Das China-Syndrom der EZB

Von | 22. Juli 2015

(KATHRIN NACHBAUER)Die ganze westliche Welt schüttelt den Kopf über China, das mit seiner kommunistischen Aktienmarktpolitik erfolgreich einen kleinen Anschein von Marktwirtschaft abgetötet hat.

Den Ansprachen auf dem letzten großen kommunistischen Parteitag zufolge glaubte man, dass Xi Jinping als größter Privatisierer, Liberalisierer und Marktwirtschaftler Chinas in die Geschichte eingehen würde. Er sprach von weniger staatlicher Intervention, weniger Parteiwirtschaft und mehr Markt. So weit so gut. Wie China mit dem jüngsten chinesischen Börsecrash umgegangen ist, zeigt aber ein anderes Verständnis von Marktwirtschaft:

Die Zentralbank senkte künstlich die Zinsen, über 1000 Unternehmenstitel wurden vom Handel ausgesetzt, Beteiligungen von über 5% müssen nun mindestens ein halbes Jahr gehalten werden und staatliche Firmen müssen eigene Anteilsscheine kaufen.

Natürlich alles mit dem hehren Ziel, Pleiten zu vermeiden und durch Vater Staat Schutz zu bieten.

Bemerkenswert ist das verständnislose Kopfschütteln über die chinesische Wirtschaftspolitik seitens der EU. Macht sie doch mit ihrer EZB mehr oder weniger dasselbe. Planwirtschaft auf europäisch, sozusagen.

Die EZB senkt künstlich die Zinsen, kauft Schrottpapiere en masse, finanziert damit marode Staaten und treibt die Staatsanleihenkurse in schwindlige Höhen.

Auch hier steht das hehre Ziel, Pleiten zu vermeiden und durch Vater EU Schutz zu bieten.

Also will man sowohl in China als auch in der EU Schutz bieten. Aber wem eigentlich?

Weder marode Firmen noch marode Staaten lassen sich dauerhaft alimentieren, der Markt lässt sich langfristig nie betrügen. Und Schutz geboten wird so in erster Linie der herrschenden Klasse, denen durch die Konkursverschleppung der eigene Machterhalt noch eine Zeitlang abgesichert wird.

2 Gedanken zu „Das China-Syndrom der EZB

  1. Thomas Holzer

    Mich nimmt es Wunder, daß Herr Ortner einer derartigen Belanglosigkeit Raum gibt; vielleicht ist diese Entscheidung den Temperaturen geschuldet.

  2. Ferguson

    Auch für Herrn Holzer:
    1. Belanglose Wahrheiten bedürfen der Wiederholung, weil sonst nur die Lügen in die Köpfe der unaufmerksamen Bürger geklopft würden.
    2. Den tatsächlichen Herren ist nahezu gleichgültig, was die schauspielernde Politiker-Riege darstellt, so lange die tatsächliche, eigene Macht erhalten bleibt.
    3. Die Schauspieler-Truppe hat keine besseren Ideen als zum x-ten Mal zu versuchen die Natur zu überlisten. Vielleicht geschieht doch ein Mal ein Wunder?
    4. Haben Sie eine Idee für Schauspieler-Truppe? Die tatsächlichen Macht-Verhältnisse unberührt lassen, und doch der Natur zum allmählichen, revolutionsfreien Durchbruch zu verhelfen?
    5. Das Ziel bleibt das Klima, die Machtverhältnisse usw. unverändert zu erhalten. Eine Peter Pan-Welt, oder islamische Jungfrauen, die nach Gebrauch in den frühen Morgenstunden erneut Jungfrauen werden.

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