Das Antisemitsmus-Syndrom der Linken

Von | 2. Dezember 2020

(CHRISTIAN ORTNER) Die SPD-Jugendorganisation erklärt palästinensische Israel-Hasser und Terror-Versteher zur „Schwesterorganisation“. Warum? Von „Tränen in seinen Augen“ berichteten deutsche Medien, nachdem der SPD-Politiker Kevin Kühnert dieser Tage im Rahmen eines digitalen Parteitages der Jungsozialisten seinen Job als Vorsitzender der Jusos altersbedingt aufgegeben hatte. Grund zum Heulen hätte Herr Kühnert tatsächlich, aber aus ganz anderen Gründen als seinem Ausscheiden aus der Funktion. Denn zeitgleich beschlossen die Jusos auf Antrag der bayerischen Jusos, die extremistische palästinensische Fatah-Jugend zur „Schwesterorganisation“ zu erklären.

„Fakt ist: Die Fatah-Jugend bestreitet das Existenzrecht Israels, droht mit Terroranschlägen und verbreitet im Internet antisemitische Inhalte. Wissen die Jusos etwa nicht, mit welchen Israel-Hassern sie sich da solidarisieren?“, ätzte da zurecht die deutsche Massenzeitung Bild. Tatsächlich ist das Logo der Organisation eine Landkarte Israels, gefärbt in den Farben der palästinensischen Autonomiebehörde. Und während einer Demonstration der Fatah-Jugend im Westjordanland im Jahr 2018 trugen deren Mitglieder Sprengstoffgürtel-Attrappen und riefen zum bewaffneten Kampf gegen Israel auf.

Sichtbar wird hier, nicht zum ersten und sicher nicht zum letzten Mal, eine latente Neigung der politischen Linken in der ganzen westlichen Welt, sich mit mehr als problematischen Bewegungen in der muslimischen Welt gemein zu machen. Gespeist wird diese Neigung, die letztlich in Antizionismus und auch blankem Antisemitismus mündet, aus mehreren Quellen.

Quelle 1: Seit der Linken das geknechtete Proletariat abhandengekommen ist, zumindest im Westen, müssen die „vom Imperialismus unterdrückten Völker der Welt“ als Ersatz-Proletarier herhalten. Und die Palästinenser eignen sich ganz hervorragend für diese Rolle.

Quelle 2: Gemäß des weitverbreiteten Antiamerikanismus, müssen, da Israel ein wichtiger Verbündeter der USA ist, Israels Feinde Freunde der Linken sein.

Quelle 3: Die notorische Schwäche der politischen Linken in Israel lädt dazu ein, die von der hiesigen Linken als quasi faschistisch denunzierte Netanjahu-Regierung anzugreifen und die Partei seiner palästinensischen Gegner zu ergreifen.

Quelle 4: Und ja, den einen oder anderen waschechten Antisemiten hat es seit den Tagen von Karl Marx unter Linken immer wieder gegeben, angefangen bei Eugen Dühring bis hin zum ehemaligen britischen Labour-Chef Jeremy Corbin und so manchen seiner Getreuen.

Aber vielleicht musste Kevin Kühnert ja genau daran denken, als ihm bei seinem Abschied die Tränen kamen.  (Zuerst erschienen hier)

3 Gedanken zu „Das Antisemitsmus-Syndrom der Linken

  1. Gscheithaufen

    ANtisemitismus paart sich halt gern mit Sozialismus – egal ob lokal, national oder international.

  2. Allahut

    Der Begriff “Antisemitismus” ist mittlerweile schon derart verwaschen, weil er von den politisch “Korrekten” bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit verwendet wird, er müsste wohl neu definiert werden. Ähnlich ist es, wenn es um Hass geht, man will ihn praktisch per Gesetz verbieten. “Hass” ist aber ein persönliches emotionales Empfinden, und hassen darf ich jeden den ich will.

  3. Falke

    Und wie ist die Reaktion des SPD-Außenministers Heiko Maas, der angeblich “wegen Auschwitz” in die Politik gegangen ist? Will er da nicht vielleicht etwas in diese Richtung bewegen? Und damit vielleicht gleich in seiner eigenen Partei anfangen? Bisher hat ja sein UNO-Vertreter fleißig bei den häufigen “Verurteilungen” Israels mitgemacht.

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