Das Böse lässt sich nicht wegsoziologisieren

“Wenn ein Jugendlicher ermordet wird oder ein Amokläufer Menschen erschießt, ist in Deutschland immer die Gesellschaft schuld. Antike Philosophen und US-Schriftsteller sind da viel weiter….” (hier)

6 comments

  1. Thomas Holzer

    Ausgezeichnet!
    Aber in Zeiten des gelebten Kollektivismus darf es natürlich keine Eigenverantwortung, keine persönliche Willensentscheidung mehr geben; außer an der Wahlurne 😉

  2. Mourawetz

    Damit verstehe ich jetzt auch, warum Leute, die das Prinzip des Bösen ablehnen und mit vielerlei Erklärungen nur das Gute im Menschen sehen wollen, mit dem Christentum nicht klar kommen. Denn dort wird das Böse durch den Teufel personifiziert und damit so plastisch, dass man das Prinzip des Bösen nicht einfach so wegwischen kann.

  3. Mourawetz

    Wer dies mit Verweis aufs historische Vergleichsverbot als nicht adäquat empfindet, könnte zumindest dem amerikanischen Schriftsteller P.J. O’Rourke zuhören, der einst beim Anblick der mordenden libanesischen Hisbollah-Jungmänner angemessen lapidar notiert hatte: “Sie brauchen dringend Freizeitangebote und unser Verständnis. Oder eine 35-Zentimeter-Granate vom Schlachtschiff New Jersey.” Mehr ist dazu nicht zu sagen.

    Ich habe das Buch gefunden, aus dem dieses Zitat entnommen ist:
    http://www.amazon.de/Reisen-die-H%C3%B6lle-andere-Urlaubsschn%C3%A4ppchen/dp/3821847581/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1414231890&sr=8-1&keywords=P.J.+O%27Rourke

    Allerdings wird der Autor hierzulande offenbar nicht für voll als Humorist wahrgenommen, wenn man die Rezension liest, bzw. Posts der Leser.

  4. Mona Rieboldt

    Mourawetz
    In Saudi-Arabien wird von den Pilgern dort jedes Jahr der Teufel symbolisch gesteinigt. Dabei gab es schon mehrmals eine Panik und es wurden dabei eine Reihe von Pilgern getötet. Der Teufel hat es eben nicht gern, gesteinigt zu werden. 😉
    Ihre Annahme, dass es nur im Christentum “den Teufel” gibt, ist unrichtig.

    Wäre der Islam nur eine Religion, also Privatsache, was jemand glaubt, wäre das kein Problem. Der Islam ist aber eine politisch faschistische Ideologie, deren Anhänger sich aggressiv durchsetzen wollen und durchsetzen. Den Weg für diese Ideologie bereiten u. a. deutsche Politiker, die für immer mehr Einwanderung von Moslems unter dem Deckmantel “Asyl” plädieren. Die Steigbügelhalter für den politischen Islam sind auch die christlichen Kirchen im Land. Massive Kritik der Kirchen an den Christenverfolgungen in moslemischen Ländern habe ich bisher in D nicht vernommen.

  5. Leitwolf

    Ein gesundes Maß an Aggression ist uns allen innewohnend. Also ich war ein jähzorniges Kind, auch ein starikes allerdings (der Expander meines älteren Bruders tat das seine), und ein sehr friedfertiges. Wenn mir Unrecht widerfuhr, dann wurde ich zornig. Wen mich jemand angriff, was an jener Volksschule häufig geschah, dann kämpfte ich zurück. Wenn ich gesiegt hatte, dann war meine Aggression besänftigt. Und wenn ich das Gefühl hatte zu hart zu sein, dann war ich leicht erschrocken. Kinder sind halt sehr emotional.

    Was ich als Kind aber nie tat, war jemanden meinerseits anzugreifen. Erst recht nicht, weil irgendwer mir selbiges befahl.

    Das Böse wohnt dem Menschen nicht inne. Es wird anerzogen. Wir haben ein gesundes Maß an Aggression in uns, das nichts anderes bezwecken soll unsere eigenen Interessen zu schützen. Auch wenn das rechtlich nicht gedeckt sein mag, so ist es doch gesund und normal. Die Mutter die den Mörder ihrer Tochter vor Gericht erschießt (ja, solche Fälle gibt es), mag gegen das Gesetz verstoßen haben. Ansonst ist ihr moralisch jedoch nichts vorzuwerfen. Sie ist so wenig böse wie ein Löwe der eine Gazelle schlagt.

    Der Kern des Bösen liegt dagegen in einer Verschiebung der Prioritäten. Wenn die Dinge nicht mehr ausgewogen sind, dann ist die Unausgewogenheit die logische Konsequenz. Wenn etwas Gut ist, muss alles was dem entgegensteht schlecht sein. Wenn etwas absolut gut ist, dann jeder Gegensatz absolut böse. Das Prinzip ist sehr trivial und lässt sich leicht am Beispiel Jonestown veranschaulichen (ich erspar mir diesen Fall zu erklären, das Internet bietet reichlich Material).

    Jedenfalls: Wenn der Sektenführer dem Tod aller befiehlt, dann kann es ja nicht falsch sein, da dieser Führer ja das Gute schlecht hin ist…

    Die Moral daraus: das Böse liegt in der vermeintlich harmlosen Lüge begründet. Wann immer etwas fälschlich aufgerwertet wird, wird alles andre zu unrecht abgewertet. Gut und Böse sind halt relativ. Deshalb wird eine grobe Verzerrung dieser Parameter zwangsläufig ins diabolische Chaos führen.

    Und genau deshalb sind die natürlichen Gefühle beim Anblick einer “Kopftuchfrau” keineswegs falsch.

  6. Mourawetz

    zu “Das Böse wohnt dem Menschen nicht inne. Es wird anerzogen.”
    ein Zitat aus dem von Ortner verlinkten Artikel:

    Als der deutsche Schriftsteller und Krisenreporter Hans Christoph Buch vor zwei Jahrzehnten an einer Straßensperre mitten im liberianischen Bürgerkrieg einen Freischärler fragte, warum dessen Leute unschuldige Kinder umbrächten, antwortete dieser mit einem knappen “Why not?”.

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