Das Ende der Sozialdemokratie?

Zum Zustand der europäischen Sozialdemokratie nach den EU-Wahlen: in Österreich verliert die SPÖ trotz eines politischen Super-GAU beim politischen Gegner FPÖ, in Deutschland ist die SPD mit gerade noch 15% überhaupt vom Aussterben bedroht. Das scheint irgendwie nix mehr zu werden mit der Sozialdemokratie.

14 comments

  1. Andreas Tögel

    Ob das – aus bürgerlicher Sicht – ein Grund zur Freude ist, sei allerdings dahingestellt. Die Grünen erleben einen aberwitzigen Höhenflug, die Union ist längst die neue SPD und die einzige ernst zu nehmende Oppositionspartei fährt unwesentlich mehr als 10 Prozent ein. Viel schlimmer geht´s gar nicht.
    Wie drückt es der “göttliche” Dante Alighieri aus: “Lasst…alle Hoffnung fahren”. Recht hat er! I gib ma zum Trost jetzt a Flascherl Haut Bages Liberal 2010…santé!

  2. Selbstdenker

    Die deutschen und österreichischen Sozialisten (aka “Progressiven”) haben sich halt das geholt was ihnen zusteht.

    Folgende Grafik zeigt übrigens den Linksruck der US “Democrats” seit den frühen 1980iger Jahren (de facto findet diese Entwicklung schon seit Mitte der 1960iger Jahre statt):
    https://www.economist.com/united-states/2018/09/20/far-left-candidates-did-poorly-in-the-democratic-primaries

    Der subjektive Eindruck, dass die Linken immer verrückter werden, wird anhand der obigen Analyse objektiv mit Zahlen untermauert. Man könnte sagen, dass die US “Democrats” da hinwollen, wo sich die PS in Frankreich bereits befindet und wo die SPD (mit etwas Zeitverzögerung auch die SPÖ) bald ankommen wird.

  3. Mourawetz

    Die ÖVP hat wie gehofft klar gewonnen. Damit sollte auch der Misstrauensantrag morgen vom Tisch sein. Außer man möchte weiterhin verlieren. Die Bevölkerung hätte für Chaos kein Verständnis.

  4. Selbstdenker

    @Mourawetz:
    Exakt so ist es.

    Bereits die Ereignisse im Vorfeld der NR-Wahl 2017 waren ein Zumutung. Wenn nun SPÖ und FPÖ aus sehr durschaubaren wahltaktischen Gründen, den Misstrauensantrag gegen Kurz unterstützen, kommt dies einer Kampfansage gegen Österreich und der demokratischen Mehrheit (64% der befragten Wähler sind für einen Verbleib von Kurz als Bundeskanzler) gleich.

    Die Wähler werden sich im September dafür mit einer schallenden Ohrfeige an die destruktive Politik der rot-blauen Neidkoalition “bedanken”.

  5. Gerald Steinbach

    Die interessante Wahl findet in Frankreich statt, dort könnte sich ein Sieg der FN ausgehen

  6. sokrates9

    Selbstdenker / Mourawetz@SPÖ / FPÖ sollen jetzt nicht Wahltaktik spielen sondern mit voller Überzeugung Kurz bestätigen der jetzt aus emotionalen und höchstens wahltaktischen Gründen eine erfolgreiche Regierung – und das wurde auch von 60% der Wähler bestätigt in die Luft gesprengt hat! Dass plötzlich Kurz aus emotionalen Gründen weil Strache in eine Mafiafalle lief nicht mehr mit der FPÖ kann, glaubt vielleicht ihre Großmutter, meine sicherlich nicht! Ich wünsche mir mehr Rückgrad in der Politik, eine Distanzierung von der Zweck heiligt die Mittel und daher ist jede Mafiafalle zulässig (ohne hier de Strache Vollidioten verteidigen zu wollen! 9 und nicht parteipolitische Spielereien!

  7. Selbstdenker

    @sokrates9:
    Mich interessieren diese Befindlichkeiten nicht. Ich möchte eine stabile Regierung, die die notwendigen Reformen angeht und sowohl Staatsanteil als auch Steuern senkt. Und das bitte einigermassen skandalfrei und ohne die Rülpser sattsam bekannter Knallköpfe. Das sollte nicht zuviel verlangt sein.

  8. TomM0880

    Die SPÖ hat sich mit der eine Woche andauernden, großen Ankündigung, Sebastian Kurz stürzen zu wollen und dem heutigen Wahlergebnis in eine Lose-Lose-Situation manövriert.

    Stimmt sie am Montag dem Misstrauensantrag zu, verliert sie die letzten moderaten Wähler (Leute, die geordnete Verhältnisse bis zur Wahl möchten) stimmt sie nicht zu, verlieren Sie einen Teil ihrer Stammwähler (Leute die Kurz sowieso weg haben wollen).

    Zusätzlich ist mit Pamela, einem der schwächsten Spitzenkanditaten seit langem, der Absturz vorprogrammiert.

    Herrlich sage ich da nur. Endlich ist der überhebliche Sozialismus da angekommen, wo er hin gehört.

    Schachmatt.

  9. CE___

    @ Selbstdenker

    Ihre Hoffnung in Ehren dass die ÖVP “notwendige Reformen” angeht.

    Nur hat nicht ebendiese ÖVP gerade vor einer Woche bewiesen dass sie lieber (nochmals) eine Koaliton (leider) sprengt zu dem Zeitpunkt wenn Schnitte in das eigene Fleisch angesagt wären, nachdem der Koalitionspartner schon mehrmals in Vorlage ging ?

    Schau’ ma’ mal.

    Zu dem eigentlichen Thema “Das Ende der Sozialdemokratie?”:

    Ja, das scheint sich dem Ende zuzuneigen.

    “Die Reichen” (oder die man dafür hält) über die hierzu zur Waffe eingesetzten Demokratie auszuplündern und zu enteignen scheint ausgereizt.

    Jetzt kommt wieder primitiver (Öko)Kommunismus zum Vorschein; die leidigen Gewinne der Grünen sprechen dafür.

    Die Zeiten werden härter.

  10. sokrates9

    Wofür steht die SPÖ?? Gegen Konzerne, Gegen..Alles?? Ohne ideologischen überarbeiteten Background wird man langfristig nicht überleben! Das wird auch der ÖVP passieren!

  11. Historiker

    Das linke Lager wurde unübersehbar größer, das bürgerliche kleiner : Vorher 56 % jetzt 52 %.
    Und die klima-hysterische Jugend ist noch linker und wird über die sozialen Medien in ihrer faktenlosen Meinung bestärkt werden. – Gestern war kein guter Tag für konservative Menschen. – Der Weg ist vorgezeichnet und zu glauben, im Herbst würde es für BK Kurz “leichter”, ist wohl ein Irrglaube, denn die Linken werden und können ihm nun ALLES abpressen. – schade.

  12. ethelred

    Schwierige Zeiten für Österreich. Alles läuft auf eine Minderheitsregierung der vormals (oder immer noch ) Schwarzen in Koalition mit den Neosozialisten unter Duldung durch die Grünen, einer Partei abseits jeglicher Vernunft, nicht aber jeglicher Korruption, hinaus. Und den unbedarften, eher simplen, Neosozialisten ins Stammbuch geschrieben: Wer die Vereinigten Staaten von Europa verspricht, wird vorher die EUDSSR erschaffen haben. Ich wollt´, ich irre mich.

  13. Clia

    Beachtlich wie der Souverän schlicht und unnachgiebig missachtet wird. Die ziemlich bescheuerte – und als programmatisch hochstilisierte – Kampfrhetorik gegen Kurz & Co dürfte immerhin voll greifen! “Der Feind’ ist grundsätzlich im stärksten Impuls von außen zu finden. Simpel und doch seit Jahrtausenden erfolgreich. Was die Grünen schon anlässlich des Heumarkt-Projektes desaströs durchgezogen haben, scheint nun als Inspiration um sich zu greifen… siehe oben.
    Soviel zum Kampf gegen die lästigen Wähler,
    der heute gar widerliche Blüten im Parlament getrieben hat. Selbst ein wenig begabter Kanzler Kurz wäre im Hinblick auf Sommerpause und fixe Wahlen im September weniger verheerend, als die wenig absehbaren Auswirkungen, die durch eine machtgeile und für das Gemeinwohl desaströse Haltung einer desillusionierten und devastierten blau-roten Politmassr provoziert wurde. Gewillt möglichst viele an ihrem Niedergang zu beteiligen, um zumindest noch etwas Aufmerksamkeit zu erzwingen (wenn schon keine Wählerstimmen mehr) müssen nun Kampfparolen als einziger Inhalt herhalten. Wie war das mit den Früchten…?

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