Das bizarre Rückzugsdatum der USA in Afghanistan

Von | 17. April 2021

Allein die USA haben sich den Krieg in Afghanistan mehr als zwei Billionen Dollar kosten lassen, eine Summe, von der man sich Wohlverhalten vermutlich auch hätte kaufen können. So bizarr es ist, das Ende des Truppenabzugs ausgerechnet auf den 11. September zu datieren – er war überfällig, eigentlich schon seit 19 Jahren. Man hat sich Ziele gesetzt, die man nicht erreichen konnte./ mehr

4 Gedanken zu „Das bizarre Rückzugsdatum der USA in Afghanistan

  1. Dieuetmondroit

    Und es ist auch schon wieder 75 Jahre her, seit die USA einen Krieg wirklich gewonnen haben. Die Taliban werden den Abzug des Gegners als Sieg interpretieren. Afghanistan wird wieder das Bürgerkriegsland, das es nach dem Abzug der Sovietunion war. Die Ganze Aktion erinnert mich an den Vietnamkrieg, nur ohne die Proteste und den coolen Soundtrack.

    P.S.: Der Link funktioniert nicht.

  2. Franz Meier

    Zwei Billionen Dollar! Für einen ähnlichen Betrag soll jetzt die seit Jahrzehnten marode amerikanische Infrastruktur saniert werden. Zwei Billionen Dollar! Dafür hätte man einige Sozialprogramme in USA durchführen können. Der Irakkrieg hat über fünf Billionen Dollar gekostet. Hat sich das gelohnt und was hat man damit erreicht? Klar – einige Kriegsgewinnler und Rüstungsfirmen im Westen haben sich dumm und dämlich verdient. Ich frage mich halt, ob man im Westen nicht aufhören sollte, immer wieder andere Länder “retten” zu wollen oder Sühne tun zu wollen für Dinge die vor langer Zeit – vor einhundert oder zweihundert oder dreihundert Jahren geschehen sind. Ich möchte hier all denen widersprechen, die immer wieder solche Einsätze aus humanitären Gründen verlangen. Es bringt nichts – der Westen kann die Menschen nicht zu ihrem Glück zwingen. Ziehen wir uns zurück auf unsere eigenen Positionen und Länder. Ziehen wir überall dort ab, wo die Regime und die Menschen uns feindlich gesinnt sind und einer anderen Ideologie anhängen. Müssen wir uns in der Ukraine, in Weissrussland, in der Sahelzone, in den ganzen arabisch-muslimischen Ländern wirklich engagieren? Was kostet dieser Einsatz? Dankt man uns diesen Einsatz? Was erhalten wir dafür? Die muslimische Welt hat ihr Paradies, ihr Nirvana – die ständige Bedrohung durch radikal-islamische Gruppen. Diese Entwicklung kann noch viele Jahrzehnte dauern, siehe Iran – diese Entwicklung wird nicht aufhören. In Afghanistan werden bald wieder die kriminellen, menschenverachtenden Taliban die Macht übernehmen. Was haben wir in den 20 Jahren dieses Afghanistaneinsatzes wirklich erreicht? De facto hat der pakistanische ISI jegliche Chance auf ein Sieg über die Taliban und eine friedliche Lösung für Afghanistan durch konsequente Finanzierung, Ausstattung und Training der Taliban Kämpfer 20 Jahre lang bewusst verhindert. In welchen muslimischen Ländern herrscht wirklich Frieden? Was gehen uns die Probleme und das Versagen in diesen Ländern wirklich an? Wir können ihnen anscheinend nicht helfen, auch wenn unsere linken Humanitären das glauben. Diese Länder müssen ihren eigenen Weg gehen, so wie der Westen leider auch Jahrhunderte, viele Kriege und viele Tote brauchte, um an ein Ziel zu gelangen. Da draussen leben 5 Milliarden Menschen nicht wie wir, wir können das leider nicht ändern, sie haben andere Werte. Will der Westen weiterhin Billionen an Volksvermögen ausgeben, um anderen zu helfen? Die Araber haben ihr Paradies und ihre Heilsdoktrin ausgewählt: Den radikalen Islam. Die arabisch-islamischen Eliten haben ihre Länder seit dem II. Weltkrieg katastrophal schlecht geführt, versagt und herunter gewirtschaftet. Daran ist der Westen nicht schuld. Erinnern wir uns an den Vietnamkrieg und an der Koreakrieg. Der Koreakrieg ist der letzte Krieg, der bis zum bitteren Ende ohne Einmischung durch humanistische, linksliberale Journalisten geführt wurde. Israel ist ein Sonderfall – die wissen was ihnen passiert wenn sie nicht wachsam und nachgiebig sind. Südkorea wurde vor dem kriminellen, menschenverachtenden Kommunisten gerettet und ist heute eine wohlhabende, westliche Industrienation. In Vietnam ging der Krieg auch mit Hilfe linker Journalisten und Medien verloren und die Menschen haben dort jetzt ihr kommunistisch-sozialistisches Paradies und die “gerechtere” Gesellschaft. Auch Kuba hatte eine glorreiche, kommunistische Revolution. Was gehen uns alle diesen Länder wirklich an? Lassen wir sie doch in Ruhe. Wir können Handel mit ihnen treiben. Wir können auch Produkte dort herstellen lassen, aber mischen wir uns doch nicht ständig ein. Lassen wir sie doch im eigenen Saft schmoren. Auch Burma/Myanmar ist nicht unser Problem. Sorry. Was hat es gebracht China und der Türkei zu helfen? Heute bedrohen uns diese Mächte. Viele Chinesen mussten bis Ende der 70er Jahre Gras fressen nach ihrer glorreichen, kommunistischen Revolution und nach vielen Millionen Toten. Der Westen hat ihnen Arbeit und eine Perspektive gebracht und viel Know-how. Heute bedrohen sie den ganzen indo-pazifischen Raum mit ihrer rassistischen Arroganz und Überheblichkeit. Die Türken wollen heute Grossmacht im Nahen Osten spielen. Brauchen wir das? Natürlich weiss ich um die Vorteile, die wir durch billige Produktionsstandorte haben, ich blende diese Überlegungen hier bewusst aus. Schlussendlich ist es eine reine Kosten/Nutzen Analyse, was bleibt für uns im Westen unter dem Strich übrig? Unser missionarischer Eifer schadet uns. Schicken wir Hilfsgüter in den Jemen, aber mischen wir uns nicht ein. Holen wir die Produktion aus China zurück, bezahlen wir etwas mehr für die Produkte. Lassen wir Afghanistan, Libyen, Syrien, den Irak, den Libanon, Jemen, Somalia, die Sahelzone und ganz Afrika, den Iran, Weissrussland, die Ukraine und Burma/Myanmar ihre Probleme selber lösen. Wir übernehmen uns. Die USA unter Joe Biden liegen mit Russland, China und dem Iran im Konflikt – übernehmen sich die Amerikaner und der Westen nicht? Besinnen wir uns – wir können nicht die ganze Welt retten. Von den Muslimen die heute in Europa leben, sind uns die meisten feindlich gesinnt, hassen uns und danken uns nicht. Sind die Afghanen die heute in Europa leben, mehrheitlich dankbare, friedliche und gut integrierte Bürger geworden?

  3. sokrates9

    Dieuetmondroit@ .. ..Es ist auch schon wieder 75 Jahre her, seit die USA einen Krieg wirklich gewonnen haben..
    Einspruch: Zwischenzeitlich haben die USA EINEN Krieg wirklich gewonnen, den die US – Army aber aus unbekanntenGründen ? 🙂 verschweigt!
    Die bösen Russen wollten in Grenada den Flugplatz ausbauen um dann bequem die 2000 km entfernten US Zentren angreifen zu können. Somit wurde Grenada kriegerisch von der US – Army besiegt, lediglich 20 Tote – ein paar eigene Verluste durch Verkehrsumfälle, diverse Vorderlader wurden beschlagnahmt, Kanonen entpuppten sich als Relikte der britischen Seefahrer,die Landebahn wurde später erweitert aber nicht auf die volle Länge! Ein totaler Sieg der Demokratie, die kommunistische Regierung wurde entfernt. Böse Zungen behaupten dass selnbst Österreich diesen Krieg gewinnen hätten. 🙂

  4. sokrates9

    Franz Meier! Getroffen! Warum müssen wir die ganze Welt missionieren? Ich hasse Missionare – Kommen in der Regel mit ihrer eigenen Welt nicht zurecht und müssen daher anderen “helfen” sie “glücklich” machen und bekehren.Zurück nach Europa und hier auch nicht den Einheitskonsumtrotteleuropäer heranzüchten sondern jeden tolerant seine Freiheiten und Vorzüge zu lassen!

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