Das “Postfaktische” und seine hohe Lebenserwartung

Von | 17. Oktober 2016

(ALEXANDER MESCHNIG)Nachdem ich ein paar Wochen im Ausland verbracht habe, bricht die Berichterstattung in Deutschland wieder mit geballter Wucht auf mich ein. Für hauptberufliche Satiriker bedeutet 2016 ein weiteres verlorenes Jahr. Da kommt die deutsche Bundeskanzlerin zum Schluss „man habe lernen müssen, dass es nötig sei, Europas Außengrenzen zu schützen, wenn man innerhalb Europas die Freizügigkeit wolle.“ Äußerst beruhigend, dass solche Einsichten nun bei den Regierenden angekommen sind, das konnte man tatsächlich bis gestern noch gar nicht wissen. Konsequenzen daraus, natürlich keine. Da empfiehlt dieselbe Merkel den Deutschen, inspiriert vom Tourismusgipfel in Berlin, doch mehr Urlaub in arabischen Ländern zu machen, also genau dort, von wo die sog. Schutzsuchenden angeblich fliehen. Da erkennt der deutsche Innenminister nach einer längeren berufsbedingten Amnesie, “wir haben die Bedeutung von Religion unterschätzt“, eine Erkenntnis die übrigens bis vor kurzem noch als islamophob galt.

Da beklagt Lamya Kaddor, mediales Aushängeschild eines unbedeutenden islamischen Verbandes, zunehmenden (gähn) Rassismus in Deutschland, wird in den Leitmedien mit ihren Thesen hofiert, spricht von einer „Bringschuld der Deutschen“ und das überwiegend linksgrüne Studiopublikum klatscht glücklich ob dieser Forderung. Die Bilder „demonstrierender“ Kulaken in der Stalinzeit, die auf großen Plakaten ihre eigene Abschaffung fordern – allerdings auf weniger freiwilligen Basis – drängen sich unwillkürlich auf.

Da terrorisieren in Bautzen minderjährige „Flüchtlinge“ über Monate Einheimische. Als diese sich wehren, folgen die obligate Medienbeschimpfung des rassistischen Ostens und eine – allerdings spärlich besuchte – Lichterkette der Aufrechten. Da darf die Stasi-Mitarbeiterin Annetta Kahane, Leiterin der mit staatlichen Steuergeldern finanzierten Amadeu-Antonio-Stiftung, im ARD-Nachtmagazin unwidersprochen behaupten, dass der „Rechtsextremismus in der Mitte der Gesellschaft“ zu verorten sei. Diese Liste ließe sich endlos fortsetzen. Deutschland im Oktober 2016.” (weiter hier)

10 Gedanken zu „Das “Postfaktische” und seine hohe Lebenserwartung

  1. vater dreier entzückender kinder

    …zwickt’s mi! es ist in der tat unglaublich, vor allem so aufgelistet, aber leider wahr.
    das unterste ist in deutschen landen zu oberst gekehrt. und das beschimpft uns Autochthone als pack.

  2. Fragolin

    @Christian Peter
    Dann kann er gleich bei “#Aufschrei” anfangen zu ermitteln, die Leute haben sich ja bei dieser hassgetriebenen Hetzkampagne recht deutlich zu erkennen gegeben. 😉
    Wenn die Linken etwas gar nicht vertragen, dann dass ihr politischer Widerpart ihre eigenen Waffen verwendet.
    Wie die “Terroranschläge” der Identitären, die Plakate von Gebäuden rollen oder Propagandaveranstaltungen mit Trillerpfeifen stören – hui, da fährt ein Furor durch die linksextremen Horden, wenn man ihnen den Eulenspiegel vorhält. Da kann man nur sagen: Volltreffer!

  3. Fragolin

    Ha nochwas: Wenn es Strafen setzt, wenn jemand durch “shitstorms” hasszerfressener Banden zu Schaden kommt, sagen wir mal, weil dann selbst harmlose unpolitische Werke von ihm aus dem Buchhandel verbannt werden, nur weil ein wutheulender Mob sich über eine (auch noch falsch widergegebene) Aussage aufregen und ihren ganzen Hass über einen Menschen schütten, wäre die sofortige Rehabilitation des “kleinen Akif” angesagt…

  4. Reini

    die Sozialisten und Linken wollten diese Flüchtlingspolitik, welche sie bis heute nicht unter Kontrolle haben, und auch nicht mehr unter Kontrolle bringen, treiben sie das Volk ins Rechte Eck,… und dies war erst der Anfang! Züchten nicht die Linken Rechte heran?

  5. waldsee

    ich habe mir die vita der frau kahane angeschaut und verstehe jetzt mehr.bei der kaddor habe ich auf die recherche gleich verzichtet.

  6. Falke

    Dass man bei freier Meinungsäußerung in Deutschalnd berufliche Nachteile befürchten muss, weiß man bereits seit 2010, als die Deutsche Bundesbank Thilo Sarrazin nach Veröffentlichung seines Buches “Deutschland schafft sich ab” gleich kündigte. Dass sich Sarrazin erfolgreich dagegen wehrte (und die Bank dann Millionen bluten musste), ist lediglich seiner Prominenz und seinem starken finanziellen Rückhalt zu verdanken; ein Herr Meier oder Müller hätte da wohl keine Chance gehabt.

  7. wbeier

    “Kein Volk kann über längere Zeit unterjocht werden, wenn es nicht irgendwie an seiner eigenen Unterjochung teilnimmt”
    (Gandhi)
    “Kein Volk kann in und aus seinem Land verdrängt werden, wenn es nicht irgendwie an seiner eigenen Verdrängung teilnimmt.”
    (wbeier)

  8. mariuslupus

    Der Charakter von Herrn Meschnigg ist mit Hochactung zu bewundern. Lebt in Berlin und schreibt so kluge Sätze.
    Linguistisch trifft der Vergleich der Sprache in totalitären Staaten, mit der Sprache im Merkels Reich voll zu.
    Die Lingua Tertii Imperii feiert die Auferstehung in einen, nicht ganz neuen, aber etwas geänderten Gewand.
    Im Dritten Reich wurden Niederlagen immer als taktische Siege, beschrieben, die es ermöglichen die strategischen Linien zu verkürzen Bis es nichts mehr zu verkürzen gab.

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