Das erklärt so manches Wahlergebnis…

Von | 15. März 2013

“Die Österreichische Nationalbank (OeNB) beklagt das Niveau der ökonomischen Bildung der Österreicher. Bei einer kürzlich veröffentlichten Studie zum Finanzwissen in elf Ländern war Österreich Schlusslicht, sagte OeNB-Chef Ewald Nowotny am Donnerstag vor Journalisten.” (ORF)

9 Gedanken zu „Das erklärt so manches Wahlergebnis…

  1. rubens

    Seit wann wollen Politiker, dass ihr Volk gebildet ist? Alleine die Medienbeeinflussung über Steuermittel zeigt auf, was eine Elite will. Sie will Konsumenten, die sich berieseln lassen.

  2. Andreas Tögel

    Wenn Nowotny etwas befürwortet, ist es vermutlich allein deshalb schon falsch. Da “ökonomische Bildung” am Ende auf eine Gehirnwäsche durch keynesianische Voodoopriester hinausläuft (und genau das ist der Fall), dann lieber gar keine Bildung! Viel zu viele glauben ja jetzt schon, daß hemmungslose Schuldenmacherei und Gelddruckexzesse zu Wohlstand führen (und nicht etwa die effiziente Verbindung von Arbeit mit Kapital). Dieser Irrglaube würde durch noch mehr “ökonomische Bildung” (durch staatlich veranlasste Desinformanten) noch weiter gesteigert werden. Wem wäre damit gedient…?

  3. menschmaschine

    also bitte, wirtschaft ist doch böse, das wird ihnen jeder linke lehrer in einer beliebigen österreichischen schule erklären. sowas muß man von den kindern fernhalten.
    und wenn überhaupt, dann darf man nur politisch korrekte wirtschaft oder politik den kindern näherbringen. etwa, indem man das klassenzimmer mit chavez-und karl marx-postern dekoriert, wie in einer wiener schule geschehen.

  4. gms

    Andreas Tögel:
    Da “ökonomische Bildung” am Ende auf eine Gehirnwäsche durch keynesianische Voodoopriester hinausläuft (und genau das ist der Fall) ..

    bmukk.gv.at/schulen/unterricht/prinz/wirtschaftserz_material.xml

    Und weil es gerade in Reichweite liegt, – aus einer Aussendung des Unterrichtsministeriums zur “Jahrestagung der IGPB: Ökonomisches Lernen in der politischen Bildung, 1. und 2. März 2013″:
    — Zitat —
    Die Tagung leistet einen Beitrag zur Klärung wichtiger Fragen im Verhältnis der beiden Pädagogiken:
    . Welche Chancen bieten sich für die politische Bildung durch die Integration einer ökonomischen Perspektive?
    . Muss verantwortungsvolle ökonomische Bildung nicht auch eine politikdidaktische Komponente beinhalten?
    . In welchen Bereichen können sich die beiden Bereiche wechselseitig
    unterstützen bzw. zielen sie auf eine Förderung ähnlicher Kompetenzen ab?
    . Wo gibt es einander widersprechende Ziele?”
    — Zitatende —

    “Ökonomische Bildung” ist für staatliche Desinformanten der goldene Schuhlöffel zur ideologischen Indoktrinierung schlechthin. An der generellen Schlagseite der grassierenden Volksverdummungsversuche ändert auch nicht, wonach die von der Bauchrednerpuppe Nowotny indirekt beworbene Initiative “OeNB-Finanzcockpit” trotz infantilen Namens der Schlimmes ahnen läßt, erfrischend sachlich ist.

    Nachsatz, halb off-topic: Es ist verständlich, daß sich Buben nicht dagegen wehren können, in Lernbehelfen und Arbeitsblättern konsequent als “SchülerIn” angesprochen zu werden. Warum aber Eltern zulassen, daß ihren Jungs in jedem zweiten Satz deren ~weibliche Seite~ per Sprach-Binnen-Dildo ins Hirn getrieben wird, ist mir schleierhaft. Wer als Elternteil aktuelle Lerninhalte und die zu deren Transport eingesetzten didaktischen Spülmittel gutheißt, der spricht dann wohl auch sein eigenes Kind im heimatlichen Wohnzimmer dergestalt an:
    “Manuel, schau mal. Als SchülerIn der 4. Klasse Volksschule bist du ja bestens über die Interdependenzen zwischen heteronormativen Ökonomien und dem klerikal-kapitalisch motivierten Massenmord an abertausenden Säuglingen in unzähligen gewerkschaftlich unterorganisierten Teilen der Welt vertraut. In (..) war gerade wieder ein umfassender Artikel darüber. Ich werde ihn dir aufheben, bis du selbst einmal lesen kannst. Ok?”

  5. Mona Rieboldt

    @gms
    Dieses unsägliche “In” macht Texte nicht klarer zu lesen. Selbst beim Plural kommt es vor, dann halt “Innen”. Dazu kommt noch der Gender-Unsinn. Da hieß es mal, “das Mädchen” würde ja zeigen, dass Frauen nur als Sache gesehen werden. Dass alles auf “chen” einen sächlichen Artikel hat, zählte nicht.

    Selbst bei Studenten kommt es immer häufiger vor, dass die Rechtschreibung so fehlerhaft ist, dass Arbeiten zurückgegeben werden müssen. Aber die Grammatik läßt vielfach auch zu wünschen übrig, wie Lehrende inzwischen beklagen.

    Sie machen das sehr schön klar mit dem Text “Manuel…(4. Klasse und nicht lesen können)”.

  6. Herr Karl jun.

    Grad unser Novotny! Hat er nicht an die 20 Jahre im Nationalrat gesessen und ebensoviele defizitäre Bundesbudgets mitbeschlossen und so dazu beigetragen, Österreich (die Republik und nicht die Zeitung!) in die Nähe der Konkursgefährdung zu bringen? Hat er nicht auf der Hochschule als auch in zahlreichen Vorträgen und Schriften die wachsende Staatsverschuldung über Jahrzehnte klein geredet, ja sie sogar als verteilungs- und konjunkturpolitischen Segen dargestellt? Derselbe Novotny meinte ja auch allen Ernstes, seine Berufung in die Nationalbank hätte nie und nimmer etwas mit Parteipolitik zu tun gehabt.

  7. Rennziege

    @gms
    Pardon! Sie haben schlampig gegendert. In “… und dem klerikal-kapitalisch motivierten Massenmord an abertausenden Säuglingen …” muss es korrekt heißen: “MassenmordIn” und “SäuglingInnen”.
    Hallooooh! Wie komm’ ich als Frau dazu, mich von männlichen Subjektiven sexuell diskriminieren zu lassen? 🙂

  8. Halmstan

    Ökonomisches Unwissen kann für Herrn Nowotny nur ein Vorteil sein – andernfalls wären möglicherweise kritische Fragen der Öffentlichkeit zu dem von ihm verzapften Dauerunsinn zu erwarten.

  9. gms

    Als kleine Wiedergutmachung für die heute unterlassene Pinkifizierung [1] zweier Wörter, nachfolgend zwei Zeitungsartikel eines Redakteurs — einmal sein Leitartikel, danach sein ein Monat später folgendes Interview mit dem Fleisch gewordenen Schmiedehammer der Geschlechterklischees.

    [“Die Presse”, Print-Ausgabe, 12.09.2012]
    CHRISTOPH SCHWARZ:
    Ideologien sind etwas ungemein Praktisches. Die eigene Meinung ist rasch gebildet, Argumente sind schnell bei der Hand, Positionen müssen nicht ständig überdacht werden. Und von Fakten muss man sich kaum beeindrucken lassen. Blöd nur, wenn die Diskrepanz zwischen eigenem Weltbild und der Realität so groß wird, dass sich der Widerspruch auch durch noch so glänzende Beweisführung nicht länger verbergen lässt.
    Vor genau diesem Dilemma stehen die Regierungsparteien in der Bildungspolitik. Relativ knapp, deshalb aber nicht weniger richtig zusammengefasst, ließe sich mit Blick auf die nötigen Reformen sagen: In Schulbelangen ist derzeit wohl den bösen Gesamtschulbefürwortern in der SPÖ recht zu geben, in Uni-Belangen aber den vermeintlich gleichheitsfeindlichen Zugangsbeschränkern in der ÖVP
    —-8<——8<——8<——8<–
    ["Die Presse", Print-Ausgabe, 13.10.2012]
    CHRISTOPH SCHWARZ: Bei all den Streitigkeiten mit der ÖVP im Bildungsbereich: Wünschen Sie sich nach der Wahl eine Koalition mit den Grünen?

    Claudia Schmied: Ideologisch wäre das einfacher. [..]
    —-8<——8<——8<——8<–

    [1] Pinkifizierung, die, dt., Def.: Überdehnung der Diskrepanz zwischen eigenem Weltbild und der Realität
    siehe ergänzend: bmukk.gv.at/ministerium/gleichbeh/index.xml

    (Presse vom 11.09.2008)
    Bildungsministerin Schmied will Rollenklischees schon bei Kleinkindern bekämpfen. Der erste geschlechts-neutrale Kindergarten Wiens wird bald eröffnet. Pink ist dort tabu.

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