Das Gastmahl der Geistlosen

Von | 10. Juli 2015

“….Der klassische Bildungsbürger wird langsam abgelöst durch ein akademisch zertifiziertes, aber intellektuell desinteressiertes Diplom-Proletariat aus Ärzten, Juristen, Lehrern, Bankern und Ingenieuren. Wir haben uns in einen Zustand der Wohlstandsbehinderung hineinpäppeln lassen……” (Schlauer Essay in der NZZ, hier)

30 Gedanken zu „Das Gastmahl der Geistlosen

  1. Syria Forever

    Shalom Herr Ortner.

    Ausgezeichnetes Essay, ausgezeichnetes Essay!

    (…)die Fähigkeit, zuzuhören, ausreden zu lassen, Gedanken reflektiert wiederzugeben, sie weiterzuspinnen und damit etwas Drittes zwischen Ich und Du entstehen zu lassen(…)
    (…)Der klassische Bildungsbürger wird langsam abgelöst durch ein akademisch zertifiziertes, aber intellektuell desinteressiertes Diplom-Proletariat aus Ärzten, Juristen, Lehrern, Bankern und Ingenieuren.(…).

    Die immer öfter fehlenden Intellektuellen Fähig- und Möglichkeiten nett Umschrieben; Intellektuell desinteressiertes Diplom-Proletariat.
    Herr Milosz Matuschek muss ein sehr netter Mensch sein. Mir kommen dazu wesentlich unfreundlichere Worte in den Sinn doch werde ich mir die Umschreibung vormerken…
    Vielen Dank.

    Guten Freitag!

  2. cmh

    Gute Nacht!
    Lassen Sie doch bitte Ihre unfreundlichen Worte hören. Die sind viel aussagekräftiger.
    Baba!

  3. Selbstdenker

    Das was hier vermeintliche “Bildungsbürger” beklagen, klingt eher nach der Angst, dass ihnen andere den Rang ablaufen könnten. Als Abgrenzungskriterium dient die eigene “Intellektualität”, die selbstverständlich den anderen (=geistloser Pöbel) abgesprochen wird.

    Dabei ist es gerade dieser Snobismus – so unterschiedlich dieser auch ausgelebt wird -, der die Basis der substanzlosen Selbsterhöhung ausmacht. Wenn jemand selbst auf seine angeblich moralische, intellektuelle oder materielle “Überlegenheit” hinweisen muss, kann man das durchaus als unbedachten Warnhinweis auf tatsächliche Substanzlosigkeit verstehen.

    Mit der Intoleranz gegen angebliche Fehler anderer und mit dem kleinlichen Verbeissen in Oberflächlichkeiten macht sich der Snob zum unerträglichen Spiesser, obwohl er gerne ein Freigeist wäre oder sich sogar selbst so sieht.

    Da trinke ich lieber mit einen Sandler billigen Schnaps als mit narzistischen Bobos edle Weine.

  4. Selbstdenker

    @Syria:
    ausgezeichneter Essay (soviel “Bildungsbürgertum” muss sein)

  5. Syria Forever

    Shalom Selbstdenker.

    Selbstverständlich! Vielen Dank für die Verbesserung. Ich übe täglich an meinen Deutschkenntnissen. Und ich darf erkennen. Mit Nachhilfe und Übung. Es wird besser.

    Guten Appetit!

  6. Selbstdenker

    Die ultimative Kreuzung von einem neureichen Snob mit einen selbsternannten “intellektuellen” Snob ist für mich Jakob Augstein; beim Lesen vom NZZ-Essay kam mir sofort dieser Name in den Sinn.

    Er liegt mit einer erstaunlichen Regelmäßigkeit daneben, was daran liegen könnte, dass er im Zweifel immer links ist. Als Millionärssöhnchen kann er sich das leisten. So viel Exklusivität muss sein!

  7. sokrates9

    Finde es fehlt heute immer mehr die intellektuelle Grundlage! Wir werden systematisch immer mehr zu EU – konformen Volltrotteln erzogen, die froh sind dass die EU von der Glühbirne bis zum Dirndlausschnitt alles regelt! Humanistische Bildung ist out, Matura heißt dass Wahrscheinlichkeit besteht dass Maturant lesen und schreiben kann! Ganzheitliches Denken, Strategie, Ethik, Philosophie wird auch nicht mehr gelehrt! ziel von Bolognia ist es akademische Buchhaltert auszubilden, die kritiklos und brav ihre Sklavendienste verrichten!

  8. Christian Weiss

    Im Milieu des vermeintlichen Bildungsbürgertums herrscht eben Diskursfeigheit und andererseits die Unumstösslichkeit von Mainstream-Wahrheiten. Wenn man es richtig anpackt, kann das aber auch Spass machen:

    10 gut fundierte und mit Fakten belegbare Thesen, mit denen man heute bei einem Tischgespräch die Meute gegen sich aufbringt, rote Köpfe und Schnappatmung provoziert und dafür sorgt, dass endlich wieder mal richtig diskutiert wird:

    1. Kernenergie ist die sicherste aller Energieerzeugungsformen.

    2. Gentechnik nützt der Umwelt und verbessert die Ertragssituation von Kleinbauern.

    3. Fleischkonsum schadet der Umwelt und vor allem dem eigenen Körper nicht mehr als der Verzehr von Grünzeug.

    4. Die USA sind die bessere Weltmacht als es China, Russland oder EU je wären.

    5. Nirgendwo im Nahen Osten haben es Palästinenser besser als in Israel.

    6. Der Kapitalismus hat weit mehr Menschen aus der Armut gebracht als alle Entwicklungshilfeorganisationen zusammen.

    7. Die FIFA ist weit weniger korrupt als die Herkunftsländer der ihr angehängten Fussballlandesverbände.

    8. Die Energiewende ist ein staatlich verordnetes Projekt zur Umweltzerstörung.

    9. Der Islam ist keine kulturelle Bereicherung, sondern eine Geist einengende Ideologie, welche jeden kulturellen, sozialen und technologischen Fortschritt behindert.

    10. Ein allfälliger Klimawandel stellt für die intelligenteste und anpassungsfähigste Lebensform des Planeten keine übermässig grosse Herausforderung dar, weshalb die vorsorgliche Verballerung von Milliarden für die Abwendung eines Ereignisses, das möglicherweise gar nicht eintritt, eine riesige Geldverschwendung und somit das eigentlich Problem ist.

  9. Syria Forever

    Shalom Sokrates.

    Ich nenne es den “Aristoteles Zyklus”. Ähnlich dem Schweinezyklus.
    Mit Ahh.. und Ohh.. wird dieser arme Mann alle paar Jahrhunderte neu ausgegraben. Derzeit befinden wir uns am Ende eines Aristoteles Zyklus. Der letzte Höhepunkt eines Aristoteles Zyklus war der Dreißigjährige Krieg. Lassen wir uns überraschen wie dieser Zyklus endet…

    Guten Abend.

  10. Astuga

    “Ärzte, Juristen…”

    Wenn es wenigstens das wäre.
    Als Nichtakademiker behaupte ich mal, dass die zahlreichen Theaterwissenschaft, Publizistik, Politikwissenschaft und Soziologie-Verbildeten die Wurzel des Übels darstellen.
    Soweit ich meine eigenen Beobachtungen und Erfahrungen verallgemeinern darf, lernt man dort offensichtlich zwar spitzfindig argumentieren und (von anderen ausgedachte) Phrasen zu dreschen, aber kritisches oder gar wissenschaftliches Denken ist eher die Ausnahme.

  11. Rennziege

    10. Juli 2015 – 17:55 Christian Weiss
    Erfrischend und goldrichtig, Herr Weiss! That’s the name of the game.

  12. Astuga

    @Christian Weiss
    Ich gehöre nicht zu besagtem Milieu, kann aber auch nur etwa der Hälfte deiner Thesen zustimmen. 😉

  13. Dorfbewohner

    @ astuga
    Dann wäre es sinnvoll, sich eben mal mit der anderen Hälfte näher zu beschäftigen!

    @ Christian Weiss
    Danke für diese kompakte Aufstellung, bei der ich allen Punkten und nicht nur der Hälfte zustimme, gleichzeitig aber beschämt feststelle, dass ich u.U. ein oder zwei vergessen hätte.

  14. Gutartiges Geschwulst

    @Christian Weiss

    Ihr Kommentar ist `ne echte Granate, Christian Weiss!

  15. Astuga

    @Dorfbewohner
    Klar, weil es ja absolut unmöglich ist, dass Christian Weiss sich auch nur in einem Punkt irren könnte.
    Eine derartige Sichtweise hat etwas pseudoreligiöses.

    Die Punkte 1 und 2 sind (insofern Grüne Gentechnik gemeint ist), einfach nur falsch.

  16. Fragolin

    @Astuga
    Es geht nicht darum, ob die von Herrn Weiss aufgeführten Punkte richtig oder falsch sind (ich würde auch nicht allen Aussagen zustimmen) sondern darum, dass es keine von auch nur halbwegs vernünftiger Argumentation getragene Diskussion zu diesen Aussagen geben kann. Man wird mit vorgekauten Kampfparolen und empörter Totschlagrhethorik überkübelt, denn der gebildete Parolendrescher weiß sich in der moralischen Überlegenheit gegenüber z.B. dem Klimaleugner (was für ein idiotisches Vokabel, denn niemand leugnet, dass es ein Klima gibt und auch kein Mensch mit Hirnzellen leugnet, dass es sich beständig ändert, aber schon der Zweifel an der humanen Ursache dieses Wandels ist ein absoluter Verriss…). Das enthebt ihn der Mühe faktenbasierter Argumentation, was dazu führt, dass er schlussendlich zu solcher nicht mehr fähig ist. Warum auch argumentieren? Einfach feststellen, dass man sich mit (zutreffendes bitte ankreuzen) Klimaleugnern, Neoliberalen, Putinverstehern, Europafeinden, Islamophoben, Rechtsextremen, Polulisten nicht auseinandersetzen muss, denn allein die Zugehörigkeit zu dieser Gruppe schließt einen ja von der Gesellschaft der Intellektüllen aus.
    Und nebeneffektiv bejubeln die Argumentationsfaulen die wuchernde Maulkorbpolitik, denn wenn etwas nicht mehr gesagt werden darf, muss man auch nicht mehr dagegen argumentieren.

  17. Dorfbewohner

    @Astuga
    Sehen Sie, im Gegensatz zu Ihnen unterstelle ich Ihnen nichts, sondern empfahl nur, sich näher mit den Themen zu beschäftigen.
    Näher hieße, die von CW getroffenen Aussagen nicht nur als falsch zu bezeichnen, sondern sie mit stichhaltigen Argumenten zu widerlegen. Sonst ist es wirklich nur pseudoreligiöse Ablehnung.
    Daß ich nun auf diese Art zu den gleichen Erkenntnissen gekommen bin, wie CW, macht mich natürlich verdächtig.
    Und da sind wir punktgenau bei der Einschätzung von Fragolin, die die zugrunde liegende Problematik haarscharf trifft.

  18. Syria Forever

    Shabbat shalom,

    Astuga, Fragolin und Dorfbewohner.

    (…)die Fähigkeit, zuzuhören, ausreden zu lassen, Gedanken reflektiert wiederzugeben, sie weiterzuspinnen und damit etwas Drittes zwischen Ich und Du entstehen zu lassen(…).
    Fragolin und Dorfbewohner. Sie geben Astuga keine Möglichkeit sich zu äusser. Sie nehmen an das…

    Austuga; (…)Eine derartige Sichtweise hat etwas pseudoreligiöses.(…). *Korrekt.
    Leider haben Sie nur bedingt recht. Nicht nur die Fraktionen von Kaffeesatz-Leser_innen und Handleser_innen (Publizistik, Politikwissenschaft und Soziologie-Verbildeten. *Liste beliebig erweiterbar.). Dieses Geschwür an Unbildung zieht sich durch alle Fakultäten. Es beginnt mit den Ausbildenden. Den Assistenten, Professoren, Unterrichtenden. Es wird ein langer, steiniger Weg Europa von einer Welfare-Gesellschaft in eine Bildung-Gesellschaft zu ändern.

    Guten Samstag die Herren.

    PS.
    Selbstverständlich ist Pkt. 2 der Aufzählungen Unsinn! Um nur einen Punkt als Beispiel zu nehmen.
    Es liegt an der Zeit und den Gesellschaften kurzfristig, wenn überhaupt, zu denken. Kurzfristige Erträge, also schnelles Geld, war nie von Dauer.
    Wir haben keine Erfahrungswerte mit Genetisch veränderter Umwelt. Dazu sind Langzeit-Studien notwendig. Langzeit-Studien die mehrere Jahrzehnte, ca. 150 bis 170 Jahre, in Anspruch nehmen.
    Warum dieser lange Zeitraum? Das ist die Zeit eines Globalen Wasser Umlaufes.
    D.h.; Wenn heute ein Tropfen in der Mitte des Pazifik ausgesetzt wird kommt dieser Tropfen nach ca. 160 Jahren wieder am selben Ort zum Vorschein.

  19. Astuga

    @Dorfbewohner
    Sie empfehlen, dass ich mich damit eingehend beschäftige?
    Solche Empfehlungen geben auch Islamversteher (die meist selbst keine Ahnung haben) wenn man Islamkritik übt…
    Ist also eine in sich platte wie durchschaubare Übung, dem Gegenüber Unkenntnis zu unterstellen.
    Muss ich als Kommunismuskritiker “Das Kapital” zitieren können, oder als jemand der Homöopathie ablehnt alle Schriften von Hahnemann gelesen haben?

    Wenn Sie nicht gerade Molekularbiologe sind, dann können Sie davon ausgehen, dass ich mehr Ahnung von Biologie habe als so mancher hier (und mehr als 99,9% unserer Politiker wage ich zu behaupten).
    War nämlich bei der Matura mein vertiefendes Schwerpunktfach, welches ich mit Bestnote bestanden habe.
    Und ist sicherlich ausreichend um mich am Diskurs über Gentechnik zu beteiligen.

    Aber da das eigentliche Thema hier Geist und intellektuelle Tiefe ist – Wer eine These aufstellt ist, verpflichtet sie zu beweisen!
    Keine Angst, ich will hier gar keine Diskussion lostreten die ohnehin den Rahmen sprengt.
    Aber suchen Sie mal nur für sich selbst die angeblichen Segnungen der Grünen Gentechnik zusammen.
    Die realen, nicht die in der Theorie behaupteten!

  20. Astuga

    @Fragolin
    Ich gebe Ihnen ja recht.
    Gerade deshalb tut es mir immer schon beinahe körperlich weh, wenn man das Problemfeld Gentechnik und Atomenergie beispielsweise mit mutmaßlicher anthropogener Klimaerwärmung oder Islam in einen Topf wirft.
    Wie gesagt, ich stimme einigen Punkten der Liste voll inhaltlich zu, anderen jedoch nicht.
    Imho argumentieren Gentechnik-Befürworter ebenso mit Scheuklappen und reduziertem Blickfeld wie die “Multikultis” beim Islam.

  21. Astuga

    Btw. gegen sog. Graue- und Rote Gentechnik habe ich keine Einwände.

  22. FDominicus

    Klingt für mich eher nach Arroganz. Ihr Blöden da draußen wir “Intellektuellen” hier. Da eines wohl alle “Intellektuelle” einigt nämlich links und grün zu sein, sieht es für mich eher nach einer Diskreditierung derjenigen aus die für diese Schmarotzer (absichtlich so gewählt) Geld verdienen sollen.

    Was ich allerdings ohne weiteres zugestehe die Dummheit gewinnt derzeit mit rasanter Fahrt an Boden. Wenn ich mir so die ganzen “Panikattacken” so anschaue. Für die “intellektuellen” Schmierpamphlete wie Spiegel, Taz und wie sie alle heißen habe ich gar nichts übrig.

    Das kann ich besser mit 3 anderen Zeitungen lesen obwohl mir auch in einigen von denen ein “abstruser” Personenkult miteingeht (von wegen wer wo wie was schreiben “darf”)

  23. aneagle

    @ Christian Weiss
    nette Liste. Kränken Sie sich nicht, wenn Ihnen diesmal die liberalen Intellektuellen den einen oder anderen Punkt aberkennen. Hier, wenn sie möchten, ein erprobter und bestens bewehrten Ersatzpunkt:
    Gender ist keine Wissenschaft sondern ein pseudosoziales Hirngespinst.
    Menschliche Geschlechter fußen auf der Genetik, es gibt deren in voller Ausprägung lediglich zwei und sehr sehr selten eine Mischform.
    Viel Vergnügen ! 🙂

  24. Dorfbewohner

    Wie sehr CW mit seinem 10 Punkte Katalog Recht hat, wird durch so manchen Kommentar hier anschaulich demonstriert.
    Wo sind die faktenbasierten Entgegnungen auf diese “Pawlowschen Knochen”, die er da “hingeworfen” hat?
    Welche Beweiskraft hat z.B. eine Matura-Bestnote um den Gentechik-Knochen zu widerlegen?
    Oder, wieso hat die Menschheit keine Erfahrung mit genetisch veränderter Umwelt?
    Die meisten “konventionell” gezüchteten Saaten der letzten Jahrtausende entstanden durch
    genetische Veränderungen.
    Aber wie gesagt, es geht ja weniger um die “endgültige” Beweisführung jeder der 10 wenig mainstream-fähigen Aussagen, sondern um das, was deren pure Erwähnung auszuloesen vermag.

  25. Syria Forever

    Shalom Dorfbewohner.

    (…)Die meisten “konventionell” gezüchteten Saaten der letzten Jahrtausende entstanden durch genetische Veränderungen.(…)
    Sie vergleichen Äpfel mit Birnen.
    Mit dieser Art genetischer Veränderung, oder besser Beeinflussung, von der Sie schreiben haben wir jedoch Erfahrung. Es hat ganze Zivilisationen ausgelöscht.

    Die Aufzählung des Herrn Christian Weiss sind nette Schlagwörter. Zu einigen davon würde ich mich nicht auf eine Diskussion einlassen habe ich doch zu wenig Ahnung davon.
    Energie-Wende (was ist das?), Klimawandel (was ist das?), FIFA (Fussball. Was hat das damit zu tun??).
    Zu anderen, wie Kernenergie oder Gentechnik, sollten Fachleute befragt werden nicht Laiendarsteller sind doch diese Themen zu Umfangreich und erzwingen ein Intensivstudium.
    Persönlich würde es mich freuen fundierte Texte zu diesen Themen zu lesen. Astuga ist wie es scheint fit in Biologie? Ich muss gestehen, nicht mein Fachgebiet, Biologie. Das würde meiner Frau gefallen…

    Guten Sonntag.

    PS.
    Wo bleiben die Physiker zum Thema Kernenergie?

    PPS.
    Zu Pkt 9. Monotheistische Religionen sind die Blaupausen für jegliche Art Absolutismus/Faschismus.
    Ein Herr, eine Order, ein Buch = Faschismus in Reinform.

  26. Dorfbewohner

    Guten Tag, Syria Forever
    was ich an Ihnen gut finde, sind Ihre Bemühungen besser zu werden und “offene Flanken” einzuräumen.
    Auch schätze ich Ihre fleißige Kommentierung, die ich wegen selbstständiger Tätigkeit leider nicht hinbekomme. Ich kann oftmals nicht einmal die Kommentare alle lesen, weil mir dann die Zeit zum Studium von Sachartikeln verschiedenster Themen des obigen 10-Punkte-Katalogs fehlen würde.
    Aber heute ist Sonntag und ich habe ein bisschen Zeit.
    Den Begriff Studium habe ich bewußt gewählt. Denn geprägt durch ein klassisches Studium, das bei mir von 1968 bis 1973 noch “werthaltig” war – wenig getrübt durch den Unfug der ´68er – versuche ich seitdem immer, Vertreter “beider Seiten der Medaille” ausgiebig anzuhören um dann selbst Schlüsse ziehen zu können.
    Deshalb war für mich eben die Aufstellung von Christian Weiss so excellent gewählt, weil man heutzutage mit dem Outing, bei diesen 10 Themen den Gedankengängen der “anderen Seite” mehr abgewinnen zu können, meistens nur noch entsetzte Aufschreie und Pseudo-Religiosität “erntet”.
    Und auch Sie machten in meinen Augen den Fehler, die Aussage 2 nicht mehr wertfrei anzugehen.
    Gerade im letzten Kurzurlaub erklärte mir ein Winzer stolz, wie er durch Umstieg auf eine Weinsorte, die Schädlingsbefall “wegstecken” oder selbst reparieren kann, nicht nur auf umweltbelastendes Spritzen verzichten kann und dadurch wieder mehr Fauna im Weinberg hat, sondern er auch weniger Arbeit hat.
    Ganz ohne Bestnote in Biologie und Spezialkenntnisse in Molekularbiologie komme ich also zu dem Fazit: Aussage 2 trifft zu.
    Dabei weiß ich nicht einmal, ob das Dank Grüner, Roter oder sonstiger Gentechnik gelang.
    Nun kommt jedoch die Crux. Es gibt sicher auch Fälle wo die Bilanz nicht so einfach ist. Ja, wo die Aussage 2 falsch ist.
    Aber das ist halt unser Schicksal. Wir müssen nämlich ständig abwägen und auswählen.
    Wer jedoch nicht mehr abwägt, der kann auch nicht mehr auswählen. Wer nicht mehr auswählen kann, dem hilft es nicht einmal in einer Demokratie zu leben. Das wäre allerdings schon wieder ein nächstes “Faß” das wir besser an anderer Stelle “aufmachen”.

    Für den Fall, daß Sie bei Ihrer Haltung zur Kernenergie auch erst abwägen wollen, hier ein Link: http://www.nukeklaus.de

    Schönen Sonntag noch !

  27. Syria Forever

    Shalom Dorfbewohner.

    Es freut mich zu lesen in diesem Forum Herrschaften der alten Schule zu finden. Auch freut es mich zu lesen Ihr Unternehmen hat volle Auftragsbücher.

    Es liegt nicht an der Aufzählung. Einige Punkte sind einfach zu Umfangreich um diese schnell einmal zu diskutieren. Andere dagegen sind eindeutig. Punkt 5. Dazu gibt es nichts weiter zu sagen, selbstverständlich…
    – Wissen Sie, selbstverständlich sind wir nicht vor Vorurteilen gefeit. Vieles liegt in Erziehung, Kultur und Umfeld doch versuche ich, auch auf Grund meines Vorlebens, Vorurteilsfrei zu analysieren. Zugegeben, es gelingt mir nicht immer. Für wichtige Berichte oder Texte habe ich meine Frau. Wir kommen aus verschiedenen Welten und das eröffnet neue Horizonte.

    Ich komme aus der Analytik und beschäftige mich seit geraumer Zeit mit Geopolitik. Mein Beruf, oder besser meine Berufung, ist sammeln von Informationen. Lesen ist mein tägliches Brot und vieles davon ist heut zu tage online. Erleichtert die Dinge ungemein! Gleichzeitig erlaubt es ein wenig in Blogs zu schreiben.

    Zur Gentechnik, wie ich sagte ich bin kein Biologe geschweige Fachmann, kann ich nur aus der Geschichte und Geographie urteilen und wir wissen das Monokulturen aus Genetisch angepasst, veränderten Pflanzen, auf lange Sicht negative Auswirkungen auf Gesellschaften hat. Das kann bis zur Ausrottung einer Zivilisation führen.
    Jeder künstliche Eingriff in das sehr komplexe und fragile Gefüge der Natur hat Auswirkungen. Meist sind die, als Beispiel Bäume haben einen anderen Lebenszyklus, Auswirkungen verzögert. Wir haben als Gesellschaften etwas wesentliches aus der Urban Planung verlernt; Nachhaltigkeit.
    Wir denken und rechnen nicht mehr in Generationen wie unsere Vorväter.
    Deshalb mein Hinweis; Studie und Expertise sind nicht annähernd ausreichend um den Einsatz von Gentechnik zu gerechtfertigten.
    – Ein Bauer der in den letzten paar Jahren bessere Erträge und verbesserte Umwelt, objektive/subjektive Beobachtung, berichtet sind keine Expertise.
    Ich denke Sie verstehen meine Argumentation. Als Historiker und Mensch der in Jahrtausenden rechnet sind das keine fundierten Studien geschweige Resultate.
    Um als Gesellschaften zu bestehen, Weiterentwicklung und Fortschritt zu gewährleisten, sind nachhaltige Wissenschaft ohne Alternativen. Neudeutsch, Alternativlos. Und hier schliesst sich der Kreis zum Beitrag; „Das Gastmahl der Geistlosen“.
    Sie werden mir zustimmen; „If a man empties his purse into his head, no man can take it away from him. An investment in knowledge always pays the best interest.“ – Benjamin Franklin

    Guten Abend.

  28. Astuga

    @Dorfbewohner
    Das hat insofern Relevanz als die penetrant-dümmliche Kampfphrase (sich doch mal zu informieren – wenn man anderer Meinung ist) bei dem entsprechenden Aufforderer selbst wenig Wissen, dafür aber umso mehr unreflektiertes Nachplappern vermuten lässt.
    Erst recht wenn jemand normale Hybridisierung mit gentechnischen Methoden vergleicht.
    Glaubens mas, des is wos ganz anderes! 😉

    Ich hingegen sehe Gentechnik, wie angedeutet, ideologiefrei.
    Sie hat ihre Meriten, aber auch ihre Schwächen, erst recht wenn es bloß darum geht Pestizide zu verkaufen.
    Und gerade im Bereich Industrie und Studienergebnisse (siehe Link von Christian Weiss) sollte man sehr, sehr vorsichtig sein.
    Wer bezahlt die Studie, wer forscht daran mit, wer überprüfte die Studie, gibt es Metastudien etc.
    Der im Artikel erwähnte Studienleiter Matin Qaim ist beispielsweise alles andere als unabhängig, und arbeitet für div. industrienahe Organisationen (Stichwort Golden rice) und auch publiziert laufend ähnliche Studien mit behaupteten positiven Effekten (meist nicht nachprüfbar, da anonymisiert und mit undifferenzierter Datenlage).
    http://www.gen-ethisches-netzwerk.de/GID/228/frieling/positive-effekte-agro-gentechnik
    runterscrollen bis zu – 2. Ein genauer Blick auf die Datenqualität…

  29. Dorfbewohner

    @Astuga
    Ich weiß nicht, ob Sie Ihre Studien auch so betrieben haben, wie die selektive Auswertung der Kommentare hier.
    Was aber auffällt, ist die bekannte Strategie, wenn es argumentativ eng wird.
    Kann man nicht die Ergebnisse widerlegen, ist wahlweise die Person oder das Institut zu diskreditieren.
    Wenn Sie sich übrigens weniger bei nicht einmal behaupteten Details (Hybridisierung versus Gentechnik) verbeissen würden, könnten Sie Ihre Ideologiefreiheit beim eigentlichen Grund von
    CW ‘s Auflistung für die Kommentatoren und Mitleser gewinnbringend unter Beweis stellen.

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