Das autonome Leben in einer freien Gesellschaft, bald zu Ende?

Von | 9. Januar 2018

“….Die rasante Entwicklung digitaler Technologien lässt die alten humanistischen Konzepte von Willensfreiheit, Geist und Selbstfindung immer mehr verblassen….” (NZZ, hier)

2 Gedanken zu „Das autonome Leben in einer freien Gesellschaft, bald zu Ende?

  1. Selbstdenker

    Eine überfällige, existenziell wichtige Diskussion, die man keinesfalls den üblichen Verdächtigen überlassen sollte. Hütet Euch vor den falschen Propheten!

    Ob die Menschen von ihren eigenen Schöpfungen (konkret: künstliche Intelligenz) verknechtet werden, hängt von den Regeln der künstlichen Intelligenz ab und wer sie festlegt. Keineswegs handelt es sich hier um eine „unbeeinflussbare Naturgewalt“, die man einfach hinzunehmen hätte, wie manche uns das glaubhaft machen wollen. Fatalismus ist der Bruder der Unterwerfung.

    In Anlehnung an Thomas Sowell kann man diesem Phänomen entweder mit der utopischen Vision oder der tragischen Vision begegnen. Anhänger der tragischen Vision wissen, dass alles seinen Preis hat. Und der Preis für die vermeintliche Utopie ist der faustische Pakt.

    Bei 7,5 Milliarden Menschen wird es in etwa 7,5 Milliarden mehr oder weniger unterschiedlicher Utopien geben. Also wessen Utopie soll hier umgesetzt werden? Wenn es rein um ein simuliertes Glücksgefühl um den Preis der Eigenständigkeit und des Lebens geht, kann man sich auch jetzt schon Heroin in die Venen schießen.

    Es geht ultimativ um die Frage, ob man das Individuum als eigenständige Instanz anerkennt, ihm seine eigenen Präferenzen, die eigenen Entscheidungen, das eigene Risiko, die eigenen Fehler, die eigenen Früchte der Arbeit – zusammengefasst: das eigene Leben – lässt, oder ob man dies alles zugunsten einer abstrakten Perfektion – die von wem definiert wurde? – abschafft.

    Ein besonders auffälliger Verfechter einer totalitären Utopie ist der Subventions- und Vesprechens-Milliardär Elon Musk. Ihm schwebt zur „Rettung der Menschheit“ ernsthaft vor, dass die Gehirne der Menschen über Bioimplantate mit einem einzigen gigantischen Rechensystem verknüpft werden sollen. Ich kann auf diese Thematik bei Bedarf näher eingehen.

    Vielleicht kommt dieses Geschäftsmodell wem bekannt vor: opfert Euch selbst, Eure Autonomie, Eure Privatsphäre, Euer Leben, Euer Hab und Gut, Eure Freiheit für die Rettung der Welt, für die große Vision, für die Perfektion, für das ewige Glück und die ganz große Effizienz.

    Neben den Austrians scheinen am ehesten noch die Anhänger vom Objektivismus über das intellektuelle Rüstzeug zu verfügen um diesen sich anbahnenden Wahnsinn Paroli bieten zu können.

    In Wahrheit braucht die Welt nicht noch mehr zentrale Fernsteuerung, sondern Dezentralisierung und Eigenständigkeit. Selbst dann, wenn der Preis für das eigenständige Leben die fehlende Perfektion, das Risiko und die Sterblichkeit ist.

    Anstatt sich Gedanken darüber zu machen, wie man jeden mehr oder weniger über Zwang an ein Mainframe-System anschließen kann, das Elon Musk bzw. seinen Geldgebern gehört, sollten Roboter und künstliche Intelligenz für jeden, der es wünscht, über den Markt dezentral verfügbar sein, wie es heutzutage auch Notebooks sind. Das Internet ist ein dezentrales System und sollte als solches unbedingt erhalten bleiben. Über die Blockchain-Technologie könnten die Menschen die Hoheit über ihre Daten wiedererlangen und selbst festlegen, was sie genau von sich preisgeben wollen und was nicht.

  2. Kluftinger

    Ob das zutrifft hängt ganz von uns selber ab. Ich kann mich gegen eine Smartmeter wehren der meine persönlichen Energiedaten aufzeichnet. Ich muss auch nicht jede Frage beantworten die zur Überwachung beiträgt etc…
    Haben die Zeitgenossen noch nicht verstanden,dass wir in die “Bevormundungsfalle” gehen?
    Bin bereit viele Beispiele dieser Art aufzulisten!

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