Corona: Mit dem Blockwart ins Wirtshaus

(ANDREAS TÖGEL) Im Zuge des unermüdlichen Kampfes der ebenso ernsthaft wie rührend um die Volksgesundheit besorgten Politiker kommt es nun zu einem weiteren genialen Schachzug: Jeder Patient – Pardon – Gast eines Restaurants der schönen Wienerstadt (in der momentan so viel Deutsch gesprochen wird, wie seit Jahren nicht – einfach, weil seit Wochen kein Ausländer mehr seinen Fuß auf diesen pestverseuchten Boden zu setzen wagt), wird sich ab kommendem Montag einer Registrierung  unterziehen müssen.

Doch derzeit kennt sich, mangels Details, kein Schwein aus. Kommt hinzu, dass den Gastronomen großzügig ganze vier Tage eingeräumt werden, die Sache aufzugleisen. Das sollte doch reichen, oder? Da kann bestimmt nix schiefgehen und der Kampf gegen die gar schreckliche Seuche ist damit schon so gut wie gewonnen.

Natürlich fehlt es nicht an notorischen Nörglern und Querulanten (wie etwa dem Autor dieser Zeilen), die schon wieder ein paar Haare in der vom Wiener Rathaus so liebevoll angerichteten Suppe finden. So ist etwa die Frage des Datenschutzes ungeklärt, wie rechtskundige Fachleute einwenden. Wenn die Registrierung, wie nicht anders zu erwarten ist, auf „fliegenden Blättern“ durchgeführt wird, die von dazu nicht befugten Personen eingesehen werden können (das sind im Grunde alle im betreffenden Lokal Beschäftigten und natürlich jeder andere Gast), liegt bereits ein mit empfindlicher Strafe bedrohter Verstoß gegen die erst vor nicht allzu langer Zeit auf Anordnung Mordors – Pardon – Brüssels in Kraft getretene Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) vor.

Verzichtet der Wirt aber auf die Datenerhebung, die, wie bereits angekündigt wurde, rigoros kontrolliert werden soll, macht er sich ab Montag ebenfalls strafbar. Das ist geniale Politik: eine klassische Doppelmühle. Was auch immer der Gastronom tut, er kann sich auf saftige Strafzahlungen einstellen – ganz abgesehen davon, dass er vom Leviathan zum verlängerten Arm der Justiz gemacht und dazu verpflichtet wird, seine Gäste zu quälen.

Die Frage, wie ein darauf in keiner Weise eingerichteter Betrieb die Registrierungen archivieren soll (die erhobenen Daten müssen nach dem unermesslichen Ratschluss des Rathausmannes vier Wochen lang aufbewahrt werden), ist ebenfalls unbeantwortet.
Besonders sinnvoll kann die Chose übrigens schon allein deshalb nicht sein, weil auf eine Ausweiskontrolle verzichtet und allein den Angaben der Gäste vertraut werden soll.

Es bedarf keiner Raketenwissenschaft, vorherzusehen, dass es unter diesen Umständen von Adolf Kottans und Josefine Mutzenbachers wimmeln wird, die allesamt an der Adresse Leckmichamarschgasse 08/15 wohnhaft sind. Eine effektive Umsetzung des „Contact-tracings“ ist mit dieser Maßnahme daher nicht zu erwarten.

Dass mit der Verwirklichung dieser mit Sicherheit das angepeilte Ziel verfehlende Schnapsidee der ohnehin schwer gebeutelten Gastronomie des Landes ein weiterer schwerer Schlag versetzt wird (viele potentielle Gäste werden es unter diesen Umständen wohl vorziehen, zu Hause zu bleiben), kümmert das Wiener Rathaus vermutlich deshalb kein bisschen, weil dessen Angehörigen ja in einer geschützten Werkstätte leben, in der das Geld gegenleistungsfrei verteilt wird und sie sich daher nicht vorstellen können oder wollen, dass es Zeitgenossen gibt, die für ihr Einkommen wertschöpfende Arbeit leisten müssen.

Erstaunlich und besorgniserregend ist indes, wie problemlos derlei Unfug den Bürgern mittlerweile oktroyiert werden kann, ohne dass sich auch nur ein Funken von Widerstand regt. Etwas mehr Mannesmut vor Fürstenthronen wäre angebracht. Jedoch: der im Land der Hämmer (und auch in Deutschland) herrschende Untertanengeist ist haarsträubend, was die Regierenden zweifellos zu noch mehr Übermut herausfordern wird.
Welchen Schlag gegen die Interessen mündiger Bürger werden die im Gottmodus agierenden Obertanen wohl als Nächstes aushecken?

11 comments

  1. Mourawetz

    Aus Datenschutzgründen kann man von Gästen nicht verlangen, ihre Kontaktdaten herzugeben. Ich erinnere nur an die Entfernung der Namensschilder an den Klingeln der Gemeindebauten bei Einführung der Dsgvo, nun will die gleiche Organisation die Herausgabe bei Betreten eines Lokals erzwingen, nein so geht es wirklich nicht.
    Außerdem frage ich mich, warum Personen die die Corona-App des Roten Kreuzes am Handy installiert haben, von der Bestimmung nicht ausgenommen sind?

  2. sokrates9

    Datenschutz ? Gilt nir dann wenn es die Elite nicht stört! Was wurde in Sachen Ibiza nicht alles veröffentlicht, Handykommunikation vom Bundeskanzler / Vizekanzler – wer hat sich da aufgeregt? ist doch alles “im öffentlichen Interesse”.Schlimm wie wenig sich da die Lokalbesitzer über sinnlose Arbeit um eine Grippe nachzuverfolgen, wehren.Ob die Besten Phantasienamen der Gäste prämiert werden? Es gilt leider die klassische EU – Regel: je mehr sich die Bürger sekkieren lassen umso mehr kann man die Schrauben anziehen.

  3. Hatschi Bratschi

    Mehr Mannesmut? Man bedenke die enormen Beliebtheitswerte des Gesundheitsministers Anschober. Argumentierbar sind sie nicht, aber wir leben in einer Zeit, in der emotionale Intelligenz, vulgo: Empathie, zunehmend die Welt dominiert. Pragmatismus und Sachlichkeit sind passé. Und lieb kommt er ja rüber, unser Rudi. Seine Schulkinder haben ihn sicher gemocht.

  4. Herbert Manninger

    Super, wir haben´s geschafft: die 2-Klassengesellschaft. Idiotie statt Demokratie.
    Einerseits die Längerhierschonlebenden, ihre Identität Immer wieder mit Dokumenten den strengen Behörden beweisen müssend, meist arbeitsam und schön brav Steuer abliefernd, vorwiegend sich an Verbote haltend, politisch korrekt allen möglichen Vorgaben gehorchend, ob Mülltrennung oder antidiskriminierende, hassfreie Sprachregelung, bis hin zur Bekanntgabe, wo ich esse und trinke.
    Andererseits die Erstkürzlichgekommenen, oft ohne gültige Ausweise, manche mit mehreren Identitäten, 1.Jännergeborene, freie Namenswahl, vielleicht bald Wahlrecht, um die ihnen wohl gesonnen Parteien zu stärken, Rente ab Ankunft bis zum Ableben, Verbotsmissachtung folgenlos entgehend, da zu gefährlich für Beamte, die dies versuchten….
    .

  5. Sokrates9

    Corona beeinträchtigt akut den Verstand der Menschen.60% der Kroneleser halten totale Überwachung für sinnvoll.Gestern sind laut Krone 2 Leute an Corona gestorben.96 Jahre und 90 Jahre alt!

  6. dna1

    Ach, in einem Monat verlautet unser bester Gesundheitsminister aller Zeiten im Gespann mit unserem besten Lebensretter aller Zeiten wieder, dass lediglich missverständlich formuliert wurde, und man die Gästelisten zwar führen müsse, aber wenn nicht, dann ist es auch egal. So wie das Ausfüllen der Durchreiseerklärungen, von Kontrollieren stand nichts in der Verordnung.
    Ich rate jedem Wirt, darauf zu verzichten und die Strafe nicht zu bezahlen, der VGH gibt ihm im Nachhinein sicher recht (Datenschutz).

  7. dna1

    Nachtrag: Jetzt erklärt die Stadt Wien das Ausfüllen der Formulare als “freiwillig”, sowohl für den Gast als auch Wirt.
    Ist das die neue Rechtssicherheit in Österreich, alles ist freiwillig, aber wenn man sich nicht daran hält bekommt man trotzdem eine Strafe? Mittlerweile halte ich diese gesamte Regierung für total unfähig, sie glauben wohl das ist alles ein Kabarett und derjenige mit der verblödetsten Verordnung gewinnt einen Preis.

  8. Erwin Tripes

    Die Klugheit und das umfassende Wissen eines Volksschullehrers kann man daran erkennen, dass er den Unterschied zwischen Babyelefant und Elefantenbaby nicht kennt. Wie es mit den übrigen derzeitigen Regierungsmitgliedern dazu bestellt ist möchte ich nicht beurteilen.

  9. GeBa

    Tja, solange es diese unsinnige Aktion gibt, werde ich weder in Wien noch in NÖ Lokale von innen sehen. Zum Glück ist man im Bgld oder der Steiermark, wo ich bald bin, diesem hirnverbrannten Blödsinn nicht aufgesessen, gut wenn man mobil ist.
    Des einen Leid, des andern Freud. Basta

  10. astuga

    Ein Interview aus der Zeit vor Corona, mit einem Thema (Anthrax) das hilft Aspekte der Corona-Agenda zu verstehen…

  11. astuga

    Der im Video interviewte Arzt Heiko Schöning wurde übrigens bei der Anti Corona-Demo in London kurzfristig verhaftet, Handy und Computer beschlagnahmt (er war als Redner geladen).

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