“Das Dirndl ist wie der Hijab”

(ANDREAS UNTERBERGER) Schon das “Haus der Geschichte” bot ob strammer ideologischer Töne etlichen Anlass zum Ärger. Aber diese Anlässe sind geradezu harmlos gegen das, was sich in einem scheinbar so harmlosen Haus wie dem Wiener Volkskundemuseum abspielt. Das Museum in der Josefstädter Laudongasse wird zwar in aller Regel durch keinerlei Besucher belästigt – aber das, was sie dort zu sehen bekämen, wenn sie kämen, ist schlicht skandalös.

Aber vielleicht geht einmal der neue Generaldirektor der Bundesmuseen dort hinein, um richtig ins Staunen zu kommen. Allerdings ist das Volkskundemuseum ein seltsamer Zwitter. Es wird eigentlich von einem Verein getragen, aber hauptsächlich eben vom Bund finanziert und ein wenig vom Wiener Rathaus.

In manchen Museen hat, ohne dass es die zahlende Öffentlichkeit gemerkt hätte (die Feuilleton-Schreiber verheimlichen so etwas gerne), ein ähnliches Zerstörungswerk begonnen, wie es das Regietheater auf etlichen Bühnen schon weitgehend vollendet hat: die große Publikumsvertreibung. Beispielsweise steht das besonders Regietheater-wütig gewesene Volkstheater heute jeden Abend buchstäblich halb leer. Und es wird schon dort in brutaler Offenheit debattiert, ob das Volkstheater ein Theater bleiben solle.

Aber zugegeben: Bei einem Museum, das schon lange praktisch besucherfrei ist, fällt es weiter nicht auf, wenn nur noch die halbe Besucherzahl zu finden ist …

Noch viel merkwürdiger als die rechtliche Ambivalenz ist die inhaltliche Entwicklung, die das Museum genommen hat. Denn ganz offensichtlich hat in den letzten Jahren eine linksradikale Museumsszene schwere allergische Reaktionen allein ob des Namens “Volkskunde” entwickelt. Ist aber auch irgendwie verständlich: sich um das “Volk”, um die österreichische Identität zu kümmern, ist so ungefähr das Letzte, was Alt-68er im Sinn haben. Diese zu Museumsleitern zu machen ist so, wie wenn man einen Bordellbetreiber zum Leiter eines Internats machen wollte.

Erster Tiefpunkt der Entwicklung war der schon weitgehend gediehene Plan einer Fusion mit jenem Museum, des inhaltlich so ziemlich das genaue Gegenstück zum Volkskundemuseum darstellt: nämlich mit dem “Weltmuseum”, wie das ehemalige Völkerkundemuseum heute heißt, das sich eben – mit übrigens sehr eindrucksvollen Exponaten – um die ganze weite Welt kümmert.

Diese eine Zeitlang Furore machenden Fusionspläne hat man dann aber wieder abgeblasen – mit der Begründung: Man sei draufgekommen, dass man dann ja der Leitung des großen Kunsthistorischen Museums unterstellt wäre. Was man in der Laudongasse auch nicht will. Da zieht man dann doch wieder völkische Eigenständigkeit vor.

Statt dessen ist etwas noch Schlimmeres passiert: Linke Phrasen und inhaltsarmes Politologengewäsch haben in breiter Front Einzug ins Volkskundemuseum gehalten. Seither gehe es um “Diskurs und Gesellschaftspolitik”, schreibt voll Begeisterung der “Standard”. Seither wird das Haus oft schon außen von schwulen Regenbogenfahnen geziert. Seither finden dort Ausstellungen statt wie “40 Jahre Wiener Frauenhäuser” oder “Roma in der Ostslowakei”. Der “Standard” zitiert den Direktor des Hauses sogar wörtlich mit: “Uns obliegt die Reflexion der Gesellschaft.”

Der Gesellschaft sollte daher nun ihrerseits den Sinn eines solchen Museums reflektieren, in dem gegen alles, was österreichische Tradition und Identität ausmacht, ebenso gehetzt und gespottet wird …

… wie etwa gegen die FPÖ.

Wenn man Sprüche wie diese liest, hat man wirklich nur noch eine einzige Frage: Wie kann es das geben, das eine solche Hetze aus Steuergeldern finanziert wird?

PS: Die Schaffung der Funktion eines Museumsgeneralsekretärs ist übrigens generell gesehen eine der wenigen wirklich hoffnunggebenden Maßnahmen im Kulturgetriebe. Gerade in der Museumswelt ist nämlich unterhalb der Ebene der stets politisch erpressbaren und ideologisch ausgerichteten Politiker eine zusammenfassende und weisungsbefugte Koordination dringend nötig. Denn allzuoft haben die Stars unter den einzelnen Direktoren der großen Museen lieber gegeneinander als miteinander gearbeitet. (Tagebuch)

7 comments

  1. Jaguar

    Tja, das “one world virus” zeigt immer wieder Wirkung…dabei haben zahlreiche Beteiligte ihren Amtseid auf die Republik Österreich abgelegt…aber das zählt ja für die ach so “wertebewußten” Linken nicht

  2. Cora

    Da zahlt man doch gerne Steuern. Skandalös ist noch milde ausgedrückt. Ich bin der Meinung, dass der Kulturbetrieb nun endlich sich selbst finanzieren soll. Ende aus Steuergeldern. Wenn niemand kommt, dann muss diese Echokammer halt zusperren. Das erwarte ich mir auch von den ORF-Gebühren und keine Subventionierung mehr des Standards u.s.w. Es muss endlich Schluss sein mit der linken Hetze gegen Dirndl & Co.

  3. astuga

    “Das Dirndl ist wie der Hijab”

    Bitte ich kann das bestätigen, erst gestern wurde eine junge Frau mit Vergewaltigung bedroht weil sie kein Dirndl tragen wollte.
    Und in Bayern so hört man verhaften Sittenwächter Frauen die ohne Dirndl in der Öffentlichkeit unterwegs sind.
    Und erst in Pakistan, da wurden junge Frauen eines Dorfes lebendig begraben weil sie sich weigerten… achso, das war was anderes…

  4. Johannes

    “Das Dirndl ist wie der Hijab“ nun gut dann ab jetzt alle Musliminnen Dirndl tragen, weil is eh das gleiche!

    Aber jetzt kommt die Crux : “Wenn ich Leute in traditioneller Kleidung sehe (Dirndl), dann habe ich oft das Gefühl, sie sind rassistisch und unterstützen die FPÖ.

    Also rekapitulieren wir: Dirndl und Hijab sind laut Taferlschreiber ein und das selbe und ihre Träger lösen im Verfasser dieser Taferl das Gefühl von Rassismus und FPÖ aus……..???

    Also so drastisch habe ich den Hijab noch nie beschrieben aber wenn ich mir die Botschaft genauer überlege da ist was dran.

    Hijab (traditionelle Kleidung) erinnert an Rassismus und FPÖ, das passt irgendwie nicht ganz zusammen. vielleicht meinte der Taferlschreiber: Hijab als traditionelle Kleidung erinnere ihn an Rassismus und AKP oder so ähnlich.

    Eine weitere Möglichkeit traditionelle Kleidung zB Hijab erinnere an Rassismus und Kuffar die damit abwertend bezeichnet werden.

    Können wir uns vielleicht darauf einigen traditionelle Kleidung soll im jeweiligen Heimatland zwecks Brauchtum getragen werden und ansonsten Jeans, Röcke und was weis ich was nur keine Dirndl – ist im urbanen Raum sowieso lächerlich – und keine Hijabs weil ebenso.

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