AusländerInnen eine Nationalität zuerkennen. Es gibt jetzt den “Diversity”-Ball, Motto so in der Art “Die Heimat ist vielfältig”. Nein, ist sie nicht, man frage doch einen Ausländer! Die “Heimat” ist etwas Spezielles, mit einer ganz bestimmten, gewachsenen Kultur! Und wer das vernichten will, ignoriert und schlechtmacht, für Leute in Mitteleuropa, der/die muss verhaftet und wegen Verhetzung angeklagt werden. Verhetzung im Sinne der Zerstörung der Heimat von Menschen!

  10. Johannes

    Kern ist also wie Haider weil er Uhr und Anzug trägt, sans ma nicht bös Herr Redakteur der Vergleich ist ein wenig hölzern und ist geeignet bei mir eine Universalanästhesie auszulösen.
    Kern ist wendig und kann sich winden das stimmt aber nichts anderes kann ein Bundeskanzler der so vielen Interessen dienen muß tun um politisch zu überleben.
    Wer in Österreich großes leisten will muß wissen das er nur eine Legislaturperiode Zeit dafür hat, Reformen werden nicht belohnt, wer großes bewirken will muß es gleich nach der gewonnen Wahl beginnen und darf an keine Wiederwahl denken!

  11. mariuslupus

    Ein ziemlich einfältiger Vergleich. Aber von der NZZ ist nichts anderes zu erwarten. Haider hat etwas aufgebaut, Kern wurde nur aus Verlegenheit nach oben befördert. Der Unterschied ist die Intelligenz. Viele sehen in Haider nur den Demagogen. Aber, Haider war für die Machthaber eine Bedrohung. Wäre Haider Kanzler geworden, hätte sich Österreich das Theater mit der “Flüchtlingskrise” erspart. Aber, wäre und hätte.
    Zu Erinnerung, die Umstände wie Haider ins jenseits befördert wurde, sind noch immer ungeklärt.

  12. Thomas Holzer

    @mariuslupus
    “Zu Erinnerung, die Umstände wie Haider ins jenseits befördert wurde, sind noch immer ungeklärt.”

    Gehn’s bitte!
    Wenn sich einer besoffen hinters Lenkrad klemmt, beim Überholen fast einen unbeteiligten PKW abschießt, mit weit überhöhter Geschwindigkeit sich schlußendlich -bildlich gesprochen- um einen Baum wickelt und -wenn Zufall- dabei stirbt, dann waren natürlich Mossad, CIA, MI6, FSB, Gaddafi und natürlich auch Hussein schuld an seinem Tod.

    Wohl zu viele Kopp-Verlag Pamphlete gelesen?! 😉

  13. mariuslupus

    @Thomas Holzer
    Diese Raktion habe ich eigentlich erwartet. Ist auch nicht ausgeblieben. Bin kein Anhänger von Verschwörungstheorien, aber die unisono Berichterstattung Haiders Tod betreffend, hat mich skeptisch gemacht.Selbstverständlich kann man den gut organisierten Medien alles glauben, aber einen kritische Distanz ist auch nicht schlecht. Fakten können manipuliert werden, der Tod hat Haider zu rechten Zeit ereilt, cui bono ?
    ..

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