Das ethikfreie Mandat der Monika Lindner

Von | 21. Oktober 2013

(GEORG VETTER) Die Vorbereitungen für die Angelobung am 29. Oktober 2013 laufen. Ich lerne nach und nach den Parlamentsclub und seine Mitarbeiter kennen, jeder erzählt von irgendwelchen Tricks, mit denen ich vorläufig kaum etwas anfangen kann, wie man mit den Medien umginge und wie man sich auf einen Ausschuss vorbereitet. Da offensichtlich alles in Richtung einer Neuauflage von Rot-Schwarz läuft, gibt es auch keine sinnvollen Gespräche über andere Konstellationen – die ich mir, auch mit Beteiligung von 4 Parteien, durchaus vorstellen kann. Meine erste Stellungnahme habe ich diese Woche als Wehrsprecher abgegeben. Wie alle anderen Parteien auch befürwortete ich einen allfälligen Einsatz des Bundesheeres im Zusammenhang mit der UN-überwachten Vernichtung von Chemiewaffen in Syrien. Geprägt war die Woche im übrigen von der Erklärung von Monika Lindner, das Mandat anzunehmen. Bekanntlich hatte sie im August nach der Ankündigung von Robert Lugar, dass sie vom Team Stronach als Speerspitze gegen Raiffeisen und ORF verwendet würde, auf ihre Kandidatur verzichtet – was formell aber nicht mehr möglich war, weil die Wahllisten bereits eingereicht waren. Nunmehr hat sie es als eine Ehre bezeichnet, das Mandat anzunehmen – ist es doch ein freies Mandat, wie es die Bundesverfassung vorsieht. Ein solches Listenwahlrecht bringt es mit sich, dass es gar nicht notwendig ist, sich am Wahlkampf zu beteiligen oder sich einem Klub anzuschließen. Wild, wie sie nun ist, hat sich Monika Lindner somit selbst zur Speerspitze gemacht – nämlich eines ethikfreien Mandates.

10 Gedanken zu „Das ethikfreie Mandat der Monika Lindner

  1. rubens

    Die Speerspitze zur Verteidigung von Privilegien? Oder wird es eine Wandlung von Sauline zu Pauline werden. 🙂

  2. Thomas Holzer

    Nun denn;
    1.) TS hätte als erstes bei seiner Auswahl seiner Kandidaten vielleicht etwas sorgsamer sein sollen.
    2.) Was war dann das Verhalten von Herrn Lugar und seinen “Mitstreitern”? Doch wohl auch ein ethikfreies! So groß war und ist der Unterschied zwischen dem TS- und dem von Bucher präsentiertem Programm nun auch wieder nicht; der wesentliche Unterschied schien halt darin zu bestehen, daß die Erfolgsaussichten des TS wesentlich größer als die des BZÖ waren.

    Aber es stimmt schon; Ethik, Moral sind keine politischen Kategorien mehr; leider

  3. Sinnlosschwatz

    es ist schon interessant, welch riesige mediale Entrüstung der Fall Lindner hervorruft. Ihre Vorgangsweise ist sicher nicht alltäglich, wobei gesetzlich gedeckt. Die Kommentare der Pseudomoralisten sind allerdings nur scheinheilig, gibt es doch auch genug andere Fälle von Maßlosigkeit und Abgehobenheit unserer “Eliten”. Jahrzehntelang wurde das System der Luxuspensionen, Millionenabfertigungen und sonstigen Privilegien von unseren Volkszertretern verhätschelt und liebevoll gepflegt. Hätten unsere Politiker, wie einmal kurz ins Spiel gebracht, den Nationalrat schon verkleinert, würde dieser Fall vielleicht kein Thema mehr sein. Die Naturbelassenheit vieler Abgeordneten tut einfach nur weh.

  4. Herr Karl jun.

    So endet eine (von Anfang an erwartbare) “culpa in elegendo” des F. Stronach in einer schlichten Pejorative eines anderen von ihm erkorenen Neo-Abgeordneten – also “politics as usual” ?

  5. Weninger

    @Holzer
    Volle Zustimmung, besser kann man es nicht sagen. Aber so toll ethisch war die Politik früher auch nicht. Die Deals hatten nur mehr Handschlagqualität, Desertieren war eher die Ausnahme, andererseits gab es halt auch nicht so vile Möglichkeiten …

  6. Zaungast

    Monika Lindner hat mich nicht enttäuscht, sie hat so gehandelt, wie ich sie eingeschätzt habe. Schade, daß es analog zu den Vorzugsstimmen keine Streichstimmen gibt. Ansonsten hat diese Unappetitlichkeit Frank Stronach zu verantworten. Mir bleiben als Trost 2 Mandatare aus dem Dunstkreis von ortneronline (G. Vetter / M. Franz)

  7. Christian Peter

    Über das Verhalten der ORF – Bonze Lindner sollte man sich nicht wundern. Das Team Stronach ist ein einziger Saufhaufen, machen wir uns nichts vor. Es ist eine Kunst, mit so vielen Millionen derart schlechtes Personal einzukaufen und ein miserables Wahlergebnis einzufahren.

  8. Thomas F.

    Eine “Speerspitze gegen Raiffeisen und ORF”? Wenn sie doch selbst aus diesem Sumpf kommt? Wie blöd muss einer sein, wenn er das selbst glaubt?

  9. elisabeth sagmeister

    frau lindner hat mindestens so anständig gehandelt wie alle abtrünlinge des TS. abwarten und dann urteilen. “wer ohne sünde ist, werfe den ersten stein”. viele unserer schreiberlinge ( bezw. abhängigen zeitungsschmierer u.Journalistenlehrlinge) hätte es schon erschlagen. diese vielen primitivjournailien in österreich sind unerträglich!!!!

  10. elisabeth sagmeister

    famann, der uns mit k(EINER) MATURA ZUM NARREN HÄLT ist ethikfrei? WIE ES SCHLIMMER INICHT SEIN KANN: EINE SCHANDE FÜR ÖSTERREICH UND ALLE ZEITUNGEN SCHWEIGEN AUSSER EX-CHEFRETAKTEUR UNTERBERGER: WIE DEI ÖVP MIT SO DUMMEN GENOSSEN KOLIEREN KANN; KANN NUR DER UNERSÄTTLICHE FUTTERTROG SEIN:? DAZU SCHWEIGT AUCH HERR ORTNER. WARUM SO DUMM TU FELIX AUSTRIA?

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