“Das Barometer fällt und fällt und fällt…”

Von | 4. Juli 2016

“…..Joseph Conrad schildert in seinem Text “Typhoon” ungeheuer eindrucksvoll die Szene, in der im 19. Jahrhundert ein Schiff inmitten des Indischen Ozeans liegt, das Meer ist unglaublich ruhig, es ist schwül, absolut windstill, nichts bewegt sich. Nur das Barometer fällt und fällt und fällt. In dieser Szene liegt eine ungeheure Spannung in der Luft: Jeder weiß, es kommt ein Taifun, aber für den Moment ist es noch völlig ruhig. Ich halte das für eine gelungene Metapher auf die aktuelle politische Situation in Europa. Wie sich die Spannung, die ich empfinde, schließlich entlädt, weiß ich nicht. Dass sie sich ohne weiteres verzieht, glaube ich allerdings nicht……” (Der Philosoph Rudolf Burger, hier)

7 Gedanken zu „“Das Barometer fällt und fällt und fällt…”

  1. Carl Schurz

    Zunächst: Herzlichen Glückwunsch USA zum 240. Indepence Day. Mögen die Bürger sich wieder ihrer rechtmäßigen Freiheitsrechte besinnen.

    By the way. Ich wusste gar nicht, das A noch die alte Verfassung hat. Naja, die US- Verfassung ist ja auch über 200 Jahre alt und gilt immer noch. Und in D hat man viele Nazigesetze ebenfalls in die “freiheitfeindliche” Rechtsordnung übernommen.

    Zum Punkt New Deal kann ich mir der Aussage des Autors nur anschließen. Es wird heute von den meisten übersehen, dass Sozialismus zur damaligen Zeit en Vogue war und ein Herr Chamberlain dem Adolf nicht abgeneigt war.

    Aus meiner bescheidenen Sicht habe ich aus der US Verfassung und ihren geistigen Vätern einiges lernen können. Erwähne hier nur das, was auf Kontinentaleuropa offensichtlich fehlt.

    Effektive Machtkontrollen durch die Bürger und sich konkurrierende Institutionen, die ebenfalls durch die Bürger kontrolliert werden. Beschneidung der Macht durch zeitliche Begrenzung und Aufteilung bzw. Verlagerung auf untere Einheiten durch Plebiszitäre Elemente und eigenständigere Strukturen, die näher am Bürger sind.= mehr Macht in die Kommunen wie z. B. Steuerrecht bzw Erhebung.
    Selbstverteidigungsrecht der Bürger.
    Es gilt das Motto: lieber kein Gesetz als ein schlechtes Gesetz.
    Absolute Meinungsfreiheit. Niemand hat das Recht auf Bestimmung einer korrekten oder richtigen Meinung. Es gilt auch hier der Wettbewerb.

    Es soll es gut sein.

    Ich ziehe mich zurück und feiere mit meiner wichtigsten Instution, meine Familie, meinen Geburtstag an diesem schönen Tag, da er noch so jung ist.

    God bless America

  2. stiller Mitleser

    Ab seiner Distanzierung vom Kunstbetrieb wurde Herr Burger ja ganz erfrischend.
    Am besten aber im verlinkten Interview find ich den Hinweis auf das Persisitieren der ersten Republik, dem Wunsch den Kulturkampf wieder und wieder zu reinszenieren…und das hängt auch mit den historischen Loyalitäten der aktuellen Akteure (die im weiter unten verlinkten, verdienstvollen, Artikel von Frau Salomon der vielleicht doch ein langsames give in im manstream andeutet, oder ist es nur die erlaubte Minderheitenmeinung?) zusammen.

  3. stiller Mitleser

    …wurde beim Tippen unterbrochen und seh jetzt, daß vor dem Ende der Klammer “genannt werden”
    fehlt.

  4. astuga

    Wie fast immer ist es erfrischend, Burger zu lesen.

    Die intellektuellen Irrlichter von ORF & CO machen ja leider einen Bogen um ihn.
    Kann natürlich auch sein, dass er selbst wenig Wert auf solche Medienkontakte legt.

  5. mariuslupus

    Die Metapher in der Überschrift bezieht sich auf die Situation der Nan-Shan vor dem Taifun. Es gibt aber noch eine zweite Metapher. Während des Taifuns kommt es zu einer Massenschlägerei zwischen den im Zwischendeck untergebrachten Chinamen.Bei der Schlägerei ging es um ihr Hab- und Gut, im ihr bescheidenes, angespartes Vermögen.
    Diese Situation wird auch in der EU eintreten, wenn die EU nicht aufhört das Geld zu entwerten und sich als Wohltäterin der arbeitenden Massen in Europa, aufzuspielen.

  6. Selbstdenker

    “Und das Traurigste ist: Auf der Universität wird das besonders stark ausgelebt. Im Philosophieseminar galt bei mir der Grundsatz: Man kann über alles reden, alles denken, ohne Tabus. Erst, wenn man diesen Freiraum verließ, musste man sich der kontrollierenden Öffentlichkeit stellen. Das ist heute vorbei, die Denkverbote gelten mittlerweile auch auf den Universitäten, von den Universitätsangehörigen selbst wird das betrieben.”

    Das wird nicht nur besonders stark auf der Universität ausgelebt, sondern diese Anti-Philosophie kommt aus den Universitäten.

  7. Selbstdenker

    Beispiel: der Kampfbegriff “Microaggression” wurde an der Columbia University “entwickelt”.

    Siehe hier ab 08:40

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