Das Opfer-Abo der Palis

“Deutsche Medien verdrehen die Wahrheit, wenn es um Gewalt gegen Israelis geht. Immer sind Palästinenser die Opfer und die Zweistaatenlösung ist alternativlos. Das befeuert Gewalt gegen Juden.” (hier)

5 comments

  1. elfenzauberin

    Dem Autor dieses Artikels sind Gründe für diese tendentiöse Berichterstattung unklar. Er gehört damit einem durchaus erlauchten Kreis an. DIe Unklarheit darüber kann beseitigt werden, wenn man sich ein wenig mit der neueren Geschichte befasst.

    Israel ist ein Kind des Holocaust. Ohne dieses Ereignis gäbe es Israel wohl nicht. Waren bis in die frühen 70-iger Jahre die Sympathien eindeutig auf Seiten Israels, so änderte sich das mit der Ölkrise. Der 6-Tage-Krieg wurde in den europäischen Medien mit martialischen Worten gefeiert. Der jüdische Fleiß, der die Wüste in fruchtbare Orangenplantagen verwandelte, stand im krassem Gegensatz zu der Inaktivität der Araber, die zwar dort schon lange lebten, aber nichts gleichwertiges zustande brachten. In den Medien herrschte quer durch alle politischen Lager eine ausgeprägte Israelophilie, man hörte damals Schallplatten von Abi und Ester Ofarim, deutsche Bürgermeister bereisten israelische Kibbuz, wo sie den Menschen ob der begangenen Verbrechen dort tränenüberströmt um den Hals fielen usw. Sogar die extreme Linke war israelophil bis zum Anschlag. So publizierte damals Ulrike Meinhof in der Zeitschrift Konkret Artikeln, deren Israelophilie sogar die der Systemmeiden bei weitem überstieg.

    Mit der Ölkrise änderte sich das. In Europa ging die Angst um, dass man ohne Erdöl dastehen würde. Zeitgleich gab es die Veröffentlichtungen des Club Of Rome, die angesichts der zu Ende gehenden Rohstoffressourcen ein düsteres BIld der Zukunft zeichneten. In dieser Zeit wurde erste Kritik an Israel hörbar, auf den Straßen sah man die ersten Leute mit dem Palästinensertuch (keine Moslems, sondern Eingeborene). Immer weiter kippte die Stimmung zu Ungunster der Israelis – ablesbar war das an der europäischen Berichterstattung über den Jom Kippur Krieg, wo diese antiisraelischen Tendenzen schon merkbar waren. Auch die extreme Linke änderte ihre Position und Ulrike Meinhof fand sich schlußendlich in einem palästinensischen Ausbildungslager wieder.

    Vergessen werden darf auf keinen Fall der Einfluss des Ostblock, der auf den Zug der antiisraelischen Stimmung aufsprang und besonders unter den europäischen Linken starke antiisraelische Stimmung machte. Es war von israelischen Imperialismus die Rede, auch von Faschismus usw – linke Propaganda, wie man sie eben kennt.

    An diesem antiisraelischen Kurs hat sich bis heute nichts geändert. Isreael kann machen, was es will – unter den derzeitigen Umständen wird Israel von den europäischen Systemmedien immer als Bösewicht dargestellt werden.

    Dass die Israelis so ziemlich die einzigen sind, die gegen die Islamisierung des Abendlandes auftreten und damit unsere Verbündete sein sollen, das haben noch die wenigsten kapiert.

  2. caruso

    Mit Beginn der Erpressung der arabischen Ölstaaten gab der EWG (aus der späte die EU wurde) nach und verkaufte sich für die Sicherung des Öls zu erträglichen Preisen und rel. Verschonung vor Attentaten an die Araber. Nachzulesen in den Büchern von Bat Ye’or, in denen alles dokumentiert ist.
    lg
    caruso

  3. aneagle

    Guter Artikel, gibt Mut und Hoffnung für Herz und Hirn.
    Piatov wundert sich zu recht, wenn es genügt als Opfer einer Gewaltattacke mit dem Gewalttäter zumindest auf eine Stufe gestellt zu werden.
    Was ist darunter zu verstehen, wenn die Opfer von Frau Merkel zur Verhältnismäßigkeit aufgerufen werden?
    Kleiner Trost für die Staatsratsvorsitzende: In 5 Jahren wird Frau Merkel , angesichts der von ihr mit angerichteten humanen Katastrophe der neuen Siedler in der neuen deutschen Gesellschaft Gelegenheit haben, höchst selbst eine Neubewertung der Verhältnismäßigkeit vorzunehmen, falls Frau Merkel dann noch in einer Rolle ist, wo sie eine Rolle spielt.

    Wenn Herr Piatov sich heute über den grottenschlechten Journalismus als feigen gehässigen Erfüller der Umkehr der Täter-Opferrolle wundert, ist das seiner Jugend geschuldet.
    Aber kein Grund zum wundern- Hier schreiben die Enkeln ihrer Großväter die Schlagzeilen. Die Quelle, aus der es noch rinnet aus moosigem Stein, ist in den frühen 1940ern verortet und ist wohl die Mutter aller deutschen Journalismusblüten:
    “Jüdischer Radfahrer beißt deutschen Schäferhund”. 🙂

  4. Mona Rieboldt

    @Elfenzauberin
    “Israel ist ein Kind des Holocaust”
    In der Gegend “Palästina” lebten auch vor dem Staat Israel viele Juden. Aus dem Grund wollte ja auch der Großmufti von Jerusalem mit den Nazis zusammen arbeiten, um alle Juden dort zu vernichten.

  5. astuga

    Wobei heutzutage Israel ebenso ein Kind der Judenvertreibung aus dem gesamten islamischen Raum ist.
    Und das sog. Pogrom von Farhud fand auch bereits während des 2.WK. statt.

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