Danke, Herr Gouverneur Nowotny, verarschen können wir uns selber!

(C.O.) Dass er über ein feines Gespür für subtile Ironie verfügt, bewies OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny jüngst in der “Pressestunde” des ORF. Mit ernster Mine sprach er da vom “extrem problematischen Einfluß der Politik auf die Banken in Österreich“. Nowotny weiß, wovon er spricht: bekanntlich hat er seine Karriere als Banker bei staatlichen (OeNB, EZB) oder parteinahen (BAWAG bis 2007) Banken ja ohne irgendeinen Einfluß der Politik gemacht, noch unpolitischer geht es ja gar nicht. Auch hat er ja mit der SPÖ praktisch nichts zu tun, er war ja bloß: Von 1974 bis 1999 Mitglied des Bezirksparteivorstandes der SPÖ Linz und von 1978 bis 1999 Abgeordneter zum Nationalrat. Von 1989 bis 1999 war Nowotny Mitglied im Landesbildungsausschuss der SPÖ Oberösterreich,Vorsitzender des SPÖ-Bundesbildungsausschusses,Vorstand der Fachgruppe Wirtschaft des Bundes Sozialdemokratischer Akademiker, Intellektueller und Künstler (BSA)
Vorsitzender-Stellvertreter des Klubs der Sozialistischen Abgeordneten und Bundesräte.
Von 1990 bis 1999 war er außerdem Mitglied des Bundesparteivorstandes der SPÖ. – Noch unpolitischer geht ja kaum. (Danke an G.F. für einen Hinweis)

8 comments

  1. Thomas Holzer

    Herr Ortner!
    Der politisch Interessierte ist sich all dessen bewußt, weiß darüber Bescheid, und weiß natürlich auch, daß der Herr Nowotny “ohne die Partei” nie in die Funktion des Nationalbankgouverneurs gekommen wäre.
    Und der politisch nicht Interessierte sieht sich weder eine Pressestunde an, noch interessieren ihn diese Fakten, weil die “Wahrheit” erfährt er ja durch den Boulevard und die Herren Faymann und Häupl (nicht nur) am 1.Mai 😉

  2. Ehrenmitglied der ÖBB

    Hat er (Nowotny) nicht auch behauptet, er sei ohne Parteiprotektion NOeB Präsident geworden, einfach weil er so “gut” ist?
    Da ist noch nicht einmal 1. April?

  3. Christian Peter

    ‘extrem problematischer Einfluss der Politik auf Banken’

    das noch viel größere Problem dürfte wohl der extrem problematische Einfluss der Banken auf die Politik in Österreich sein.’

  4. oeconomicus

    Wie sagte schon Daniel Düsentrieb: “Ein Gouvernör, der hat es schwör!”

  5. gms

    Christian Peter,

    “das noch viel größere Problem dürfte wohl der extrem problematische Einfluss der Banken auf die Politik in Österreich sein.”

    Politiker werden vom Volk gewählt, vom Volk bezahlt und sind diesem per Eid verpflichtet — im Parlament ebenso, wie in der Regierung. Glaubhaften Quellen zufolge trifft dies bei Vertretern des Bankwesens nicht zu.

    Selbst dann also, wenn hinter jeden einzelnen Politmarionette eine eigene Bank stünde, die wiederum die eine oder andere Mehrfachmillion für beiläufige politische Gefälligkeiten locker macht, so ist eingedenk der Faktenlage, wer wem wodurch verpflichtet ist, immer noch der Politiker die entscheidende Figur in dem ganzen Trauerspiel, selbst wenn sich tausende Lobbyisten um einen Platz an den Schnüren prügeln.

    Und dann gibt es sogar noch ausgesuchte Vertreter des Bankwesens, deren Einfluß den ultimativen Gipfel der probematischen Einflußnahme darstellt. “Unsere Politiker sind zu blöd und zu feig” — Wohl keine Wunder, wenn angesichts solcher Worte vor Scham die Politik kollektiv geistigen Selbstmord begeht.

  6. herbert manninger

    Allein Mimik, Gestik und zögerlicher , unterwürfiger Tonfall dieses Herrn sprechen Bände: ein Parteiknecht.

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