Das ganz spezielle schweizerische Budget-Problem

“…….2,3 Milliarden Franken statt 0,4 – um genau diese unerwartet hohe Summe fiel der Budgetüberschuss aus dem Vorjahr in der Schweiz höher aus als erwartet. Anders als in den wohl meisten Ländern der Welt wirft das in der Schweiz ein Problem auf – nämlich die Frage, wie man mit den ungeplanten Mehreinnahmen umgehen soll….” (hier)

12 comments

  1. Lisa

    Vielleicht etwas von den Schulden zurückzahlen? Die Zinsen gehen ja auch insGeld…

  2. Reini

    … na zum Glück hat Europa die Sorgen nicht,… “Schulden” die neue Währung!
    .. in Österreich wären einmal die wahren Schulden interessant, die 86,5% werdens ja nicht sein!?

  3. Falke

    @Reini
    Natürlich nicht, ein Teil der Schulden wurde ja “ausgelagert”, etwa der Straßen- und Autobahnbau in die ASFINAG – die hat allein rund 11 Mrd. Schulden.

  4. Thomas F.

    Sie Schweiz nimmt so gut wie keine Flüchtlinge auf – und niemand macht ihnen einen moralischen Vorwurf. Aus irgendeinem Grund erleben sie nicht einmal einen besonderen Andrang. Sie beteiligen sich an keiner Rettungsaktion irgendeines bankrotten europäschen Südstaates. Sie drucken ihr eignes Geld – auf weit behutsamere Weise als die Draghi-Maschine – und opfern somit nicht die Ersparnisse der Bürger um den eigenen und insbsondere andere Staaten vor dem Unvermögen die Staatsschulden nicht mehr bedienen zu können zu bewahren. Wie blöd sind doch andere Länder, die sich in diesen EU-Strudel hineinziehen lassen?

  5. Leitwolf22

    Das Schicksal nimmt seinen Lauf…

    2005 noch lag Österreich beim realen BIP/Kopf vor der Schweiz:
    https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Bruttoinlandsprodukt_pro_Kopf&oldid=39383598

    War Österreich damals tatsächlich wohlhabender? Verdienten die Schweizer damals weniger als wir Österreicher? Nein, so ganz ernst zu nehmen war (und ist) diese Statistik natürlich nicht. Das war noch die gute alte Zeit, als die Griechen ihr BIP kurzerhand um 25% anheben wollten, der Schattenwirtschaft wegen. Wie das ausging ist auch bekannt..

    Und natürlich haben seit dem verschiedene Faktoren die Entwicklung maßgeblich beeinflußt. Der Nichtbeitritt zur EU sollte sollte seit dem ja arg auf der schweizer Wirtschaft lasten. Auch das Dahindümpeln mit der eigenen, unseriösen Kleinwährung war eine arge Konunkturbremse. Und dann kam noch diese unsägliche Abstimmung zur Limiterung von Ausländern.

    All diese direktdemokratischen Entscheidungen haben die Schweiz weit .. nach vorn geworfen?! Wie kann man das bloß verstehen? 😉

  6. Leitwolf22

    @Reini

    das kann ich dir schon verraten, nur begründen will ich es lieber nicht. Es sind rund 130% des BIP.

  7. gms

    Thomas F.,

    “[Die Schweizer] drucken ihr eignes Geld – auf weit behutsamere Weise als die Draghi-Maschine”

    Das ist leider unzutreffend. Sowohl zur vorigen unsinnigen Haltung der 1,20er Grenze zum Euro als auch hernach beim weiteren Vermeiden einer Frankenaufwertung ventilierte die SNB weitaus mehr neues ‘Geld’ (*), als andere Zentralbanken, seit 2008 verhältnismäßig sogar das Doppelte wie ECB und Fed. Dementsprechend hoch war auch der ausgewiesene Verlust der SNB im Jahr 2015 durch vorigen Ankauf von später abgewerten Fremdwährungen und sonstigen Wertberichtigungen.

    Was hätte die SNB alternativ machen können? — Begründet wurden monetäre Eingriffe mit gezielter Inflation als Stütze für den Export. Anerkennt man dies als valides Interesse, das in der bisher praktizierten Adressierung zugleich erkennbar zulasten der Importeure und Steuerzahler geht, so kann eine im besten Wortsinne gerechte Lösung nur darin bestehen, wonach die SNB ihre Expertise jenen zur Verfügung stellt, die sich gegen Währungsschwankungen absichern wollen und dies nach eigenem Ermessen auf eigene Kosten dann auch tun oder unterlassen.

    Diese Chance zum Hochhalten individueller Eigenverantwortung hat die Schweiz vergeigt.

    *) Die Bezeichung ‘Geld’ für heutiges Fiatmoney jedweder Art ist hochgradig falsch. Es ist allenfalls eine ‘Währung’, bedarf es fürs Geld doch der Notwendigkeit, damit einen Wert dauerhaft festzuhalten.
    Eine auf Freiwilligkeit basierende Marktgängigkeit eines Gutes wäre zur hinreichenden Begründung einer tatsächlichen Geldeigenschaft tauglich, doch selbst diese Freiwilligkeit liegt durch gesetzliche Auflagen im heutigen ‘Geld’wesen nicht vor.

  8. mariuslupus

    Dass sogenannte Budget-Problem der Schweiz ist ganz einfach zu erklären. Das Volk ist der Souverän, und das Volk ist klüger als die Politiker. Nach der Ablehnung des EWR Beitritts wurde die Schweiz bereits abgeschrieben. Die obergescheiten und präpotenten Deutschen wussten selbstverständlich was für die Schweiz richtig ist. Ein deutscher Kanzlerkandidat wollte sogar an der Spitze seiner Kavallerie in die Schweiz einmarschieren.
    Zu beachten ist dass dieser Überschus erreicht wurde, trotz einer linken Finanzministerin.

  9. Thomas Holzer

    @mariuslupus
    “Das Volk ist der Souverän, und das Volk ist klüger als die Politiker.”

    Das trifft leider nicht überall zu 🙂

  10. mariuslupus

    @Thomas Holzer
    Das trifft dort zu wo dass Volk souverän, in einer direkten Demokratie, bestimmen kann, aber selbstverständlich nicht dort, wo das Volk von dummen Politikern, für dumm verkauft wird.

  11. Roger Nufer

    Es wird immer wieder kolportiert, dass sich die Schweiz komplett aus der EU raushalte und nirgends mitfinanziere. Das ist grundfalsch. Die Schweiz ist durch viele Verträge mit der EU verbunden und bezahlt in unzählige EU-Töpfe. Uns wurde das Dublin-Schengen-Abkommen mit der Aussage verkauft, dass es pro Jahr höchstens 8 Mio CHF kosten würde. Mittlerweile sind wir beim zehnfachen Betrag! Und wie die meisten andern Projekte, kostet es viel, funktioniert aber nicht. Beispiel: Italien winkt seit Jahren die Migranten in die Schweiz durch, ohne sie zu erfassen. Rücknahme, wie durch das Abkommen verpflichtend: Fehlanzeige! So gäbe es noch unzählige Beispiele aufzuzählen. Früher sagre ich jeweils, die EU ist ein Schönwetterprojekt. Nun ist es offensichtlich: die EU funktioniert weder bei Schönwetter, und schon gar nicht in stürmischen Zeiten.

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