Chuzpe auf burgenländische Art

(von ANDREAS UNTERBERGER) Es war seit Jahren klar, nur den Burgenländern nicht: Das Burgenland ist künftig kein besonders zu förderndes Zielgebiet der EU mehr. Die Burgenländer haben jahrelang viel europäisches Geld kassiert, das auch für etliche Dummheiten vom Tourismus bis zur Güssinger Energie-Autarkie ausgegeben worden ist. Die Förderung der Burgenländer war immer schon schwer verständlich, vor allem wenn man Gegenden in Europa mit wirklicher Armut kennt. Überdies sind abgesehen von Infrastrukturprojekten solche Hilfen immer fragwürdig. Aber das bremst die Chuzpe der Burgenländer keineswegs: Sie verlangen nun postwendend nach Fixierung des neuen EU-Budgets „ein eigenes Burgenlandprogramm“. Zahlen sollen das halt jetzt die Österreicher. Das ist die typische Denkweise des Herrn Niessl: Frechheit siegt. So wie er ja jahrlang die Fortsetzung des absurden Assistenzeinsatzes der Wehrpflichtigen an der Grenze durchgesetzt hatte, obwohl diese längst keine EU-Außengrenze mehr war, sondern offen und ohne Kontrolle passierbar. Das alles ist ein einziger Burgenländerwitz. Mein Vorschlag: Den Burgenländern statt Geld ihre Regierungsmitglieder zurück zu schicken. Sind die Herren Darabos, Berlakovich und Ostermayer doch ohnedies mehr als verzichtbar. Und ist doch das kleine Land in der Regierung mehr als übervertreten. (Tagebuch)

2 comments

  1. GeorgK

    Ganz hinten aus dem Gedächnis gekramt: War es nicht auch bisher schon so, dass (Rest-)Österreich den Grundstock an Förderungen bezahlt hat, der dann von der EU aufgefettet wurde (so grob 2/3 zu 1/3)?
    Ausserdem wird es mit dem Wegfall des Zeilgebietes auch schwieriger bis unmöglich, Subventionen auszuschütten – was ja öfters auch nur zu einer innerösterreichischen Wettbewerbsverzerrung und Verlagerung von Investitionen geführt hat (z.B. Lenzing).

  2. Herbert von Österreich

    … doch sollte nicht unerwähnt bleiben, dass “echte Burgenländer” wenig bis gar nichts partizipierten von den “Bluff-mit-Quastl-Förderungen”.

    Die wahren Nutznießer waren, und sind, multinationale Unternehmen, und deren kleine Ableger- und Tochter-Betriebe, die ihre Standorte wechseln, wie die Heuschrecken. Als solche kann man die auch bezeichnen, denn wenn die Subventionen versiegen, machen die sich schon daran, ihre Maschinen abzubauen.
    Es gibt ja Beispiele, wo diese Unternehmen nicht einmal den Vertrag bezüglich der “Laufzeit” für den Standort voll erfüllen, und bereits davor abziehen. Dies trotz vereinbarter Pönal-Strafen, die sie ohnehin niemals zahlen.

    Wenn diese Unternehmen dann abziehen hat es auch keine eklatante Auswirkung auf den Arbeitsmarkt, denn beschäftigen die hauptsächlich Leih-Personal, das sie von “Weit Überall” heran schaffen. In ganz geringem Ausmaß aus der Region, außer vielleicht dereinst im Raum Oberwart-Großpetersdorf, wobei es sich dort auch schon verändert hat.

    Abschließend zu Darabos & Co. Nicht dass etwa angenommen wird, dies seien die fähigsten Köpfe, die das Burgenland anzubieten hat. Mitnichten, denn es gibt tatsächlich eine ganz ansehnliche Anzahl von wahrlich fähigen Köpfen. Und genau diese haben schon von Beginn an gewarnt vor all diesem Unfug, der in Verbindung mit dem “Förderungs-Bluff” geschieht. Ungehört bis belächelt wurden diese.

    Genau diese tatsächlich fähigen Köpfe geben sich nicht her für diese Art von Politik, wie wir sie erleben. Denn sehr genau wissen die, dass es in der Politik nicht auf tatsächliches Können ankommt. Die halten sich lieber fern von der Politik, und setzen ihre Fähigkeiten dort ein, wo sie auch gefragt sind. Entweder in der privaten, mittelständischen Wirtschaft im Inland, und eine große Zahl auch international.

    Tatsache ist, dass das Burgenland niemals wirklich ein, so gen., “Ziel-Eins-Gebiet” war. Erst die Politik hat es zu dem gemacht, doch für die Menschen hatte es keinerlei positive Auswirkung. Schon gar nicht bei den Arbeitsplätzen für Burgenländer, denn die Zahl der Pendler ist dadurch nicht gesunken.
    Auch schon vor Österreichs Beitritt zur EU war das Burgenland ganz ansehnlich. Ja sogar Beispiel gebend für so manch´ andere Region in Österreich, und mit Abstand zu anderen Regionen in Europa.
    Nicht nur durch das wunderschöne Äußere war und ist das zu sehen, sondern auch dahinter durchwegs solide und bestens fundiert. Was man tatsächlich schon vor dem EU-Beitritt feststellen musste, wenn man durch´s Land gefahren ist. Übrigens – auf bestens ausgebautem Straßen- und Wege-Netz. Speziell die Nebenstraßen, denn die waren auch schon vor dem Beitritt so ausgebaut, und wurden sogar ohne besondere Förderungen von den Menschen selber geschaffen. Nicht zuletzt durch persönliches Zutun jedes Bürgers, jeder Bürgerin. Und glücklicherweise ist das auch heute noch so, dass die Menschen im Burgenland sich ihrer Pflichten zur Heimat besinnen. Was in anderen Bundesländern nicht gerade selbstverständlich ist. Ganz besonders nicht in den Ballungszentren, denn in diesen sind die Menschen nur auf ihre Rechte aus.

    Auch wenn man es immer wieder von höchsten Stellen in Abrede stellen will, so ist es trotzdem Tatsache, dass durch die tsunami-artige Migration auch dieses Besinnens zur Pflicht an der Heimat zerstört wird. Denn kommen all´ diese Zuwanderer aus Regionen, wo das Sozialverhalten die Schaffens-Pflicht für die Allgemeinheit nicht zum Inhalt hat.

    Leider wird dies auch einmal das Burgenland treffen, wenn dem Zuzug von unqualifizierten Menschen kein Einhalt geboten wird. Was dies für die Gesellschaft und das Land bedeutet, muss nicht näher beschrieben werden.
    Dann wird das Burgenland tatsächlich zum “ZielEins-Gebiet”. Doch dann leider ohne Förderungen.

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