3 comments

  1. Johannes

    Nach einem echten Krieg ist meist die gesamte Infrastruktur zerstört, diese aufzubauen erfordert Anstrengungen und Entbehrungen. Wir sollten unsere Situation viel stärker relativieren, es gibt eine relativ kurze Auszeit, danach wird sehr vieles wieder per Knopfdruck zum Laufen gebracht werden können. Wir waren eine vom Schicksal verwöhnte Wirtschaftsgemeinschaft, in der man glauben konnte alles würde von alleine laufen.
    Vielleicht war es für die Gemeinschaft eine heilsame Erfahrung das nichts selbstverständlich und alles fragil ist.
    Vielleicht führt es dazu das man in Zukunft mehr auf Ursache und Wirkung achtet und Kinder nicht mit Forderungen auf die Strasse treibt welche, wenn sie so befolgt würden wie gefordert, Chaos verursachen. Vielleicht haben jetzt sogar Politiker mit wenig Charisma und Rückgrat die Möglichkeit wenigstens eine Zeitlang auf unsinnige Forderungen mit einem guten Argument zu reagieren.

  2. Cora

    Bernanke hat zugegeben, dass erst das beherzte mit Geld-Zuschütten der Fed zur Weltwirtschaftskrise geführt hat, doch niemand scheint das zu wissen. Auf keinen Fall Christian Rainer vom Profil, der den Nationalbankgouverneur Holzmann dafür kritisierte, dass dieser dämpfend auf den angedrohten Billionen-Anleihenkauf der EZB gewirkt hat, nur überlebensfähige Firmen sollten gerettet werden. Dabei wäre es hoch an der Zeit, die Selbstreinigungskräfte des Marktes wirken zu lassen, die schon Joseph Schumpeter in jeder Krise walten hat sehen, die kreative Zerstörung, aber diese soll wohl wieder einmal um jeden Preis, “koste es, was es wolle” verhindert werden.
    Wir wissen, wem diese “Rettung” gilt, Italien. Dafür wird es zu einer Geldentwertung kommen, einer Hyperinflation wie man sie schon 1929 gesehen hat. Vielleicht wird dann im 80 Jahren wieder ein Fed-Zentralbankpräsident Wirtschaftsfachleuten zugeben, dass sie recht hatten und hoch und heilig versprechen, dass so etwas nie wieder vorkommen würde. Diese Hoffnung können wir getrost zu Grabe tragen.

    «I would like to say to Milton [Friedman] and Anna [Schwartz]: ­Regarding the Great Depression. You’re right, we did it. We’re very sorry. But thanks to you, we won’t do it again.» Ben Bernanke, 2002

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