Das Ende der Hellas-Illusionen

“Den von der EU mit jedem Rettungsprogramm aufs Neue prognostizierte Wachstumsdurchbruch, dieses Mal datiert auf das Jahr 2017, wird es wieder nicht geben”, sagte das Institut in einem Papier vom Donnerstag voraus. Die griechischen Schulden, die sich inzwischen auf rund 180 Prozent der Wirtschaftsleistung belaufen, seien in der jetzigen Form nicht tragfähig. Damit stellte sich das Institut auf die Seite des Internationalen Währungsfonds. “Sollte … ein viertes Rettungsprogramm am Horizont auftauchen, müssten sich die Beteiligten fragen, welche Erfolgsaussichten ein solches noch hätte, und den ‘Bail out Prozess’ im Zweifel beenden.” Insgesamt nannte das Institut die Bilanz der bisherigen Hilfsprogramme – derzeit läuft das dritte – ernüchternd. “Auch im siebten Jahr der Rettung sind wichtige strukturelle Defizite ungelöst”, heisst es in dem Papier. In vielen ökonomischen Entwicklungen hinkten die Griechen der restlichen EU weiterhin hinterher, zum Teil deutlich. Verantwortlich dafür machte das Institut “den Unwillen der politischen Eliten und der Bevölkerung bei der Umsetzung der Reformen” (hier)

21 comments

  1. Peter Malek

    Hat eigentlich irgendjemand etwas anderes angenommen, als vom Kieler Institut für Weltwirtschaft jetzt erhoben wurde? Die Griechen muss man sich eben leisten können…….;)

  2. mariuslupus

    Hätte man rechtzeitig, die ganzen Finanzminister der EU, durch Milchmädchens und biedere Hausfrauen ersetzt, hätte diese Pleiteparty nicht stattgefunden. Aber, Leute die Marx und Keynes nicht verstanden haben, meinten dass die Alchimisten, wie der Zauberlehrling Mario, die notwendigen Goldstücke an den Ohrwascherln aus dem Zylinder, rausziehen wird.

  3. Christian Peter

    Die Wirtschaft schwächelt nicht nur in Griechenland, sondern in der gesamten EU. Außerhalb des EU – und Euroraumes gibt es seit einigen Jahren mehr Wachstum – die EU brachte und bringt nichts als Unheil über Europa.

  4. sokrates9

    Griechenland ist das Mutterland der Demokratie und muss daher in die EU aufgenommen werden – Aussage Merkel! Ironie der Geschichte: Griechenland beweist wie sehr die EU von Demokratie entfernt ist!

  5. Falke

    @Christian Peter
    Langsam komme ich auch immer mehr zu diesem Schluss. Dabei war ich ja anfangs sehr optimistisch und habe seinerzeit mit Begeisterung einem Beitritt Österreichs zugestimmt. Wer konnte allerdings ahnen, dass sich die EU in diese ausweglose Lage selbst hineinmanövrieren würde, vor allem dadurch, dass sie ihre eigenen Regeln (Maastricht, No-bail-out, Dublin, Schengen usw.) ständig und konsequent bricht. Ich bin jetzt tatsächlich soweit, dass ich einem “Öxit” durchaus zustimmen würde.

  6. Christian Peter

    @Falke

    ‘Schön langsam’ ist gut. Selbst die schlimmsten Befürchtungen der EU – Kritiker wurden 20 Jahre nach Beitritt Österreichs zur EU bei weitem übertroffen. Jahrzehntelang lief alles bestens in Europa, dann kam der Binnenmarkt und die Gemeinschaftswährung, was niemand wollte, seitdem geht es wirtschaftlich und politisch bergab in Europa. Es ist ohnehin nur mehr eine Frage der Zeit, wann diese EU zerbricht, dieses Projekt wird nur mehr durch Enteignung der Bürger (noch vor wenigen Jahren gab es für Bankeinlagen bis zu 10 % Zinsen) und wahnwitzige Interventionen der EZB künstlich am Leben erhalten. Möglicherweise findet der Horror bereits in wenigen Wochen nach den Wahlen in Frankreich sein Ende.

  7. Falke

    @Christian Peter
    Ja, das glaube ich auch: wenn Frankreich aussteigt, ist die EU Geschichte. Das könnte durchaus passieren, wenn Marine le Pen die Wahlen gewinnt. Ich halte ihr jedenfalls die Daumen.

  8. sokrates9

    Christian Peter@ Gpott erhalte ihren Optimismus! Le Pen wird nicht gewinnen können, die ganze EU inklusive den Qualitätsmedien werden mit unglaublichen Aufwand sie fertig machen!! 🙁

  9. Thomas Holzer

    Was mich immer wieder wunder nimmt ist diese nahezu unbändige Begeisterung für all die Linksnationalisten, welche in Gottes freier, europäischer Natur kreuchen und fleuchen…

  10. Christian Peter

    @sokrates9

    In Frankreich gibt es immerhin Hoffnung, immerhin strebt der Front National einen Austritt Frankreichs aus EU und Währungsunion an, während sich die Wähler in Österreich von einer heuchlerischen EU – und Euro – freundlichen Bauernfängerpartei wie der FPÖ an der Nase herumführen lassen. Wenn es diesmal nicht klappt für den Front National, dann spätestens in 5 Jahren, bis dahin dürfte Frankreich nach jahrzehntelanger Misswirtschaft durch Konservative und Sozialisten (wie die meisten anderen Länder Europas) endgültig ruiniert sein.

  11. Thomas Holzer

    @CP
    “………spätestens in 5 Jahren, bis dahin dürfte Frankreich nach jahrzehntelanger Misswirtschaft durch Konservative und Sozialisten (wie die meisten anderen Länder Europas) endgültig ruiniert sein.”

    Und Sie denken wirklich, daß Le Pen Frankreich nicht weiter ruiniert?
    Was ist am Etatismus und dem nationalen Sozialismus so viel besser als am internationalem Sozialismus?

  12. Christian Peter

    @TH

    Der FN ist nicht ‘sozialistisch’, sondern eine bürgerliche Partei, also eher für den Mittelstand (im Unterschied zu den meisten ‘konservativen’ Parteien, die in der Regel einen Ausverkauf der Interessen der einheimischen Unternehmen betreiben). Man muß man nicht alle politischen Positionen des FN teilen, mit der Forderung nach dem Ausscheiden aus der EU und Währungsunion und NATO bietet der FN jedoch als einzige im Parlament vertretene Partei Lösungen für die Probleme Frankreichs an.

  13. mariuslupus

    @Thomas Holzer
    Die FN wird sich sehr anstrengen müssen um Frankreich noch weiter zu bruinieren.
    Le Pen könnte eine Wende bedeuten.

  14. buerger2015

    und alles alternativlos – wie es uns die piefke-kanzlerin verkündet hat. nein, es war und ist nicht alternativlos die griechen rauszulassen. sie haben genug kassiert – das war es – mehr gibt es nicht. neben der mißlungenen energiewende noch die migrantenkrise – mit zurückschicken nach ösiland aber verbot der kontrolle am brenner – diese behandlung allein rechtfertigt – nein, verlangt schon nach einem ende der mitgliedschaft. dann könnens über frankreich oder ungarn von italien nach deutschland fahren, weil die schweizer lassen sie auch nicht durch . anfangs hieß es noch der schliing bleibt, der euro wird so hart wie die dm, die anonymität bleibt, das bankgeheimnis bleibt. alles gelogen. die verträge nicht eingehalten. keine eu-ziele erreicht. wen wundert, wenn alle raus wollen. nur die drittklassigen eu-politruks kann das überraschen. und der schulz will noch kanzler werden – würde deurschland endgültig in den abgrund führen. aber was macht das schon, hauptsache der einheitsstaat kommt noch in dieser generation…..

  15. Christian Peter

    @mariuslupus

    Als wären jahrzehntelange Korruption und Misswirtschaft durch Sozialisten und ‘Konservative’ nicht Anlass genug für eine politische Neuorientierung.

  16. Karl

    Muddi alternativlos wird die Griechen niemals untergehen lassen.
    Notfalls wird Tsipras wieder ein paar Schatzsucher in Richtung Germoney schicken (wie es 2015 passiert ist). Erdowahn kann es auch kaum erwarten.

  17. perry

    @falke
    ich kann leider nicht nachvollziehen, warum sie einer nationalen sozialistin die daumen drücken!

  18. Falke

    @perry
    National ja, Sozialistin sicher nicht. Aber vor allem halte ich ihr die Daumen, weil sie ein starkes Gegengewicht zu Merkel und Juncker wäre; mit einer Gegnerin ihrer Einwanderungspolitik in Frankreich, würde Merkel (oder von mir aus auch Schulz) ziemlich allein und nackt dastehen und könnte – falls Frankreich in der EU bleibt – keineswegs mehr dort nach Belieben schalten und walten. Jeder andere französische Präsident würde sich ja wieder Merkel voll unterwerfen. Offenbar können ihr eher Frauen die Stirn bieten – siehe Polens Beata Szydlo.

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