Das Ende der Wohlfahrtsillusion und die Folgen

Von | 16. Mai 2017

(C.O.)Was aber macht die Wähler in so unterschiedlichen Regionen Europas so wütend, dass sie ein jahrzehntelang stabiles politisches System nun mit der Abrissbirne demolieren? So sehr lokale Faktoren, Personen und Probleme dabei ein Rolle spielen dürften, so sehr dürfte eine Art ökonomischer Klimawandel hauptverantwortlich für den großen Zorn sein: die zunehmende Unfähigkeit des Staates, den Wohlstand – und damit die gute Laune – seiner Bürger durch die Aufnahme immer neuer Schuldenberge sicherzustellen. “Das Ende der schuldenfinanzierten Wohlfahrtsillusion” hat präzise der deutsche Makroökonom Daniel Stelter dieses Phänomen jüngst in einem Essay genannt…. weiter hier

16 Gedanken zu „Das Ende der Wohlfahrtsillusion und die Folgen

  1. Thomas Holzer

    “Denn dass Emmanuel Macron ein vergleichsweise moderates, ausgewogenes Programm vorgelegt hat”

    Da scheint mir etwas entgangen zu sein: von einem Programm habe ich nirgendwo etwas gehört, gelesen; von dubiosen, schwammigen, situationselastischen Aussagen aber sehr wohl

  2. stiller Mitleser

    Kleine “kynologische” Korrektur:
    – Pawlow hat Hunde mit einem Geräusch, nach dem sie dann üblicherweise Futter bekamen, zum Sabbern gebracht, eigentlich kann das auch jeder Mensch bei sich selber und an seinen Gewohnheiten beobachten
    – Apportierrassen brauchen kein Leckerli, sie wollen apportieren, nur am richtigen Abgeben (ohne Abbeißen, ohne Knatschen) muß gearbeitet werden
    – manche andre Hunde apportieren auch – kriegen das Leckerli aber nach dem Apportieren

  3. mariuslupus

    Herr C.O. ist ein unverbesserlicher Optimist. Gut so. Jemand muss noch an die Zukunft glauben.
    Habe noch keinen zornigen Wähler getroffen der einen Umsturz plant. Angesteckt durch den Optimismus, werde ich aber weiter suchen.

  4. mariuslupus

    @Thomas Holzer
    Bin gezwungen Ihnen zuzustimmen. Nichts von Programm gehört, eher nach dem Muster “Yes, we can”, oder, “Wir schaffen es”. Hätte lieber widersprochen, aber mir fehlen die Argumente. Aber, die Situation hat sich seit gestern geändert. Macron wurde in Berlin von der Grossen Ezegeberin ideologisch auf den richtigen Kurs gebracht.

  5. sokrates9

    Was ist eigentlich zu den Vorwürfen an Macron! Anscheinend wurde es geschafft diese europaweit zu zensurieren! Er wird nach wie vor als der Wunderwuzzi gehandelt, dessen Wahlkampf mit Spenden ( von Soros?) finanziert wurde und der trotz Ministergehalt und Bankergage beinahe mittellos ist!

  6. Lisa

    @mariuslupus: Umstürze werden üblicherweise nicht an Stammtischen geplant, wo jeder , der mag, zuhören kann. Die Wutbürger sind auch nur auf offener Strasse, wenn sie nichts wirklich zu befürchten haben, oder, wie meist, auf mediale Beachtung stossen oder wenigstens wieder mal etwas “erlebt” haben. Es ist keine Wut, die sich konzentriert in einem Umstrurz, einem Volksaufstand, einem Krieg sogar entlädt, sondern es sind Mikro-Aufstände, mal hier, mal dort, mal dieserhalb, mal jenerhalb: keine wirkliche soziale Unruhe, da es den meisten auch in den ärmeren Regionen des “Westens” immer noch ganz gut geht. Keine Hungersnöte, keine allzgrossen sozialen Unterschiede, keine lebensbedrohenden Natur-(oder AKW)Katastrophen; es sind die kleinen Dinge, die im Alltag in zahlreichen Situtationen aufzeigen, dass man wenig Einfluss auf bestehende Machtstrukturen hat und dass die relative Ohnmacht des einzelnen Bürgers zwar punktuell frustrierend ist, aber nie so sehr, dass daraus – im schlimmsten Fall – ein Krieg/Bürgerkrieg entsteht.
    Wenn die “Sozialstaaten” (die, genau genommen, gar nicht so sozial sind, wie sie klingen) kein (auch kein virtuelles!) Geld mehr haben, muss sich eben der einzelne Bürger wieder darum kümmern, wie er seine bedürftigen Landsleute unterstützen will. Und ob überhaupt…

  7. Falke

    @Thomas Holzer
    Natürlich hatte Macron ein Programm: Marine le Pen verhindern. Dass man mit derartigen “Programmen” durchaus Erfolg haben kann, hat man ja auch bei unserer Präsidentenwahl gesehen, ebenso bei der letzten Wien-Wahl.

  8. Thomas Holzer

    @Falke
    So gesehen, ist dann ja alles! Programm

  9. Thomas Holzer

    Nachtrag:
    und leider auch seit! Jahren, Jahrzehnten…………

  10. Thomas Holzer

    Nachtrag zum Nachtrag:
    Man sehe sich nur an, was derzeit am Balkan abgeht 🙁

  11. mariuslupus

    @Thomas Holzer
    Richtige Reaktion der ÖVP, aber wird sie dem Ansturm der von den NGO`s bezahlten Advokaten standhalten ?

  12. mariuslupus

    @Lisa
    Habe nicht den zornigen Bürger am Stammtisch gemeint. Der Wähler sollte versuchen seine Situation kritisch zu betrachten, überlegen wer in dieser Situation manövriert hat und dem entsprechend wählen. Um nicht für immer Schaf zu bleiben, braucht es etwas Zorn, um sich zu wehren

  13. Johannes

    So falsch eine überbordende Leckerli-Politik auch sein mag die Politik eines Landes mit einer Bevölkerung deren Mentalität berechenbar ist kann auch mal den Menschen etwas abverlangen, so zum Beispiel in Schweden passiert.
    Dort sind sie noch wahnsinniger mit Sozialleistungen umgegangen als bei uns bis sie merkten das es nicht gut geht und haben radikal den Kurs gewechselt.
    Das Problem sehe ich bei Wirtschaftsflüchtlingen, ich glaube in diesem Bevölkerungssegment ist die geringste Bereitschaft auf Sozialleistungen zu verzichten, waren sie doch der Hauptgrund die Heimat zu verlassen und die ganze Familie nachzuholen. Wenn dann die schnelle Integration versagte und die Menschen weder die Sprache des Landes und in Folge keine Arbeit haben steigt der Frust und das Gewaltpotenzial in den Ghettos wenn die Geldleistungen zurückgehen. Auch das bricht in Schweden immer wieder auf.

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