Das Bargeldverbot kommt

“Das Bargeldverbot wird kommen. Die Frage ist nicht ob, sondern wann, wenn wir es nicht stoppen. Um aber zu verstehen, warum das Bargeldverbot überall in Europa und der Welt zum Thema gemacht wird, muss man zwei ganz wichtige Punkte verstehen. Und um eine Sache vorweg zu nehmen, es hat nichts mit Drogen oder Terrorismus zu tun….. (hier)

18 comments

  1. gms

    Politisch korrekte Aufsätze befleißigen sich in der Regel eines einleitenden Disclaimers die Wortwahl betreffend der nachfolgend gemeinten, mitgemeinten oder sonstwie referenzierten Geschlechter.
    Ein solches Präludium stünde auch ökonomisch korrekten Abhandlungen gut zu Gesicht, wonach das verwendete Wort ‘Geld’ zumeist kein solches bezeichnet, sondern für jenes steht, was landläufig und fälschlicher Weise darunter verstanden wird.

    Euro, Dollar, Yen, Franken und so weiter sind bloß Währungen, die seit Ewigkeiten die für Geld unabdingbaren Eigenheiten nicht erfüllen. So gesehen stehen wir vor der eigentümlichen Wendung, wonach mit einer ‘Bargeldabschaffung’ ausgerechnet eine Entität sein Ende finden soll, die nüchtern betrachtet garnicht existiert.
    Demgemäß könnte man alle Ambitionen in diese Richtung relativ entspannt verfolgen, gingen sie zugleich nicht mit staatlichen Zwängen einher, welche die Errichtung eines Geldwesens unterbinden, das diesen Namen berechtigt trägt. So betrachtet sind aktuelle und künftige Restriktionen auf allen Ebenen umfassend im Sinne echter Totatlitarität.

    Über die Ursachen läßt sich trefflich mutmaßen, weshalb Bürger es überhaupt soweit kommen ließen. Historisch betrachtet erstreckt sich die Pervertierung des vorherrschenden Geldwesens über einen langen Zeitraum, der die Lebensspanne eines einzelnen Individuums bei weitem übersteigt. Eine Generation nach der anderen war einen kleinen Schritt weiter von echtem Geld entfernt als die vorige, zumal Deckung und Einlösbarkeit der papierenen und elektronischen Zertifikate konsequent erodierten.
    Auf der einen Seite kann man also eine Gewöhnungseffekt der Gesellschaft feststellen, auf der anderen Seite potente Gegenspieler inform der Staaten und der Organisationen in deren Nähe, die alle gleichermaßen aus ihrer Sicht einen geradlinigen Erfolgspfad widerstandslos beschritten und selbigen daher auch zunehemend konsequenter verfolgten.

    Überlagert wird das Ganze aus einer Schwäche der menschlichen Psyche, wonach der Mensch als soziales Wesen seine relevanten Einschätzungen und Meinungen aus dem konstruiert, was aus allen Richtungen auf ihn eindringt. Hält er dabei einander erkennbar widersprechende Autoritäten für gleichermaßen relevant, muß für ihn die Wahrheit demgemäßt irgendwo in der Mitte liegen, so als würde ausgerechnet jener die richtige Lösung nennen, dessen IQ exakt einhundert beträgt.

    Keyensianer und Austrians sind Antagonisten, wobei wiederum alles was von den Profiteuren des aktuellen Geldwesens bildungstechnisch den Leuten eingetrichtert wird, auf Keyensianismus hinausläuft. Volksverblödung wirkt, was die Unbelecktheit der Verhaustierten in Sachen Ökonmie leicht erklärt.

    Zugleich erlebten wir nach dem Zerfall des Ostblocks in Europa und den USA das politische Aufkommen eines sogenannten dritten Weges. Kommunismus war falsch, aber Kapitalismus war auch des Teufels, also wurde einmal mehr das Richtige und Heilbringende in der Mitte behauptet. Rote machten daher zunehemend auch mal was Brauchbares, während Bürgerliche konsequent erröteten und damit den heutigen Einheitsbei begründen.

    Neo-Keyensianismus hieß dann das neue Mixgetränkt aus der Retorte, auf das sich alle mehr oder minder freiwillig einigten, ein auf Keynes basierender Kreationismus, der, wenn er als Erklärung versagt, um beliebige Hilfkonstrukte erweitert wird, wonach man heute schlauer ist als gestern, weil man die Entwicklungen von gestern auf heute noch nicht ins Modell miteinbeziehen konnte.
    Das Absurde, mit dem von der Kanzel herab das Vorgefallene erklärt und Hinkünftige begründet wird, muß zwangsweise ins Chaos führen, dessen Eintreten mittels Konkursverschleppung durch nicht minder absurde Mitteln verzögert wird.

    Demgemäß mag die eventuelle Abschaffung dessen, was bestenfalls bar, aber niemals Geld war, den Tod der Währungen noch einige Jahre oder gar Jahrzehnte aufschieben. Angesichts dessen wären Bürger gut beraten, das Wesen von echtem Geld zu verstehen, sind doch ausgerechnet Alternativen in diversen Schaufenstern, welche das aktuell senkrecht auf dem Kopf stehende System vollend in die Erde rammen unter dem orwell’schen Label namens ‘Vollgeld’.

  2. nattl

    Bargeldverbot wird kommen.
    Negativzins auf Einlagen wird kommen.
    Einschränkung von privatem Goldbesitz auf kleine “Sammler”-Mengen wird kommen
    Hohe Strafsteuern auf Transfer von Geldvermögen ins Ausland werden kommen
    Zwangshypotheken auf privaten Immobilienbesitz zur Schuldenfinanzierung wird kommen.

    Dies zusammen mit dem Brandbeschleuniger Flüchtlingskrise und einer Prise Terrorangst werden die Vereinigten Staaten Europas alternativlos machen. Europa wird in zehn Jahren komplett anders aussehen als heute.

  3. Kluftinger

    Ich beginne jetzt schon, eine gewisse Summe von Bargeld in Schweizer Franken umzutauschen (auch unter Kursverlust), weil die Schweiz hat sich schon positioniert: Kein Verlust des Bargeldes! 🙂

  4. Thomas Holzer

    Die “Argumentation” in diesem Beitrag ist zwar weit ausholend und langatmig, geht aber am eigentlichen Ziel des Bargeldverbotes vorbei, da dieses anscheinend zu simpel zu sein scheint, um angeführt zu werden:
    Es geht “unseren” Politikerdarstellern schlicht und einfach um die totale! Kontrolle jedes einzelnen Untertan; alles andere, ob falsche oder richtige “Wirtschaftswissenschaft”, Terrorismusbekämpfung, Stimulation eines Wachstums etc., nur Dampfplauderei, um vom ursächlichen Zweck abzulenken.
    Es verhält sich genauso wie z.B. mit der Diskussion um die Einführung einer flächendeckenden Maut; auch in diesem Fall ist der wesentliche Zweck die totale Überwachung, alles andere “positive” Nebeneffekte, welche langatmig diskutiert werden, aber eben nur deswegen, um den wahren Grund zu verschleiern.

  5. Fragolin

    Zeitgleich wird in der austriakischen “presse” von einem “Experten” ventiliert, dass es, so wörtlich, “alternativlos” (und wieder der gleiche ausgelutschte Kaugummi unter dem gleichen dreckigen Kinositz hervorgekratzt…) sei, unbedingt möglichst saftige Gebühren auf Bankomat-Abhebungen einzuführen (also Strafzahlung auf Bargeldverwendung), denn Österreich wäre eine Insel der Seligen wo man alles gratis bekäme.
    Ist nebenbei erwähnt absolute Hirndiarrhöe, weil die angeführten Deutschen (die angeblich extra österreichische Konten führen um sich die Bankomatgebühren zu sparen, was für ein Blödsinn, aber eine Beigabe für den Stammtisch: “Klar, wieder die Deitschna die uns ausnutzen, des kemma schon von die Medizinstudentna!”) zwar daheim Abhebegebühren zahlen, aber 1.) nicht bei der eigenen Bank, 2.) ihre Kundenkarte dafür gartis haben und keine jährliche fette Gebühr abdrücken dürfen wie der österreichische Bankkunde und 3.) oft auch keinen Cent für Kontoführungsgebühren bezahlen. Davon, dass die KESt bei kleinen Guthaben auch wegfällt, reden wir mal gar nicht.
    Es geht auch nur um eines: Stimmung machen. Einstimmen auf die nächste Gebührenlawine (inklusive Umleiten des Unmutes auf “die Deitschna” oder wen auch immer) und – rein zufällig, ungewollt und niemals nich vorgesehen – eine Bestrafung auf die Verwendung von Bargeld, wie wir es von der Einzahlung her schon kennen. Jetzt muss nur noch der Handel verpflichtet werden, wegen des hohen Zusatzaufwandes der Registrierkassa jede Bargeldbezahlung mit einer Sondergebühr zu belegen, so nach dem Motto “macht mit Karte 17 Euro 40 und in bar 18 Euro 90….” und schon braucht man gar nichts mehr verbieten, es will keiner mehr die Lappen sehen.

    @Thomas Holzer
    Lückenlose Kontrolle ist einer der erwünschten Effekte. Ein anderer ist der Werteschnitt. Müsste man Münzen einziehen und Scheine abstempeln, kann man virtuelle Buchungssätze einfach per Knopfdruck halbieren und fertig. Der zypriotische Probelauf sollte nicht so schnell in vergessenheit geraten.

  6. Selbstdenker

    Dass Mächtige jene Chancen nutzen, die man ihnen einfach und zu niedrigen Kosten bietet, ist nicht neu. Und mit jeder breitflächigen Neuerung ergeben sich auch neue Anwendungsfälle: das Massen-Papiergeld in der heutigen Form kam ja auch erst nach der Druckerpresse.

    Die angestrebte Bargeldabschaffung ist für mich das Paradebeispiel schlechthin, wie eine heterogene Zweckkoalition über das jeweilige Eigeninteresse der Beteiligten jene Prinzipien zerstört, von denen bislang alle profitiert haben (Bargeld als anonymes Zahlungsmittel, Wertaufbewahrungsfunktion, etc.).

    Das was wir momentan erleben ist nicht Sozialismus, sondern Anti-Kapitalismus: ohne den Sozialismus schönreden zu wollen, ging es ihm in der Theorie “nur” darum privates in öffentliches Kapital umzuwandeln – mit allen bekannten, negativen Auswirkungen.

    Der Anti-Kapitalismus geht im wahrsten Sinne des Wortes ganz tief an die Substanz: es geht nicht darum wer sich das Kapital über welche Mittel aneignet, sondern es geht um die Vernichtung bzw. Aufzehrung von Kapital. Historisch gab es solche Phasen immer wieder und sie waren meist mit dem Niedergang eines Reiches verbunden.

    Im selbst von Bargeldanhängern bereitwillig verbreiteten Fatalismus (“die Bargeldabschaffung wird kommen…”) schwingt zum Teil das Merkel’sche Alternativlosigkeits-Mantra mit. Nudging wirkt eben und das Durchregieren ist umso einfacher und kostengünstiger, je mehr Leute sich bereits vor jeder Auseinandersetzung kampflos ergeben und auf den Boden legen.

    Abschließend noch zwei Wünsche an den Osterhasen:

    1) Man möge künftig mehr auf die Auswirkungen des Kapitalverzehrs auf jeden einzelnen eingehen.

    2) Statt Fatalismus sollte man sich mit Möglichkeiten der Gegenwehr auseinandersetzen. Natürlich kann man z.B. auch Gold oder Bitcoin verbieten. Je mehr Tauschmittel und Kapitalanlage gestreut werden, umso schwieriger, zeitraubender und teurer werden die Bestrebungen eines Pflicht-Kapitalverzehrs jedoch werden.

  7. Falke

    Es wird dann wieder zur Tauschwirtschaft kommen (Installateur isst im Gasthaus, dafür repariert er dem Wirt den Wasserhahn, Anstreicher malt das Zimmer aus und bekommt dafür vom Fleischer 2 kg Beiried usw.), und der Staat fällt um alle Steuern um (Umsatz- und Einkommenssteuer).

  8. gms

    Thomas Holzer,

    “Die „Argumentation“ in diesem Beitrag ist zwar weit ausholend und langatmig, geht aber am eigentlichen Ziel des Bargeldverbotes vorbei, da dieses anscheinend zu simpel zu sein scheint, um angeführt zu werden: Es geht „unseren“ Politikerdarstellern schlicht und einfach um die totale! Kontrolle jedes einzelnen Untertan”

    Tatsächlich? Andere wurden für derartige Aussagen schon als Aluhutträger diskreditiert.

    Sei’s wie’s ist — das angeführte ‘schlicht und einfach’ betreffend Kontrollausübung ist allenfalls ein Streifschuß. Die Aufrechterhaltung eigener parasitärer Lebensweise wird durch umfassende Kontrolle der Wirte begünstigt, wenn nicht sogar erst ermöglicht. Im Englischen bedeutet ‘to control’ darüber hinaus eine Einflußnahme, eine Steuerung, was bezogen auf die Gesellschaft in der Endausbaustufe die ultimative Form der Macht darstellt, die sich über jeden denkbaren Widerstand hinwegsetzen kann.

    Wenngleich Ausbeutung und Macht eng verwoben sind, sind sie dennoch nicht ident. Unterstellt man eine Hierarchie unter den globalen Machthabern, so kann man wohlbegründet eine Aspektverschiebung behaupten, und zwar vom vermehrt Parasitären auf unterer Ebene, hin zum überwiegenden Machtaspekt ganz oben. Echte Macht haben die Wasserträger der medialen Schlagzeilen nicht, sie sind Mittel zum Zweck, die dabei zugleich ihr eigenes wohldotiertes Auskommen sichern.

    Einer plausiblen Weisheit nach soll man nicht therapieren, was man nicht versteht. Hat man also mit der Frage qui bono nach den Inhabern der Macht und deren Motiven die richtige Fährte aufgenommen, wäre es verdammt unklug, mit fortgesetzten Sprüchen von wegen ‘Politikerdarsteller’ das Thema konsequent auf der untersten Ebene des Manangements zu kochen.

    Teurer Kollege Holzer, der Vorwurf einer Langatmigkeit kann leicht als Bumerang der thematischen Kurzatmigkeit retour kommen. Daß Schauspieler Kontrolle über ihr Publikum wollen, kann ja wohl nicht der Weisheit letzter Schluß sein, oder?

  9. gms

    Selbstdenker,

    “Die angestrebte Bargeldabschaffung ist für mich das Paradebeispiel schlechthin, wie eine heterogene Zweckkoalition über das jeweilige Eigeninteresse der Beteiligten jene Prinzipien zerstört, von denen bislang alle profitiert haben (Bargeld als anonymes Zahlungsmittel, Wertaufbewahrungsfunktion, etc.).”

    Frei nach Roland Baader ist Fiatmoney das Löschpapier für den Charakter. Insofern d’accord betreffend der zerstörerischen Kraft wirkend auf Prinzipien, festgemacht an einer Durchseuchung der Gesellschaft mit Korruption, wo das Individuum sich zum eigenen realen oder vermeintlichen Vorteil dem Falschen unterordnet.

    Es wäre aber unzutreffend, hierbei von einer heterogenen Zweckgemeinschaft zu sprechen. Zutreffender ist der Vergleich mit einer Pyramide der Profiteure, in der von oben herab personell und organisatorisch die jeweils breiteren Stufen darunter gezimmert wurden. Festmachen und erläutern läßt sich das an Ihrer Aussage:

    “Der Anti-Kapitalismus geht im wahrsten Sinne des Wortes ganz tief an die Substanz: es geht nicht darum wer sich das Kapital über welche Mittel aneignet, sondern es geht um die Vernichtung bzw. Aufzehrung von Kapital.”

    Die echten Profiteure des Ponzischemas sind waschechte, intelligente Kapitalisten; sie haben die Prinzipien des Kapitals auch in jeder Hinsicht verstanden. Dasselbe gilt für das Wirken des Sozialismus als Werkzeug zur Umverteilung von Wohlstand.
    ‘Gold is money, everything else is credit’, ‘I don’t care who writes laws, as long as I control the money supply’ — Diese und unzählige andere Zitate und Darstellungen von vor über hundert Jahren verdeutlichen, wonach die Machthaber mit ihren Schreibstiften an den Notenpulten sehr wohl zwischen Musik und Kakophonie unterscheiden können.

    Zweck des globalen Treibens, das den Völkern per erzwungem Linksdrall verordnet wird, ist daher auch keine Kapitalvernichtung, sondern einzig und allein die Umleitung von Ressourcen. Güter, Waren, Rohstoffe und was auch immer verschwinden nicht, sie treiben nach oben, während wertloses Pseudogeld nach unten rinnt. Die Wirte an der Basis schuften zunehmend, während ihnen von den Erlösen immer weniger bleibt. Hierfür ist keinesfalls ein ausufernder Staat monokausal, tritt dieser Effekt auch in weniger bürokratisch umzingelten Gefilden auf. Am Ende der Nahrungkette stehen Plutokraten, von manchen auch Globalisten genannt.

    Was wir heute erleben, wurde vor Ewigkeiten schon verstanden und als das tatsächlich Kommende antizipiert. Es ist logisch, inzwischen empirisch über jeden Zweifel hinweg bewiesen, doch der Naive glaubt an historischen Versuch und Irrtum, während der Halbwissende eine heterogene Zweckgemeinschaft vermutet.
    Heterogenität manifestiert sich einig in unterschiedlichen Graden des Wissens um relevante Kausalitäten und Nutznießer, wonach auf einzelnen Stufen der Pyramide schon mal echte Insider neben nützlichen und zugleich opportunistischen Idioten sitzen können.

  10. Selbstdenker

    @gms:
    Der äussere (operative) Kreis der Zweckgemeinschaft am Beispiel von Schweden:
    – Regierung (“Steuern”)
    – Polizeigewerkschaft (“Kriminalität”)
    – Feministinnen (“Prostitution”)
    – Zentralbanken (“Bargeldkosten”, “Hygiene”)
    – Handelskammer (“Transaktionskosten”, “Schutz der Bankangestellten”)
    Irgendwas ist für jeden dabei.

    Der mittlere (ideologische) Kreis:
    – Geldsozialisten (Negativzins)
    – Neoprogressive Ideologen (Totalüberwachung)

    Der innere (strategische) Kreis:
    – Soros, Saudis & Co (Tausch von Fiat-Money gegen bleibende Werte)

    Für mich ist das Konzept der Zweckgemeinschaft wichtig, da sich die Sache nicht alleine dadurch lösen lässt indem man die Player vom innersten Kreis eliminiert. Es wird immer Leute geben, die aus unterschiedlichen Motiven Chancen ergreifen, die man Ihnen bietet.

    Wenn ich von Anti-Kapitalismus schreibe, meine ich die Kapitalaufzehrung der Bürger in den (noch) wohlhabenden westlichen Ländern. Das sich reales Kapital – wenn auch heruntergewirtschaftet – nicht völlig in Luft auflöst, ist schon klar.

    Der Kapitalstock der Europäer wird augezehrt, heruntergewirtschaftet und bei passender Gelegenheit verschachert. Fiat-Geld spielt eine essentielle Rolle und mit Negativzinsen wird noch ein Gang höher geschaltet.

    In grünen Kreisen findet sich dieses Konzept in der Guerilla Ökonomie: ein gegen sich selbst gerichteter Kapitalismus mit dem Ziel der Selbstauslöschung. Die Utopie geht so weit, dass man nicht den Menschen das Paradies auf Erden verspricht, sondern das sogar der Mensch aus diesem Paradies “entfernt” wird.

  11. Thomas Holzer

    @gms
    Ich kann mit Bumerangen leben 😉
    Ich bleibe dabei:
    Überwachung, Selbstbereicherung und permanente Verfügbarkeit über das Eigentum der Untertanen (ergo fremdes! Eigentum) sind die primären Beweggründe für die Abschaffung des Bargeldes:
    Diskussionen, Beiträge etc., ob jetzt Wohlstand durch Konsum oder Produktion “erwirtschaftet” wird, mögen zwar für gewisse Kreise von Belang sein, sicherlich aber nicht für die “handelnden” Politikerdarsteller und deren Lakaien; allenfalls dienen ihnen diese als “Rechtfertigung” für ihr Tun

  12. gms

    Selbstdenker,

    “Für mich ist das Konzept der Zweckgemeinschaft wichtig, da sich die Sache nicht alleine dadurch lösen lässt indem man die Player vom innersten Kreis eliminiert.”

    Ohne Fiatmoney-Regime bräche das Kartenhaus zusammen und den äußeren Kreisen fehlte die Finanzierung.

    “Es wird immer Leute geben, die aus unterschiedlichen Motiven Chancen ergreifen, die man Ihnen bietet.”

    Gewiß, doch sie wären ihre entscheidenden Mittel beraubt. Nochmal in aller Deutlichkeit: Die Beherrschung des Geldes ist zentrales Element globaler Gesellschaftsklempnerei.

  13. gms

    Thomas Holzer,

    “Diskussionen, Beiträge etc., ob jetzt Wohlstand durch Konsum oder Produktion „erwirtschaftet“ wird, mögen zwar für gewisse Kreise von Belang sein, sicherlich aber nicht für die „handelnden“ Politikerdarsteller und deren Lakaien; allenfalls dienen ihnen diese als „Rechtfertigung“ für ihr Tun”

    Den Vorwurf lasse ich gerne auf mir sitzen, Leuten aufzuzeigen, wie Mechanismen und Tendenzen historische ablaufen respektive ineinander greifen.
    Dann und nur dann, wenn ausreichend viele Menschen behirnen, was es mit ökonomischen Idiologien sowie deren Anwendung aufsich hat, mit denen sie tagtäglich konfrontiert werden und Handpuppen wortreich ihr evidentes Versagen rechtfertigen, kann sich etwas ändern.

    Warum? — Weil erst dieses Verständnis sie in die Lage versetzt, diese Zusammenhängen anderen zu vermitteln. Ich glaube an die Kraft der Aufklärung, doch ich wäre ein verdammter Narr, würde ich selbige zugleich nicht versuchsweise praktizieren. Einzeiler über ‘Politikerdarsteller’ und deren Inferiorität überlasse ich gerne anderen, wohl wissend, das ich mir verdammt viel Zeit nehme, mich selbst wiederum kurz zu fassen.

  14. Thomas Holzer

    @gms
    Funktioniert ja, oder?! 😉
    Die Abschaffung des Bargeldes damit verhindern zu wollen, zu argumentieren, daß Wohlstand nur durch Produktivität und nicht durch Konsum generiert wird, ist, wenn überhaupt, unter Umständen in akademisch gebildeten Kreise möglich, sicherlich aber nicht beim vulgus populus.
    Abgesehen von der Tatsache, daß sich das vulgus populus sowieso mit jedem Schwachsinn ruhig stellen lässt, leider.

  15. Selbstdenker

    Wobei sich die Inkompetenz der Politikerdarsteller nicht mit dem obigen Modell widerspricht. Es zählt ja nicht der erwartete äußere Nutzen, sondern der reale innere Nutzen.

  16. gms

    Thomas Holzer,

    “Die Abschaffung des Bargeldes damit verhindern zu wollen, zu argumentieren, daß Wohlstand nur durch Produktivität und nicht durch Konsum generiert wird, ist, wenn überhaupt, unter Umständen in akademisch gebildeten Kreise möglich, sicherlich aber nicht beim vulgus populus.”

    Schön langsam teile Ihren Fatalismus, und wissen Sie, weshalb? Offensichtlich sind nicht mal dem Anschein nach Vernunftbegabte in der Lage zu verstehen, was man ihnen in klaren und einfachen Worten mitteilt. Staatliches Nudgning seiner Schutzbefohlenen in Richtung Game-over-Face-it zeitigt offenbar bessere Wirkung, als man meinen wollte.

    Im punktuellen Anlaßfall und ganz ohne Schachtelsätze: Ich argumentiere nicht mit dem Modell der Austrians gegen die Abschaffung des Bargelds. Das illegitime Geldregime kann nur auf Keyensianismus basieren. Deshalb wird es propagiert. Im Gegensatz zu Ihnen glaube und weiß ich definitiv, daß selbst kleine Kinder verstehen, wie Wohlstand entsteht und wie nicht.
    Interessanter Weise sind es ja ausgerechenet angesprochene akademische Kreise, die am nachhaltigsten versaubeutelt wurden. Nicht grundlos halten sich die strunzdummen Grünen für die Gebildetesten auf diesem Globus.

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