Das Pyramidenspiel der Migration und sein Ende

(GEORG VETTER) Als noch keine Handys und Computer für den Vertrieb der Langeweile sorgten, lasen viele Kinder Bücher von Karl May (z.B.: “Von Bagdad nach Stambul“, „Durchs wilde Kurdistan“, „In den Schluchten des Balkan“). Im ersten Band „Durch die Wüste“ liest man zu Beginn folgende Zeilen: „Und ist es wirklich wahr, Sihdi, dass du ein Giaur bleiben willst, ein Ungläubiger, der verächtlicher ist als ein Hund und widerlicher als eine Ratte, die nur Verfaultes frisst?“ – „Ja.“ – „Sihdi, ich hasse die Ungläubigen und gönne es ihnen, dass sie nach ihrem Tod in die Dschehenna kommen, wo der Teufel wohnt. Dich aber möchte ich retten vor dem ewigen Verderben, das dich ereilen wird, wenn du dich nicht zum Ikrar bi’l-lisan, zum heiligen Zeugnis bekennst. Du bist so gut, so ganz anders als andre Herren, denen ich gedient habe und deshalb werde ich dich bekehren, du magst wollen oder nicht.“ So sprach Halef, der Diener des Effendi, dessen gesamten Name so manch einer noch heute auswendig zu wiederholen weiß.

Karl May schrieb vor weit mehr als einem Jahrhundert Bücher über Gegenden, die er nie selbst bereiste und die er in bestechender Genauigkeit schilderte. Als wäre die Zeit stehen geblieben erfährt man darin vieles, was noch heute Aktualität im Nahen Osten besitzt: Über das Verhältnis zwischen Arabern, Kurden und Türken, über die Gebräuche, über die Einstellung zu Fremden, über die Religion. Ja selbst die Differenzen zwischen Sunniten und Schiiten beschreibt er in einer Klarheit, mit der noch heutige Kriege erklärbar sind.

Hätten jene modernen Romantiker, denen alles Fremde gut und alles Eigene konstruiert erscheint, doch wenigstens Karl May gelesen, will man sich denken. Der Bezug zur Realität scheint verloren zu sein. Sicherheitspolitik wurde im wirtschaftszentrierten Europa prinzipiell durch Finanzhilfe kompensiert und so sollte es ewig weitergehen.

70 Jahre Friede sind in der mitteleuropäischen Geschichte eine so lange Zeit, dass kaum ein Vergleich ins Auge fällt. Wir sind sorglos geworden und hören nicht auf Leute wie André Glucksmann, der schon lange davor warnt, dass wir lieber schlafen als kämpfen. Keiner weiß mehr, was Machiavelli, Clausewitz oder Aron lehrten. Justitia ohne Schwert ist zum Ideal einer blauäugigen Generation verkommen.

In einem Pamphlet aus dem Jahre 1620 liest man: „ Wie viele stehen herum und warten, / o Deutschland! / um sich Deine Gewänder zu teilen? Sind sie nicht schon vielen versprochen, die nur auf die Stunde deiner Zerstörung warten? Wie lange noch glaubst du im Wohlstand verbleiben zu können?“

Deutschland wird und kann nicht weiter warten. Wenn nächsten Sonntag die Wahllokale in Wien schließen, wird wohl das Pyramidenspiel des Durchwanderns sein Ende finden. Dann wäre es logisch, wenn die Deutschen keine Rücksicht mehr nehmen auf einen nachbarlichen Wahltermin nehmen – und die Grenzen dicht machen. Selten in der Geschichte schien man den Beginn einer Kulmination so exakt erahnen zu können.

10 comments

  1. Rado

    Am Ende ist dieses Spiel noch lange nicht. Auch Wohnraum für die Einwanderer ist in fast unermesslichem Ausmaß in Österreich verfügbar. Man braucht nur den Österreichern ihre Wohnungskredite fällig zu stellen!
    Da hat man mit Konrad ausgerechnet einen Banker als Asylkoordinator bestellt und der soll noch nicht auf diese Idee gekommen sein? Die drakonischen Erhöhungen von Grundsteuer und Grundbucheintragungsgebühr gehen ja eh schon in die richtige Richtung. Bei der Verflechtung von heimischen Banken und Regierung ist der Hinauswurf der Österreicher aus ihren Häusern doch wohl eine Übung der einfacheren Art!

  2. Selbstdenker

    @Rado:
    Da meldet sich wieder der Reflex “Die werden doch nicht etwa…”.
    Die Antwortet lautet meistens “…doch, sie werden!”
    Und warum? Weil “unsere” Eliten eine unendliche Bereitschaft zum Verrat haben.

    Und wie sie schon geschrieben haben: man wird nicht gleich die Kredite fällig stellen, sondern man wird imersten Schritt die Voraussetzungen schaffen, um im zweiten Schritt die Kredite massenhaft fällig zu stellen.

    Eigentlich müsste man nur eine Vermögenssteuer auf Basis des Verkehrswertes zusammen mit einer gleichzeitig vorgenommenen massiven Zinserhöhung einführen. Und die Österreicher können die Koffer packen.

  3. Lara

    @rado&selbstdenker: Dieses Szenario birgt für unsere Politiker nur eine Gefahr: Die neuen Herren über Österreich werden ihre eigenen Politiker in die Ämter wählen, die Zeit unserer Amtsinhaber ist dann beendet, sie gehen mit uns unter.

  4. astuga

    https://de.wikipedia.org/wiki/Viridiana
    Handlung
    “Viridiana widmet sich der Armenfürsorge.
    Sie bringt eine Gruppe von Bettlern in einem Nebengebäude unter und versorgt sie mit dem Nötigsten.
    Als die Hauseigentümer zu einem Notartermin in eine weit entfernte Stadt reisen, nutzen die Bettler die Gelegenheit, um im Haus ein Festgelage zu veranstalten, richten dabei einige Verwüstung an und werden schließlich von den vorzeitig zurückkehrenden Hauseigentümern überrascht. Einer der Bettler schlägt Jorge nieder, ein anderer versucht, Viridiana zu vergewaltigen. Die vom Hausmädchen Ramona gerufene Polizei kann noch Schlimmeres verhindern.”

    Hintergrund
    Der Film stellt die (…) Frömmigkeit und Moral der damit nicht immer vereinbaren Realität gegenüber.
    So reicht beispielsweise Viridianas religiöser Eifer so weit, dass sie im Gepäck eine Dornenkrone mit sich führt, doch die Gefühlslage ihres Onkels nachzuvollziehen gelingt ihr nicht. Den Bettlern lässt sie zwar viel Zuwendung zukommen und betet oft mit ihnen, kann jedoch nicht absehen, dass deren Wünsche eines Tages über gute Worte, Brot und Gebet hinausgehen.

  5. Christian Peter

    Man kann sich ausmalen, was passiert, wenn Deutschland nach den Wien – Wahlen die Grenzen schließt, denn gerade jetzt wird eine Flut an Neuankömmlingen erwartet : Nach Schätzungen der deutschen Behörden werden alleine in den Monaten Oktober bis Dezember 920.000 illegale Einwanderer erwartet.

  6. Enpi

    oder nach neueren Meldungen auch 1.5 Mio. Wer kann das schon sagen. Im Dezember sinds dann vielleicht schon 2 Mio.

  7. Rado

    Behaupte, die Deutschen KÖNNEN die Grenzen nicht schließen, auch wenn sie wollten. Sie können den Migranten nur das Geld und ausnahmslos alle Sachleistungen zudrehen.

  8. Christian Peter

    @Rado

    Aber bitte. Eine Regierung, die die Kontrolle über das Bundesgebiet verliert, hat jeden Anspruch auf Existenzberechtigung verwirkt.

  9. Hanna

    @ Christian Peter
    Schon passiert. (“… hat jeden Anspruch auf Existenzberechtigung verwirkt.)

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