“Das Schlimmste an VdB sind seine Fans”

“……Das ist der Glaubenssatz des grünen Milieus: Wir sind gebildeter und gescheiter. Wir sind oben dabei. Die Dummen, die Abgehängten, das sind die anderen. Die Verachtung der Armen ist der Hass auf das Intellektuelle
Das ist auch der Kern der Kritik des grünen und von Teilen des linksliberalen Milieus an den FPÖ-Wähler*innen: Die sind einfach nicht „aufgeklärt“ und „gebildet“ genug. Sie müssen paternalistisch pädagogisiert werden. In diesem pädagogischen Zugang steht die eigene Überlegenheit widerspruchsfrei für sich. Man steht außerhalb der Betroffenen, denen zwar von oben herab geholfen werden soll, aber gegenüber denen man gerade darin im Kern Verachtung ausdrückt. Die Verachtung der Armen geht Hand in Hand mit einem Hass auf alles Intellektuelle: Intellektualität, verstanden als die Fähigkeit zu hinterfragendem, kritischem Denken, wird zu Selbstvergewisserung und Sicherheit mittels Identifikation und Abgrenzung. Sie wird festgemacht an der Beherrschung und Zurschaustellung gewisser sozialer Codes. Ohnmacht, Überforderung und Ahnungslosigkeit werden dabei gewiss nicht reflektiert und Widersprüche nicht gedacht….” (hier)

14 comments

  1. Thomas Holzer

    Dieser Mann (der junge Grüne) kritisiert einerseits den Paternalismus der Grünen, fordert ihn an anderer Stelle aber vehement ein.
    Was soll man von so einem Jungpolitikerdarsteller erwarten?! Leider nur more of the same 🙁

  2. Nattl

    Es sollte erwähnt werden, dass das der Autor der grünen Jugend etwas “nahesteht” 😉

    […]Marcel Andreu ist politischer Geschäftsführer der Jungen Grünen und Redakteur von mosaik. Er studiert Informatik und Philosophie an der Uni Wien.[…]

    Der Rest der Blogautoren liest sich auch wie das who-is-who der linken Szene (KPÖ, SPÖ, Grüne, Offensive gegen Rechts, Attac, you name it) http://mosaik-blog.at/wer-wir-sind/

  3. stiller Mitleser

    “Das Schlimmste an VdB sind seine Fans”
    wie wahr! und wer kennt das eigene Milieu/die eigene Familie genauer und intimer als die nächste Generation? (auch wenn sie dann u.U. mit dem Schwarzen Block sympathisieren sollten)

    Kleinbürgerliches Abgrenzungsbedürfnis ist immer eine wirkungsvolle Erkenntnisbremse.

  4. mariuslupus

    Zwei Tatsachen, Van der Bellen ist kein Intellektueller, aber dafür versteht er nichts von der Wirtschaft. Österreich braucht keinen Untermieter in der Hofburg. Schade um die Möbel.

  5. Johannes

    Der junge Mann der “jungen Grünen” scheint in den großen Plan des allwissenden Herrn Professor nicht eingeweiht.
    Für mich stellt sich die Situation so dar das die Strategen des Herrn Prof. sehr wohl wußten das die linke Elite und da fühlen sich wohl alle dazugehörig die diesem Mann schon bisher blind folgten, es als gegeben ansieht das er um sie nicht werben braucht.
    Was ist also zu tun um möglichst viele andere die mit seiner Ideologie nichts anfangen können zu gewinnen?

    Punkt für Punkt:

    Man erklärt sich als unabhängig, schon hat man das grüne Mäntelchen los und kann im rot schwarzen Revier wildern (zum Jagen kommen wir später)

    Der nächste Punkt ist sehr persönlich aber für mich dennoch bemerkenswert, man heiratet noch schnell um sein Privatleben bürgerlich darzustellen.

    Dann wirft man alle bisherigen grünen Eckpfeiler über Bord wird zum Fürsprecher der Jagd (was einen Herrn Konrad sicher sehr freute)

    Das die Heimat (es gibt unzählige hämische grüne Kommentare zum Begriff Heimat) plötzlich so eminent wichtig wird ist meiner Meinung einzig und allein den umworbenen Ungebildeten geschuldet.

    Die Fahne auf die viele junge Grüne noch scheißen lassen wollten von ihren Hündchen darf plötzlich auf keinem Wahlplakat fehlen.

    Über raschest zu verleihende Zweitstaatsbürgerschaften und das die Interressen der Österreicher nicht wichtiger sind als die der potenziellen Zuwanderer (Flüchtlinge spielten im Parteiprogramm 2001 noch nicht diese Rolle
    wurde im Wahlkampf kein Wort verloren.

    Nun zu den Unterstützern aus Industrie und Wirtschaft, man glaubt ein grünes Urgestein zähmen zu können in dem man ihn bedingungslos unterstütz und der Herr Prof wird sich dann dankbar zeigen.
    Da sehe ich viele die sich noch sehr wundern werden.
    Man kann förmlich spüren wie die grünen Hintermänner schon nervös auf ihren Plätzen herumrutschen den mit VdB wird auch die Tür für Pilz, Öllinger und Konsorten geöffnet sie haben dann ihren Mann an der Spitze der Republik.

  6. Falke

    So ganz verstehe ich die Intention des Autors nicht. Meint er jetzt also, man sollte lieber Hofer wählen? Und was soll der Satz “… vor allem angesichts einer nationalistischen und flüchtlingsfeindlichen Kampagne, die der Boulevard im Sinne des SPÖ-Kandidaten gegen ihn führt”. Welches “SPÖ-Kandidaten”? Etwa Hundstorfer? Einen anderen SPÖ-Kandidaten kenne ich nicht. Der junge Grüne scheint erwas verwirrt zu sein.

  7. Thomas Holzer

    @Falke
    “Der junge Grüne scheint erwas verwirrt zu sein.”

    Das zeichnet Grüne, Etatisten und Sozialisten aus 😀

  8. astuga

    Zeige mir deine Anhänger, und ich zeige dir, wer du bist.

    Jetzt hat in einer Demokratie zwangsläufig jede Partei und jeder Kandidat auch eher randständige Personen als Wähler.
    Einfach weil ein Teil der Bevölkerung sich so zusammensetzt.
    Aber die Kraut und Rüben-Anhängerschaft VdB`s spricht auch auf einer anderen Ebene Bände.
    Kein Wunder, dass er sich derat unglaubwürdig inszenieren muss.

  9. Fragolin

    Man nehme den oben stehenden Absatz und ersetze in dem präpotenten Weltbild der selbstherrlichen “Elite” der Volkserzieher die FPÖ-Wähler und -rinnen durch “Geflüchtete”. Man steht außerhalb, rümpft das gepuderte Näschen ob der rohen Sitten der edlen Wilden und macht sich daran, diese werteschulend umzuerziehen und zu braven Haustieren zu machen.
    Die merken nicht einmal, wie rassistisch und menschenverachtend sie sind und wundern sich auch noch, wenn der tumbe Wahlpöbel sie nicht mehr lieb hat.

  10. aneagle

    Traurig, dass VdB sogar Liberale dazu veranlasst, darüber nachzudenken, einen Salonnazi zu wählen. Das klingt wohl irreal, ist aber der österreichischen Realität geschuldet, dass Hofer im Vergleich zum “unabhängigen” Präsidentschaftskandidaten, scheinbar lediglich die zweitschlechteste Wahl darstellt. Die gesamte Parteienlandschaft muss sich der Tatsache stellen, dass sie offensichtlich für knapp die Hälfte der Wähler den noch schlechteren Kandidaten aufbieten, als jemand, der aus einer zentralistischen etatistischen Partei kommt, von der Historiker und Politologen noch darüber streiten, ob ihr Gedankengut extrem rechts oder extrem links ist. Und dieses Politangebot scheint dem Souverän knapp ebenbürtig, eventuell sogar überlegen, zum Gemeinschaftskandidaten der vereinigten demokratischen Politlandschaft? Ein Armutszeugnis für Österreich ! Unvorstellbar, aber wahr.
    Die Demokratie gebiert überzufällig häufig Kandidatenpaarungen, denen es an Widerwärtigkeit und/oder Inkompetenz nicht mangelt. Auch die Entscheidung für EU-Juncker konnte nur mittels eines drohenden würseler Buchhändlers durchgedrückt werden und president-elect Trump wäre ohne die noch alptraumhaftere Clinton nie gewählt worden.
    Der demokratisch wertvolle Martin Schulz verhilft derzeit dem blassesten deutschen Präsidenten alternativlos ins Amt und bereitet sich schon darauf vor, 2017, angesichts seiner Kanzlerkandidatur, Frau Merkel ihre 4. Amtsperiode zu sichern, egal wie schädlich das sein mag.
    Es läuft etwas schief mit der Demokratie, mit den politischen Kandidaten. Weniger und weniger haben Bürger tatsächlich eine Wahl. Ist an dem alten Anarchistenspruch- wenn Wahlen etwas ändern könnten, wären sie längst verboten- doch mehr dran, als nur ein Körnchen Wahrheit?

  11. Fragolin

    @aneagle
    Bei aller Vorsicht, mit der die FPÖ zu behandeln ist (nicht weniger aber auch nicht mehr als alle anderen Parteien mit radikalen Rändern, ich mache da keinen unterschied zwischen links und rechts, es gibt keine guten Kriminellen), ist Hofer seit Jahren 3. Nationalratspräsident und in Österreich haben die Blauen erst unlängst 6 Jahre miregiert. Nun, nicht dass das besonders erfolgreich gewesen wäre, aber die von Donnerstagsmarschieren und Linksradikalen beschworenen aus den Kellern kriechenden Nazihorden sind ebensowenig eingetreten wie die angekündigte Machtergreifung Haiders als Mini-Hitler. Alles Schall und Rauch, Propaganda, Hetze und von den Roten versprühter Hass wegen des Abkoppelns von sicher geglaubten Futternäpfen.
    Hofer ist weniger “Salonnazi” als Van der Bellen “Salonkommunist”.
    Eine liberale Partei gibt es in Österreich nicht, ebensowenig liberale Kandidaten für irgendwas. Das musste selbst Stronach bitter erkennen; nicht mal mit eigenem Personal bekommt man hier sowas gebacken.

  12. aneagle

    @Fragolin
    Leider richtig. Aber ohne VdB hätte kein Liberaler einen Herrn Hofer auf seinem Wahlzettel. Nicht die Wahl des einen sondern die Verhinderung des anderen ist mittlerweile demokratische Pflichtübung. Die nächste unsägliche Kandidatenpaarung heißt Merkel/Schulz. Zum Abwandern!
    Bei einer Wahl Hofers ist wenigstens zu erwarten, dass der FPÖ-eigene Spaltpilz umgehend erwacht. Nicht wenige wählen Hofer in der Hoffnung Strache zu vermeiden. Mal sehen, wie lange diesmal die Zurückhaltung der hungrigen 2.Reihe (Kickl, Vilimsky, Gudenus & Co) währt.

  13. Peter Malek

    @aneagle
    “Bei einer Wahl Hofers ist wenigstens zu erwarten, dass der FPÖ-eigene Spaltpilz umgehend erwacht. Nicht wenige wählen Hofer in der Hoffnung Strache zu vermeiden. Mal sehen, wie lange diesmal die Zurückhaltung der hungrigen 2.Reihe (Kickl, Vilimsky, Gudenus & Co) währt.”
    Ich stimme zu. Wird sicher noch interessant. Wir werden noch gut unterhalten werden. Allerdings zahlen wir übermässig hohen Eintritt für diese Veranstaltung………..

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