Das Geheimnis des Führens

“…. Führen in Krisenzeiten heisst: in Unkenntnis aller Tatsachen entscheiden – und darauf hoffen, dass alles gut kommt. Es gibt kein Richtig und kein Falsch. Aber da Regierungen (und Manager) das nicht offen sagen können, tun sie so, als ob sie es besser wüssten. NZZ, hier

13 comments

  1. Gerald

    Dieser Artikel wurde von jemanden verfasst, der niemals zu führen gelernt hat. Ein Manager muss sich In der Unkenntnis als oberstes Gebot erst mal Klarheit verschaffen. Das heißt in einer aufkommenden Krise durch eine ansteckende Krankheit sofort Testgruppen definieren, nach geografischen wie auch nach demographischen Kriterien. Wo sind sogenannte Hotspots, wie sind die Ansteckungswege, wie die Entwicklung der Infektionen, etc. Regelmäßige Nachtestungen der bereits getesteten Menschen hätten ein klareres Bild erzeugt. All das hat auch eine österreichische Bundesregierung samt dem unendlich großen Heer an Beamten unterlassen, und zwar bereits im Vorfeld eines Ausbruchs in Österreich. Noch in China hätte man aktiv werden müssen. Auch die nichterfolgte Bevorratung mit Schutzeinrichtungen, Tests, etc. Zeugt von der Qualität der Manager. Was tun unsere Beamten imGesundheitsministerium den lieben langen Tag? Eine Delegation hätte noch im Dezember/Jänner nach China geschickt werden müssen, Warnungen gab es bereits. Was hat unsere Regierung gegen eine unfähige WHO unternommen, die auf ein ehemaliges UN Mitglied nicht hören wollen/dürfen und so den Ausbruch für die gesamte Menschheit als Bedrohung entstehen lassen. Durch diese Untätigkeit werden auch zukünftige Ereignisse lange unbeachtet bleiben. Dies ist ein gravierendes Fehlverhalten eines Managements. Ein Manager Kurz Mitsamt seiner gesamten Entourage wäre von jedem Aufsichtsrat gefeuert und mit Schadenersatzklagen eingedeckt worden. Die gesamte Pleiten-, Pech- und Pannenvorstellung dieser Manager vor, während und auch bereits nach der Coronapandemie in Österreich ist einfach nur peinlich und darf wohl als die größte Fehlleistung einer Regierung in der 2. Republik bezeichnet werden, zumindest die mit dem größten Schaden für Land und Leute.
    Wir haben nur Schönwetterkapitäne, beim ersten stärkeren Lüftchen nässen sie sich ein. Daher wahrscheinlich auch die panikartige Bevorratung mit Toilettenpapier in der Bevölkerung. Angesichts der gespürten Unsicherheit der Politik in der Bevölkerung versuchte man das Schlimmste zu verhindern. Und nun, nach der Krise, dankt man es den grandiosen Managern mit tollen Umfrageergebnissen, weil die Kleidung sauber blieb. Der Toilettenpapiervorrat wird langsam wieder abgebaut.

  2. Kluftinger

    @ Gerald
    Ihre Analyse: eine klassische ex post Betrachtung.
    Neben den vielen “hätte” man Voschlägen ist auch die Realisierbarkeit der Maßnahmen miteinzubeziehen.
    Da würde ich ihnen empfehlen, das System Verwaltung und das System politische Entscheidungen genauer zu betrachten . Dann erst sollten sie eine reale Einschätzung ihrer Argumente vornehmen.
    Und was das “feuern” durch den AR betrifft, glauben sie wirklich , dass der AR aufgrund seiner gesammelten Informationen so gehandelt hätte? (nehmen sie die Frau JPRW her als ausgebildete Fachmedizinerin, die hatte anfangs gegen den Mund- Nasenschutz argumentiert etc…)
    Ich bin mir nicht sicher, ob ich sie als Chef und Führungskraft glaubhaft eingeschätzt hätte?

  3. sokrates9

    Es ist normal auch falsche Entscheidunhgen zu treffen. Die Frage ist wie lange man braucht diese zu korrigieren!
    In der Regel ist “more of the same” der Standard, nicht aber das innehalten hinterfragen und dann einen anderen Weg einschlagen

  4. Gerald

    @ Kluftinger
    Ich HABE nicht HÄTTE Entscheidungen getroffen, als gelernter Automobilzulieferer ist man darauf trainiert, Entscheidungen auf der Basis von Tatsachen zu treffen, zumindest als technisch ausgebildeter. Da werden Risikoanalysen für jede Entscheidung erstellt und auch permanent auf den neuesten Stand gebracht und immer werden auch die wirtschaftlichen Konsequenzen bewertet. Das einfache Fehlen einer Schraube könnte einen Zulieferer in den Ruin treiben, wenn er den möglichen Bandstillstand bezahlen muss. Das kann schnell, selbst für ein paar Stunden in die Millionen gehen. Eine Entscheidung wie im Falle unserer Regierung führt in einem seriös geführten Unternehmen zur sofortigen Abberufung samt Entschädigungsforderung gegen die Verantwortlichen. Warum ist diese Praxis in Österreich nahezu unbekannt? Weil ein Großteil der Unternehmen versuchen Stillschweigen darüber zu bewahren, denn es wirft auch kein gutes Licht auf das Unternehmen selbst, wenn die Kontrollmöglichkeiten solche existenzbedrohenden Fehler ermöglichen. Dies würde wiederum die Aktionäre dazu aufrufen, die Ablösung sämtlicher Organe zu erwirken, um den Aktienkurs nicht ins Bodenlose abstürzen zu lassen.
    Selbstverständlich gibt es auch jeder Menge schwarzer Schafe auf allen Ebenen die in kriminelle Sphären abgleiten.
    Zusammenfassend, die Handlungen unserer Regierung waren nach meiner Meinung in ihrer Gesamtheit Grob fahrlässig und in den Details von dilettantisch bis kriminell.

  5. Gerald

    Zu meinem Kommentar vorhin:
    Die Aktionäre sind wir,
    Der Aufsichtsrat ist das Parlament, der Rechnungshof, etc.
    Die Manager sind unsere Regierung

  6. Kluftinger

    @ Gerald
    Was ihre Tätigkeit in der Privatwirtschaft betrifft: ihre Tätigkeit in Ehren und niemand will ihren Verdienst schmälern.
    Aber! Die Politik funktioniert anders. Es sind mir eine Menge von Zeitgenossen untergekommen, die das System Politik mit den Spielregeln (Gesetzte/Verordnungen etc…) in der Privatwirtschaft verwechselt haben.
    (sie forderten z.B. Kennzahl wo es schlichtweg keine vergleichbaren Werte gab etc..)
    Zur Ergänzung der Informartionslage für die Bundesregierung: bitte lesen sie die Erklärung der Europäischen Seuchenagentur im Februar 2020 und deren Einschätzung der “Corona-Gefahr”, die Verhaltensempfehlungen des Robert-Koch Institutes am Anfang der Pandemie (RKI ist eine Behörde und kein Wissenschaftsinstitut).
    Was ihren Vergleich bzw. Hierarchie vom Wähler bis zur Regierung betrifft, sie stimmt einfach nicht und ist bestenfalls am Stammtisch zu gebrauchen.
    Bitte lösen sie sich von ihren Weltbild aus der Wirtschaft in der Beurteilung politische Maßnahmen.
    (Verbesserungen sind immer möglich, aber brauchen Zeit, Geduld und Akzeptanz, besonders von der Opposition – wer immer gerade diese Rolle inne hat.)

  7. Gerald

    @kluftinger
    Ihr rosa Bild der Politik in Ehren, aber in meinem Weltbild erscheinen Politiker als Gauner und wer es noch nicht ist, war bislang nur zu blöd dazu.
    Und glauben sie mir, ich habe einige Politiker in verschiedenen Ländern kennengelernt, beim Handaufhalten waren sie ganz groß. Und reduzieren sie nicht die Wirtschaft auf Kennzahlen, es geht um Methode und Systematik um Entscheidungen zu treffen, hingegen in der heutigen Politik wird nach Emotionalität entschieden, genausogut könnte ich einen Wahrsager befragen.

  8. Kluftinger

    @ Gerald
    bitte unterschieden sie die politische Kultur anderer Länder mit der in Österreich.
    Si haben ja anfangs Herrn Kurz und sein Team in ihre Mangel genommen, bitte bleiben sie dabei und legen sie nicht Maßstäbe an, die in Österreich nicht in diesem Ausmaß vorhanden sind!
    (ich weiss schon: AKH Skandal , Lucona, BAWAG und viele mehr. Aber wir reden jetzt von der Gegenwart und da ist die “Beweislage” etwas dünner. Nur der Silbersteinskandal ist noch immer nicht geklärt!)

  9. Gerald

    @Kluftinger
    Wusst ichs doch, ihre Brille ist nicht rosa, die ist türkis😉

  10. sokrates9

    Die politische Kultur anderer mit derr in Österreich? Sorry sehe da wenig Unterschiede.Bin überzeugt dass sämtliche Polituer egal welchen Couleurs in die Ibizafalle getappt wären! Welcher Politiker möchte nicht die Kronenzeitung umdrehen? Die einen theoretisieren davon, andere tun es.

  11. Kluftinger

    @ Gerald
    Gratuliere! Sie haben die Reifeprüfung als gelernter Österreicher bestanden: “ohne Partei bin i gar nix”.
    Genau das ist der Punkt, keiner ohne Kasterl? Auf die iIdee, dass man (so wie ich) ohne Parteiprotektion und Parteimitgliedschaft existieren kann, kommt der gelernte Österreich nicht.
    Aber da kann ich auch nicht mehr helfen!

  12. Gerald

    Ich unterstelle niemandem einer Partei zugehörig zu sein, wenn auch mancher Leute Sicht parteipolitisch gefärbt scheint. Parteien sind mir der größte Gräuel unserer Republik und die Ausführenden aller Mißstände.
    Einem Stronach(als verunglücktem Politiker aber großartigen Unternehmer) oder einem Mateschitz würde ich eher Leib und Leben anvertrauen, als jedem Politiker unseres Landes.

  13. sokrates9

    Gerald@Stronach wurde perfekt vom ORF und den linken Medien abgeschossen! Seine Aussagen zu vielen österreichischen Problemen begonnen von der Rolle der gewerkschaften bis zu dem Niveau der Politiker waren alle zutreffend. Speziell die ORF – Kampagne als er das Tabuthema Todesstrafe nicht kapierte waren für ihm tödlich!

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