Darf die NATO Richtung Osten expandieren?

Russland wirft dem Westen vor, ein 1990 gegebenes Versprechen, die NATO würde keine Erweiterung nach Osten betreiben, gebrochen zu haben. Der Westen bestreitet eine derartige Zusage – was stimmt nun? Das international renommierte Fachmagazin “Foreign Affairs” liefert eine fundierte Antwort, hier.

18 comments

  1. Thomas Holzer

    Es geht doch gar nicht darum ob die Nato, die EU oder welcher Verein auch immer irgendwohin expandieren darf; es geht schlicht und einfach um die Frage, ob es sinnvoll ist.
    Und außerdem, nichts währt ewig, und Verträge werden (leider) tagtäglich gebrochen, ein sehr anschauliches Beispiel hierfür liefert ja die EU 😉

  2. sokrates9

    Kuba wollte russische Raketen stationieren! Wer hat das eigentlich verboten? Welches Gesetz lässt das nicht zu??Egal – Kuba ist dafür seit 40 Jahren in Geiselhaft!

  3. Thomas Holzer

    @sokrates9
    Verzeihung, falsch!
    Nicht Kuba wollte russische Raketen stationieren, sondern das Politbüro der UdSSR wollte sowjetische Raketen auf kubanischem Staatsgebiet stationieren

  4. gms

    Mary Elise Sarotte: “What, exactly, had been agreed about the future of NATO? Had the United States formally promised the Soviet Union that the alliance would not expand eastward as part of the deal?”

    Lustig. Die Frage, was denn nun *exakt und offiziell* der ehemaligen UdSSR versprochen wurde, läßt sich auch ohne tausend Worte und zugleich nicht minder fundiert beantworten: Nichts.

  5. sokrates9

    thomas holzer@
    Ich fürchte Sie haben den Inhalt nicht verstanden! Natürlich hatte Kuba kein Interesse und auch nicht die Power Raketen zu stationieren und hat hier als Erfüllungsgehilfe der Russen agiert! Das war ein Spiel der Russen worauf die USA sofort empfindlich reagiert haben! Nur umgekehrt geht das gar nicht!: Die Russen sollen akzeptieren dass Nato immer mehr an ihre Grenzen rückt! Schon die Installation von Raketenabwehrsystemen um Europa vor Iranischen und Nordkoreanischen Raketen zu schützen zeigt dass der Nato keine Argumentation zu blöd ist um ihre Einflusssphäre auch zu Lasten Europas zu erweitern!

  6. Aron Sperber

    Wenn die Ukraine zur EU oder selbst zur NATO will, ist es ihr gutes Recht als souveräner Staat.

    Warum sollte für ein demokratisches Land (oder ist Russland etwa keine Demokratie?) der Beitritt eines demokratischen Nachbarlandes zu einem Bündnis von demokratischen Staaten ein Problem sein?

  7. Rennziege

    21. September 2014 – 16:44 Aron Sperber – See more at: https://www.ortneronline.at/?p=31200#comments
    Falls es, wie anzunehmen, dieses Versprechen von Seiten der Westalliierten an Gorbatschow gegeben hat, das sowohl die deutsche Wiedervereinigung als auch seinen und den Niedergang der UdSSR beflügelte, ist es schlechter Stil, die NATO und die EU an die Reststaaten der UdSSR heranzuführen.
    Dieses Versprechen wurde wohl nur als gentlemen’s agreement abgegeben, nicht schriftlich — um es musikalisch auszudrücken: parlando. Gorbatschow war ein leichtes Opfer, von gutmenschlichen und humanitären Motiven getrieben, nicht von geopolitischen.
    Andererseits befinden sich viele der damaligen Aufzeichnungen (wie auch die Dialoge zwischen Mitterand und Kohl, die uns den überhasteten Euro bescherten) bis heute unter Verschluss, so dass belastbare Quellen nicht zur Verfügung stehen.
    Verletzungen gewachsener Einflusssphären werden jedoch niemals als sportlicher Nasenstüber empfunden, sondern als Affront — wobei zu bedenken ist, dass die Ukraine vor Chruschtschow für Jahrhunderte ein russisches Herzland war; und dass eine große Mehrheit der Ukrainer diesen Zustand wiederherstellen will.

  8. LePenseur

    Cher Monsieur Ortner,

    Darf die NATO Richtung Osten expandieren?

    fragen Sie. Die Antwort ist einfach: Natürlich darf sie — sie darf sich bloß nicht wundern, daß die Russen dann darauf reagieren. Anzunehmen, daß, wenn man einem Gegner Raketen vor die Haustür setzt, der darauf nicht reagiert, wäre naiv (was ich nicht), oder unverfroren (was ich eher glaube).

    Unverfrorenheit hat sich auf Dauer meist nicht bezahlt gemacht. Und wenn schleimige Politruks, die vor jeder Meinungsumfrage in die Hose machen, einen auf unverfroren machen, wirkt das meist nicht so echt.

    Aber wir werden ja sehen, ob das, was einer vielleicht darf, er unbedingt auch soll …

  9. sokrates9

    Eigentlich sollten die Russen wieder Raketen bei den Kubanischen oder Venezulanischen Freunden stationieren! vielleicht als Schutz für die USA gegen Raketenangriffe aus Nordkorea oder Iran??

  10. Mourawetz

    Jetzt muss schon Gorbatschow, der Russland und seine Satelliten aus der Umarmung der UdSSR mutig befreit hat, als Opfer herhalten. Langsam wird es echt lächerlich.

  11. Rennziege

    21. September 2014 – 22:01 Mourawetz
    Sie lesen leider zu flüchtig, Meister Mourawetz. Ich sprach von Geopolitik, nicht von Opfern. Aber wenn Sie darauf so abfahren: Gorbatschows von Ihnen attestierter “Mut”, der realiter Naivität und realpolitisch unbeleckte Gutgläubigkeit war, kam in seiner Heimat nicht so gut an: Als er sich zum Präsidenten seines Rest-Russlands wählen lassen wollte, erhielt er 0,9% aller Stimmen. Neun Promille!
    Das war lächerlich, nicht aber mein Posting. Lernen S’ lesen, pittäh.

  12. Mourawetz

    @Rennziege

    was Sie geschrieben haben ist nun einmal unbestreitbar:

    Gorbatschow war ein leichtes Opfer, von gutmenschlichen und humanitären Motiven getrieben, nicht von geopolitischen. – See more at: https://www.ortneronline.at/?p=31200#sthash.pLvB38vR.dpuf

    Wollen Sie abstreiten, dass Sie das geschrieben haben? Ihre oberlehrerhafte Art, mit der Sie mich abkanzeln, ist wirklich lächerlich. Offenbar gehören auch Sie zu den Personen, die meinen, auf andere hinabsehen zu können. Schade, hab mich in Ihnen wohl grundlegend getäuscht.

  13. Rennziege

    Irrtum. Ich blicke zu Ihnen auf, nicht auf Sie herab. Und ich kanzle Sie nicht ab, im Gegenteil. Mit Opfer habe ich nur gemeint, was Sie partout nicht verstehen wollen: dass “Gorbi” (nur ein Seitenblick in meinem Posting, das um andere Themen ging) für seine westlichen Protagonisten zu naiv war, wie ein Fisch am Angelhaken. Was die Geschichte mehrfach bewiesen hat.
    Hab’ ich’s jetzt verständlich ausgedrückt, endlich? Auch für Sie?
    Und wenn Oberlehrer, dann in meinem Fall bitte: Oberlehrerin.

  14. Mourawetz

    @Rennziege:

    Hörens mir bloß auf damit, Gorbatschov in Schutz zu nehmen. Dort der böse Westen, dort der gute Osten, stellvertretend der Gorbi, das ist ein bissl zu einfach. Wer sagt Ihnen, dass der Westen es je auf die Ukraine abgesehen hat? Sind doch alles nur Vermutungen Ihrerseits. Ein mündliches Versprechen, von dem Sie annehmen, dass es G. gegeben wurde. Daraus konstruieren Sie Gorbilein, das Opfer. Hypothese auf Hypothese.

    Und was sinds denn immer gleich so aggressiv, Madame? Haben Sie das nötig?

  15. gms

    Mourawetz,

    “Wer sagt Ihnen, dass der Westen es je auf die Ukraine abgesehen hat?”

    Nix für ungut, aber solch eine idiotische Frage disqualifiziert sich von selbst. Den Rest können Sie bei Brzezinski aus den frühen 90ern nachlesen, oder etwas zeit- und quellnäher, wenn Sie’s so lieber wollen, im Strategiepapier des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums für’s neue Jahrhundert, datiert mit Dezember 2000 [1].

    “The United States seeks to help Ukraine preserve its independence and sovereignty, fulfill its legitimate security needs, and play a constructive role in regional political, military, and economic stability. Ukraine’s long border with Russia and the important and complex—albeit sometimes problematic—relations between them must be taken into account in our overall strategy toward Ukraine.
    However, we must keep in mind the important differences between the two and not base our policies toward one on the presumed reaction of the other. Indeed, we do not regard our relations with these countries as a “zero sum” game, wherein efforts to help Ukraine move closer to Euro-Atlantic structures must come at the expense of parallel efforts with Russia. If anything, the opposite is true: our efforts with each should be mutually reinforcing.”

    Auf gut Deutsch: Die Ukraine wird im Westen eingemeindet werden, ganz egal, ob und in wie weit dies mit Russland gelungen sein wird. Und damit auch wirklich keine Fragen offen bleiben, geht es unmittelbar weiter mit: “In the security realm, U.S. strategy focuses on helping Ukraine re-structure its forces to make them incrisingly interoperable with NATO and other partners.”

    [1] dod.mil/pubs/eurostrategy2000.pdf

  16. Rennziege

    23. September 2014 – 18:38 gms
    Uff! Vielen Dank, gms. Gegen isolierte Sturschädel, die ihre eigene Meinung, sei sie auch noch so fern der Realität, für die Mutter aller Dinge halten, helfen nur Fakten.
    Herzliche Grüße!

  17. Mourawetz

    “idiotische Frage”, “Sturschädel”, etc. das Niveau ist mal wieder völlig am Boden. Ich möchte darauf hinweisen, dass die verbale Aggression ganz von euch aus geht.

    P.S.: bei der Annäherung der Ukraine an “euro-atlantische Strukturen” geht es um Beziehungen, nicht um Vereinnahmung. Auch wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass dies nicht zu einer Verschlechterung der Beziehungen mit Russland führen darf. Aber ich bin “fern der Realität” etc., u.s.w. jaja freilich. Eure “Fakten” sind Falschinterpretationen.

  18. gms

    Mourawetz,

    “Ich möchte darauf hinweisen, dass die verbale Aggression ganz von euch aus geht.”

    Putzig. Daß Sie mit einem unkalibrierten Hermeneutikmodul ausgestattet den Stellungnahmen von Postern hier Lächerlichkeit andichten und es nicht vertragen, wenn man Ihnen darauf hin die Hosen runterläßt, hat schon einen verdammt hohen Wiedererkennungswert.

    “Auch wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass dies nicht zu einer Verschlechterung der Beziehungen mit Russland führen darf.”

    Welchen Teil von *** .. not base our policies toward one on the presumed reaction of the other *** verstehen Sie nicht? Soll man’s Ihnen vorsingen oder auf den Handrücken morsen? Mit Hinweisen haben Sie in offenbar in jeder Hinsicht Ihre liebe Not, wonach ‘Sturschädel’ auf Sie gemünzt tatsächlich noch geschmeichelt ist.

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