Das letzte Aufbäumen der Meinungsführer

Von | 13. November 2016

“……Mit breiter Brust (trotz schrumpfender Anzeigenverkäufe und erhöhter Medienskepsis unter den Lesern, Hörern und Zuschauern) waren nahezu alle großen deutschen Medienhäuser Wochen und Monate vor der Wahl angetreten, um ihre einfache Botschaft auch in die letzten Winkel der Bundesrepublik zu posaunen: Trump ist der Böse, und dieser Fremdenfeind, Schwulenfeind, Frauenfeind wird niemals Präsident. Niemals! Wie wir wissen, kam dann doch alles anders. Im Volksmund bekanntlich die einzige Sicherheit.

Nun ist der Frust groß, was sich wunderbar an einer kleinen Presseschau ablesen lässt. So glauben unter anderem Handelsblatt, STERN und SPIEGEL, facebook habe Mitschuld am Wahlergebnis. Und die einstmals liberal-konservative FAZ ist sicher: „Selbst die Gründungsväter hätten das nicht kommen sehen“. Nikolaus Blome schreibt in „Bild“: „Es wäre leicht, die Amis jetzt für verrückt zu erklären, denn es ist ja wahr“. Währenddessen empört sich der Deutschlanfunk, dass die Börse – trotz Trump – partout nicht ins Chaos stürzen will….” (hier)

7 Gedanken zu „Das letzte Aufbäumen der Meinungsführer

  1. Fragolin

    Sie haben nichts gelernt. Gar nichts.
    Ich habe so das Bild vor dem inneren Auge, wie Margot Honecker auch 20 Jahre nach dem Ende der DDR in Chile unter einer Ährenkranzflagge sitzt und mit den alten Getreuen den von imperialistischen Konterrevolutionären errungenen temporären Rückschritt auf dem Weg zur kommunistischen Weltreligion betrauert.
    Gegen die Ideologieschicht auf deren Hirnrinde ist Teflon geradezu ein Schwamm.

  2. Fragolin

    Die neue Meinungsmacher-Vokabel ist “abgehängt”. Sie schwadronieren darüber, warum sich so viele abgehängt fühlen und wie es kommen konnte, dass so viele abgehängt werden, und warum die Abgehängten sich nicht mitgenommen fühlen – und wieder pippilanggstrumpfisieren sie sich eine eigene Realität. Die Leute fühlen sich nicht abgehängt, denn das würde implizieren, dass sie dem achsoschnellen superguten Fortschritt nicht nachhechln können, sondern sie wollen durchaus da bleiben wo sie sind und ihr Leben leben wie bisher, ohne pc, Gender, Multikulti, Islamophilie und bunter Bereicherung mit Kriminellen und Vergewaltigern. Nicht “sie” wurden abgehängt, sondern “ihr” seid abgehoben!
    Sie haben nichts gelernt. Gar nichts.
    Armin W., den Namen kennt jeder und sogar der Forenblocker springt darauf an, hat in seiner Brand(stifter)rede gewettert, die Meinungsformer müssten jetzt in die “Echokammer” der Abermillionen Netz-Nutzer hineinbrüllen – auf die Idee, dass die Abermillionen das freie Feld und die eigene vermiefte Redaktionsstube, die ihre Propaganda nur noch aus Agenturnetzwerken saugt, die eigentliche Echokammer ist, kommen die nicht.
    Sie haben nichts gelernt. Gar nichts.

  3. Rupert Wenger

    Erstaunlich ist die Rechtfertigung eines Journalisten der Welt unter dem Titel: “Warum sah ich Trumps Sieg nicht kommen?”. Er trennt leider nicht die beiden Fehler, die er machte. Die fehlerhafte Voraussage des Ergebnisses und sein eigentliches Fehlverhalten in Form der versuchten Beeinflussung der Wahl werden bunt vermischt. Jedenfalls schreibt er, er hätte bei der Anstellung eine Loyalitätserklärung unterschreiben müssen, und er zitiert sie sogar, vermutlich aber bereits entschärft. Damit wird klar, wie die Herrschaft der Parteien über die Medien funktioniert: Dem Herausgeber legt man Bedingungen für die Förderung auf, und der berücksichtigt sie bei der Personalauswahl und setzt sie in Grenzen für die Freiheit seiner Journalisten um, weil er das Blatt ja wirtschaftlich führen muss. Leises Schmunzeln hat mir eine großflächige Werbung für Abonnements in dieser Zeitung am Tag nach der Wahl Trumps verursacht. Offensichtlich hat der Verlust an zahlenden Kunden die Förderungen durch das System bei Weitem übertroffen.

  4. mariuslupus

    Die Meinungsmanipulierer werden nichts lernen, sie brauchen auch nichts dazu lernen. Sie biegen sich die Ergebnisse so zurecht, wie sie die sogenannten Meinungsumfragen, auch zurechtgebogen haben. Sie werden aus den bisherigen Erfahrungen nichts lernen, weil diese Ereignisse ausserhalb ihrer Wahrnehmungsbreite geschehen sind. Die Arroganz erlaubt es einen progressiven Journalisten nicht, den Menschen auf der Strasse, wirklich zuzuhören. Die Ideologie bestimmt was ein “pogressiver” Journalist wahrnimmt. Die Monopolisten der Meinungsgestaltung wissen, ihnen gehört die Zukunft. Sie werden auf diesen Weg weitermaschieren. Wer soll sie aufhalten ? Die Unterstützung von Merkel&Co, haben sie, ein gesichertes Auskommen, auch.

  5. Fragolin

    @Rupert Wenger
    Das ist etwas, was die gesamte Gesellschaft durchseucht: solche “Loyalitätserklärungen” gibt es aus zuverlässiger Quelle auch bei den österreichischen REWE-Ablegern; sollte eine Verkäuferin dagegen verstoßen und sich z.B. “rassistisch” oder “islamophob” oder auch nur wahrheitsgemäß über Ladendiebstahl durch Migranten äußern (und das auch im höchst privaten Umfeld), wird sie gefeuert. Wen wird diese Verkäuferin wohl wählen, wenn sie die Chance bekommt?

    @mariuslupus
    Natürlich darf ein progressiver Propagan… äh, Journalist dem Menschen auf der Straße nicht zuhören, denn sonst würde er die Selbstdefinition des verhassten “Populisten” erfüllen und müsste sich selbst hassen. Das ist ja das Blöde: dadurch, dass der politische Gegner genau das macht, was eine Demokratie leben lässt und sie selbst zu allem, was der tut, behaupten, genau deshalb dürfe man das gleiche auf keinen Fall tun, bleibt ihnen selbst kein Handlungsspielraum mehr. Sie müssen sich die Welt schön reden, weil alles, was die Wlet praktisch verbessern könnte, wird inzwischen vom bösen Konkurrenten eingesetzt. Diese Kaste hat fertig.
    Auf die Unterstützung Merkels würde ich auch keinen Eierschwamm mehr wetten, die Provinzverwalterin von Germanistan hat nämlich gerade einen äußerst (er)nüchtern(d)en neuen Obertan vor die Nase gesetzt bekommen, der ihr wahrscheinlich recht schnell klarmachen wird, wer hier der Boss ist und wer die Bedingungen stellt. Ich rechne unter einem Präsidenten Trump nicht damit, dass Merkel die nächste Wahl politisch überleben wird, wahrscheinlich tritt sie nicht einmal an.

  6. mariuslupus

    @Fragolin
    Ihren Optimismus möchte ich haben. Befürchte, dass Merkel, Trump überleben wird. Politisch meine ich.
    Die Hetzpropaganda gegen Trump hat cca 90 Sekunden nach der Bekanntgabe der Zahl der Wahlmänner, begonnen.
    Die Hetzpropaganda angeführt von CNN, NYT geht weiter. Sie wird bis November 2020 weiter gehen. Die Linke ist nur in einen Bereich lernfähig und dass ist die Machtgier. Die Linke wird auf dem Gebiet, aus ihren Fehlern gelernt haben, wird die Verleumdungspropaganda fortsetzen, wird Menschen erfolgreicher einschüchtern, wird sie in ihrer beruflichen Existenz bedrohen. Bis sie ihr Ziel, wieder an der Macht zu sein, erreicht.
    Bemerkung, der amtierende Präsident der USA hat kein Wort gesprochen, um die Lage in den US Städten zu beruhigen. Im Gegenteil, die Gewalt in den Strassen, das Verprügeln von Trump Wählern, entspricht offensichtlich der Ideologie des Friedensnobelpreisträgers.

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