Da hätte der Betriebsrat bis an sein Lebensende gezahlt…

(GEORG VETTER)  Zwischen dem Aufsichtsrat der ÖIAG und dem Kärntner Landtag gibt es einen kleinen, aber feinen Unterschied. Den Sitzungen des Kärntner Landtags können die Mitglieder – persönlich folgenlos –fernbleiben, sodass mangels Präsenzquorums kein Beschluss gefasst werden kann. Wer sich hingegen an den Beschlussfassungen des Aufsichtsrats der ÖIAG durch Abwesenheit nicht beteiligt, handelt rechtswidrig und macht sich schadenersatzpflichtig. Diesen kleinen Unterschied dürften die Arbeitnehmervertreter letzten Mittwoch ignoriert haben, als sie sich an der Abstimmung über den Syndikatsvertrag zwischen der ÖIAG und America Mobil nicht beteiligten. Nicht so sehr die ÖIAG hat nochmals die Kurve gekratzt, als Peter Mitterbauer spätabends aus Israel zur Abstimmung eingeflogen wurde. Glück gehabt haben vielmehr die pflichtwidrig agierenden Arbeitnehmervertreter, die einen allfälligen Schadenersatz bis an ihr Lebensende nicht hätten zahlen können. Dass in der Folge die pflichtgemäß handelnden Aufsichtsratsmitglieder für die mäßig professionelle Vorbereitung, nicht aber die Abwesenden für ihren rechtswidrigen Boykott öffentlich getadelt wurden, lässt tief in die aktienrechtliche Unkenntnis der Berichtenden blicken. Weiß eigentlich irgendjemand, warum das Gesetz vorsieht, dass (solche) Arbeitnehmer im Aufsichtsrat vertreten sind?

6 comments

  1. Herr Karl jun.

    Bei der Gelegenheit sollte man daran erinnern, dass in den Aufsichtsräten aller Pleitebanken der letzten Jahre immer auch Belegschaftsvertreter saßen (in Österreich ein Drittel, in Deutschland immerhin die Hälfte der Aufsichtsräte). Die Sozen (aber auch die Jesu-Sozen) werden nie müde, die Bankmanager medial vor den Vorhang zu zerren, dabei könnten sie sich so leicht an ihren eigenen Genossen in den Aufsichtsräten abarbeiten. Mit der Kompetenz der Belegschaftsvertreter in den Aufsichtsräten kann es ohnehin nicht weither sein, denn die Finanzmarktaufsicht verlangt von ihnen ausdrücklich weniger Kenntnisse und Erfahrungen als von den Kapitalvertretern, obwohl beide grundsätzlich dieselbe Verantwortung wahrzunehmen haben.

  2. Thomas Holzer

    @michelle
    Aber bitte!
    Der Herr DDDr. Failmann braucht doch keinen Berater, bei seinem umfassenden Wissen 😉

  3. PeterT

    Man kann DDDr Failman guten Gewissens ein gleichmäßig verteiltes Wissensniveau über alle Fachgebiete attestieren

  4. Rennziege

    Weil unser lieber Herr Bundeskanzler (haben Sie nicht seinen vierten Doktortitel, h.c., aus Pyöngyang vergessen, PeterT? Ts, ts!) seit Wochen nimmer öffentlich auftaucht, frag’ ich mich: Hamma den noch, oder sitzt er schon einem staatsnahen Bildhauer Modell für eine überlebensgroße Bronzeskulptur mitten auf dem Ballhausplatz? Oder muss er auf seine wohlverdiente Emeritierung no’ a wengerl warten?
    Freilich wird die festliche Verleihung des Goldenen Lenkrads durch den ARBÖ einen kleinen Aufschub erfordern.

  5. Wieser Hannes

    Seid bitte nicht so garstig gegen unseren Bundestaxler! Der ist ein Wunderknabe – mit 8 war der schon so gescheit wie heute.

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