Das Geschäft der NGOs

(ANDREAS UNTERBERGER) Es gibt viele Gründe, warum wir die berühmt-berüchtigte Transparenzdatenbank dringend brauchen. Von Josef Pröll seinerzeit euphorisch angekündigt, ist sie immer noch nicht Realität. Sie wird von allzu vielen Seiten hintertrieben, denn sie würde ein Ende der Doppel- bis Mehrfachförderungen aus dem Steuertopf bedeuten. Ein Hauptgrund, sie doch noch durchzusetzen, wären die NGOs. Die Zeltlager, die sich die Innenministerin angesichts des enormen Flüchtlingsansturms zu errichten gezwungen sah und die niemand als etwas anderes als eine Notlösung ansieht, waren wieder einmal Grund für die Vertreter sämtlicher involvierter NGOs – allen voran die notorischen Kämpfer von Diakonie und Caritas – über die Ministerin im Speziellen und das Land im Allgemeinen herzuziehen. Kein Angebot, leerstehende Klöster oder Gemeindesäle zur Verfügung zu stellen. Da hat man ja so seine Erfahrungen mit den (später für einige Zeit im Servitenkloster untergebrachten) Votivkirchen-Besetzern. Keine Alternative, nur Schelte. Irgendwann fiel dann so ganz nebenbei der demaskierende Schlüsselsatz: Frau Mikl-Leitner soll endlich das Betreuungsgeld, das den NGOs im Flüchtlingsgeschäft ausgezahlt wird, erhöhen, dann wird sie keine Zeltlager brauchen. Genau da sind wir: Die vielen guten Organisationen sind nur gut, wenn sie unser gutes Geld bekommen. Und trotzdem beißen sie, wann immer sich die Gelegenheit bietet, die Hand, die sie füttert. Sie sind ja „Nicht-Regierungs-Organisationen“, darum wird ihre Kritik oft als gewichtig wahrgenommen (zumindest medial). Wie sehr sie sich durch Steuergeld finanzieren, wird aber verschwiegen. Sie wissen immer, was gut, richtig, notwendig ist – und vor allem, dass ihre staatlichen Geldgeber immer alles falsch, unmenschlich, dumm machen. Dabei fehlt immer noch jegliche Transparenz, welche Summen die Herrschaften von Caritas, Diakonie bis Greenpeace oder Zara einstreifen. Niemand hat den Überblick, wie viel aus welchen Quellen (Ministerien, Gebietskörperschaften) auf ihre Konten fließt. Das wäre eine Aufgabe für den Finanzminister. Wenn schon nicht aus Budgetzwängen, dann doch wenigstens um dem Masochismus (oder ist es doch populistische Dummheit?) ein Ende zu setzen, dass man sich seine wildesten Kritiker als Fachminister auch noch selbst bezahlt. Nicht, dass die meisten NGO’s nicht auch gute Geschäftemacher wären. Wie beispielsweise Global 2000, die Umwelt-NGO, die dem REWE-Konzern ihren Segen für das angebotene Obst und Gemüse gibt – gegen Bares, versteht sich. So erkauft man sich heutzutage das Zertifikat „umwelt- und klimabewusst“, ganz egal, was man wirklich macht. Ablass nannte man das zu Martin Luthers Zeiten. Wie dem auch sei, der splendabelste Financier sind ungefragt wir alle. Ungefragt, ob wir diese Anliegen und die Doppelgesichtigkeit der NGO-Funktionäre überhaupt unterstützen wollen. Wirkliche Hochachtung für zivilgesellschaftliches Engagement könnten sie alle nur dann erlangen, wenn sie sich nicht mehr über undurchsichtige Mehrfachsubventionen, sondern nur aus freiwillig erbrachten Spenden und Mitgliedsbeiträgen finanzieren würden. Aber das ist halt nicht so einfach wie sich am Steuergeld zu bedienen. (“TB“)

11 comments

  1. Fragolin

    In den USA startet gerade ein Prozess gegen ein Netzwerk aus 4 sogenannten Krebshilfe-Organisationen, die 97% der eingenommenen Spenden (dreristellige Millionenhöhe!) zum Füllen der eigenen Taschen verwendeten und nur 3%, faktisch als Werbungskosten, in Krebsprojekte fließen ließ.
    Für andere Bessermenschorganisationen gilt natürlich die Unschuldsvermutung. Deshalb müssen wir Transparenz dringend vermeiden; die Gefahr der Desillusionierung des sedierten Zahlviehs wäre einfach zu groß…

  2. Thomas Holzer

    “Das wäre eine Aufgabe für den Finanzminister”

    Nein, eben nicht! Es ist nicht Aufgabe des Staates, der Politikerdarsteller, auf Kosten der Steuerknechte ihnen genehme oder weniger genehme NHOs zu unterstützen.

    Die einzige Aufgabe des Finanzministers wäre es, diese Subventionen inner 24 Stunden auf Null zu setzen und gleichzeitig, als erstes Mosaiksteinchen einer wirklichen Steuerstrukturreform, die Absetzbarkeit der Spenden an ausgewählte NGOs ebenfalls abzuschaffen

  3. Herbert Manninger

    Richtig, Herr Holzer!
    Witzig, dass wir von Nichtregierungen, ,,legitimiert” durch ORF&Co., regiert werden.
    Deswegen: Entzieht ihnen jegliche Subvention!
    Und, gleich in einem Aufwaschen: Weg mit der GIS! Bringt mehr als diese lächerliche Steuerreform.

  4. Thomas Holzer

    @heartofstone
    Nirgendwo 😉
    Weil Unterschriften in solchen causen nichts, aber auch gar nichts ändern

  5. sokrates9

    Man sollte auch mal die Ausbildung und den Background diverser NGO´s hinterfragen! Nicht jeder der eine ” wichtige wissenschaftliche Arbeit” präsentiert hat entsprechenden wissenschaftlichen Background! das richtige Parteibuch / Gesinnung ist wichtiger!

  6. Kevin Brutschin

    Erstmal: Top-Beitrag zu den den immer schlimmeren und in keinster Weise mehr akzeptablen Missständen im Hilfsorganisationsbereich, danke. Kleine Anfügung bzgl. Transparenz/Unabhängigkeit im NGO-Bereich: Kaum eine/r weiss, dass der Verantwortliche Spendenbeschaffung bei Caritas Schweiz der Mann der Präsidentin vom ICFO ist. Das ICFO ist ein internationaler Zusammenschluss von Hilfsorganisationskontrollstellen, wozu auch das Österreichische Spendengütesiegel gehört. Wundern die Missstände bei den NGO noch irgendjemanden?

  7. Thomas Holzer

    @Kevin Brutschin
    Soll meinetwegen sein, aber nur dann! wenn nicht zusätzlich Steuergeld an diese Vereine verschwendet wird., respektive diese Vereine steuerlich begünstigt werden

  8. Rennziege

    Greenpeace, von seinen edel motivierten Gründern längst frustriert verlassen, ist mittlerweile ein hochprofítabler weltweiter Konzern, der haargenau in jene subventionierten Öko-Projekte investiert, die seine Lobbyisten den Regierungen aufgeschwatzt haben. Letztere belohnen dieses schamlose Verhalten auch noch, indem sie dem Konzern direkte Zuwendungen machen. Alles, “um die Welt zu retten”.
    Gutmenschliche Spenden, von denen 45% für Werbung und Akquise neuer Naivlinge draufgehen, fließen teilweise in medienlastige Attacken und Kampagnen, die wenig später als Photoshop-Montagen (das einsame Eisbärchen auf einer angeblich schmelzenden Eisscholle) oder als unbegründete Panikmache (Waldsterben, Feinstaub, CO2, Kartoffelchips, Passivrauchen, Brent Spar) aufgeblattelt werden. Der Rest wirbt für Wind- und Solarenergie, um die eigenen Investments (auch in der Styropor-Isolierungswahnsinns-Industrie) zu pushen. Eine florierende Geschäftsidee, dem Ablasshandel der Kirchen im Mittelalter abgeschaut.
    Der BUND (Bund Umwelt- und Naturschutz Deutschland) arbeitet ähnlich, hat nur noch nicht die volle Chuzpe der Grünpisser erreicht.
    Damit sind aber nur die größten Abgreifer von Spenden und Subventionen erwähnt. Es gibt Hunderte mehr auf der Welt; alle leben gut und zahlen ihren Chefs fürstliche Gagen. Und lachen sich tot über die Idioten, die sie mit Penunzen ohne Zahl überschwemmen, zu der frommen Ansicht verleitet, sie täten damit etwas Gutes.

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .