Das Damokles­schwert der Schulden

Von | 10. Februar 2021

“… Gerne verdrängt, verniedlicht und nicht ernst genommen: die hohe Verschuldung von Privatsektoren und Staaten in der Welt. Es egal zu sein, dass die Schulden immer schneller wachsen, während sich die Realwirtschaft auch ohne Corona immer weniger entwickelt. Für Letzteres haben wir ja eine Lösung: noch mehr Schulden …  Aber die Schulden sind schon lange nicht mehr die Lösung, sondern das Problem. Sie belasten die Realwirtschaft und bedrohen die Finanzmärkte. mehr hier

2 Gedanken zu „Das Damokles­schwert der Schulden

  1. Thomas Brandtner

    Alle diese Schreckensvisionen haben eine intellektuelle Schwachstelle: sie vergessen, daß die Zentralbanken zwei Zielen verpflichtet sind: der Erhaltung der Währungsstabilität (die bei der EZB rechtlich den Vorrang hat, nicht so beim amerikanischen Fed) und der Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung. Beide Ziele würde man mit Maßnahmen wie Abschaffung des Bargeldes, Verbot des privaten Goldbesitzes, Einführung von Kapitalverkehrsbeschränkungen schwer gefährden und nicht fördern. Nicht zuletzt die Auslandsinvestitionen in den Euroraum würden dramatisch beeinträchtigt, wenn die Investoren ihre Gewinne nicht mehr transferieren könnten.
    Aber auch alle unsere Regierungen sind bestrebt, nach der Überwindung der COVID-19-Pandemie die Schuldenlast so gut wie möglich abzubauen, aber unter Erhaltung des Vertrauens der Gläubiger. Das ist doch der Hauptgrund, warum ein Staatsschuldenerlaß durch die Europäische Zentralbank durch den EU-Vetrag verboten ist. Verträge lassen sich natürlich ändern, aber nicht leicht (Einstimmigkeit) und nicht schnell (Ratifizierung in allen Mitgliedstaaten).
    Fazit: es ist eher zu erwarten, daß die großen Wirtschaftsmächte der Welt kooperieren, um den Zusammenbruch des internationalen Wirtschafts- und Währungssystems zu verhindern, als ihn geschehen zu lassen. Das hat man schon während der Krise von 2007-8 und während der Schwierigkeiten in der Eurozohne 2010 gesehen. Damals haben die G-20 trotz aller politischen Gegensätze kooperiert. Gefährlich wird es nur, wenn die politischen Konflikte eine solche Intensität annehmen, daß die pragmatische Kooperation zum Erliegen kommt. Deshalb sind die Eiszeit zwischen dem Westen und Rußland (in der sogar eine Randnotiz wie der Fall Navalny zu weiteren merkbaren Erschütterungen führt), die Spannungen zwischen Indien und China über Kashmir und die amerikanisch-chinesische Rivalität samt Säbelrasseln im Südchinesischen Meer in ihrem gleichzeitigen Auftreten so bedrohlich. Aber diese Risiken sind doch auf dem Radar aller internationalen Entscheidungsträger. Und deshalb würde ich, finanziell gesprochen, nicht gegen die wirtschaftliche Weltordnung wetten. Nichts gegen ein bißchen reales Gold als Notgroschen. Aber Vorsicht bei Kryptowährungen. Deren Volatilität liegt nämlich um Größenordnungen über der des Euro.

  2. Johannes

    Natürlich bemühen sich alle G-20, die Wirtschafts und Währungssysteme nicht zusammenkrachen zu lassen.
    Ich denke das steht außer Streit.
    Die Frage die man sich meiner Meinung nach jedoch stellen darf und muss: Wer wird am Ende die Rechnung bezahlen?
    Die fast vollständige westliche Welt lebt auf Pump, das heißt man leistet sich im Prinzip ein Wirtschafts und Sozialsystem das nur durch Defizite finanzierbar ist. Es entspricht mittlerweile unserem Selbstverständnis das soziale Absicherung unbegrenzt ausgedehnt werden kann.
    Allein die Politik der unbegrenzten Aufnahme und Alimentierung von Zuwanderern die man als Flüchtlinge tituliert. um sie mit den dafür vorgesehenen finanziellen Mitteln versorgen zu können, löst Sozialausgaben von ungeheurem Ausmaßen aus.
    Natürlich sind viele der Zuwanderer auch produktiv und füllen die eine oder andere Lücke demographischer Schwächen unserer Gesellschaft. Das ist keine Frage, dennoch glaube ich das ein sehr großer und rapid wachsender Teil dieser Zuwanderer den Spruch von Peter Scholl-Latour bezüglich Kalkutta erfüllt.

    Betrachtet man den Kuchen der Aufwendungen so wird man in Europa erkennen das der größte und ständig steigende Teil jene der Sozialausgaben ist. Das geht auf Kosten von Forschung und Entwicklung und verursacht eine zwangsläufige ständige Erhöhung von Steuern, was die Wettbewerbsfähigkeit ebenfalls drastisch verringert.

    Hier glaube ich, kommt irgendwann der Punkt an dem nichts mehr geht. Das kann man sehr nüchtern betrachten, irgendwann wird geliehenes Geld nicht mehr rückzahlbar sein weil seine Summe alles vorstellbare und alles erwirtschaftbare übersteigt.
    Dann kommt für die Gläubiger die Götterdämmerung.
    Die Finanzkrise von 2008 ist nach meiner Meinung in keinster Weise überstanden, die damals entstandenen Schäden wurden zu einem großen Teil durch ein System des unbegrenzten Gelddruckens und der faktischen Beseitigung von Zinsen abgefangen und konserviert. Mit Methoden die man zum Teil nur einmal verwenden kann. Es wurde sozusagen das gesamte Pulver verschossen um die harten Folgen von 2008 nicht spürbar zu machen.
    Ich denke es wurde eine Blase um eine andere Blase gelegt und wenn die eine platzt wird sie auch die andere zum Platzen bringen.
    Ich beobachte einfach mit großer Neugier wie lange es gelingen wird Geld zu drucken um eine Illusion aufrechtzuerhalten.
    Ich habe keine Angst vor diesem Ereignis, man kann auch mit sehr viel weniger auskommen und existieren.
    Angst bereiten mir nur die dann stattfindenden Verteilungskämpfe und Enteignungskämpfe.
    Auch die Gefahr von Kriegen und großen Zerwürfnissen zwischen Volkswirtschaften haben extremes Potential.

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