Das Schweigen der Linken

Früher war Religionskritik die vornehmste aller marxistischen Tugenden. Doch zum Glaubensterror des islamischen Fundamentalismus hat die europäische Linke nichts zu sagen.” (der deutsche Historiker Volker Weiß )

11 comments

  1. Fragolin

    Die vornehmste aller marxistischen Tugenden ist Großmäuligkeit gegenüber denen, von denen kein ernsthafter Widerstand zu erwarten ist. Sowie es brenzlig werden könnte, verkriechen sich die Salonmarxisten hinter ihren Bleikristallgläsern.

  2. Herbert Manninger

    Verständlich, wer will schon kopflos im wahrsten Sinne des Wortes herumlaufen. Als Kompensation dieses ,,Respektes” vor den Friedensreligiösen drischt man halt dort umso fester drauf, wo es keinerlei Konsequenzen gibt.
    Selektive Courage.

  3. caruso

    Jene die sich heute Marxisten nennen, sind keine. So blöd, so charakterlos war
    Marx nämlich nicht. Er sagte selbst, er sei kein Marxist. Schon er schätzte diese
    Sorte Mensch nicht besonders. Mit meiner Bemerkung will ich nicht seine Theorien
    verteidigen, kenne ich doch ihre Folgen, die ich selbst in Ungarn erlebt habe, sondern
    nur auf den Unterschied hinweisen.
    lg
    caruso

  4. Ehrenmitglied der ÖBB

    “selektive Courage” 🙂
    Treffend! Und wie siehe es mit dem politischen Kabarett aus. Auch dort “teilt man aus” wenn keine Konsequenzen zu befürchten sind oder bei den Karikaturisten? Diese Berufsgruppe zeichnet zwar verächtliche Bilder über den Papst oder den Rest der Kirche – nur gegen islamische Würdenträger, die menschenverachtende Urteile unterschreiben oder fordern – kein Strich!
    Und ein grosser Teil der Journalisten verhält sich ebenso – wenn es da nur kein böses Erwachen gibt?

  5. elfenzauberin

    @caruso

    Privat dürfte Marx nicht unbedingt eine angenehme Person gewesen sein. Über seine Biografie gibt es erstaunlich wenig.

    Er entstammt einer jüdischen Familie. Sein Vater konvertierte zum Christentum, um einen hochrangigen Job zu behalten. Marx selbst hatte zwar ausgezeichnete Voraussetzungen, doch er stand finanziell nie auf eigenen Beinen, sondern führte ein parasitäres Dasein, das Friedrich Engels finanzierte. Von seinen 7 Kindern starben 3 vor der Pubertät, ein Kind zeugte er mit dem Hausmädchen. Er bekannte sich nie um den Jungen (er hieß Frederick) und kümmerte sich auch nie um ihn.

    Alles in allem scheint K. Marx keine sehr sympathische Erscheinung gewesen zu sein.

  6. wbeier

    Da ich die traditionelle linke Szene bestens von innen kenne, weiß ich auch um deren existenzielles Grundsatzproblem Bescheid. Das ist grob skizziert das Nichtvorhandensein des „revolutionären Subjekts“ – das Proletariat hat sich da als unzuverlässig erwiesen, da es sich entweder mit dem Kapital arrangiert hat oder ins unbrauchbare Lumpenproletariat entwickelt hat. Auch ein Grund für die schon jahrzehntelang fortschreitende Distanzierung der sogenannten intellektuellen Linken von Arbeiterbewegung und ehemaliger Basis. Im Gegenzug hat sich an genannter Basis ein fundamentaler Unwillen entwickelt, den nützlichen Idioten für Inhalte zu spielen, die oft nicht oder nur peripher die Eigenen sind.
    Hier liegt nun anscheinend alle Hoffnung auf den ankommenden „Neubürgern“ zur Verwirklichung der programmatischen gesellschaftlichen Transformation. Dabei wird geflissentlich über deren religiös/soziale Programmierung hinweg gesehen, da der Zweck die negativen Aspekte kompensiert und die Mittel sowieso heiligt.
    Conclusio: Die Refugee-Anbetung linker Kader ist nicht einer überbordenden “Menschlichkeit” oder gar der Bewunderung des „edlen Wilden“ geschuldet, sondern folgt ganz rationalen Überlegungen zur politischen Systemisierung.

  7. Selbstdenker

    @wbeier:
    “Die Refugee-Anbetung linker Kader ist nicht einer überbordenden „Menschlichkeit“ oder gar der Bewunderung des „edlen Wilden“ geschuldet, sondern folgt ganz rationalen Überlegungen zur politischen Systemisierung.”

    Genauso ist es! Anschaungsbeispiele liefert der forumsbekannte Troll “Karl Markt” zuhauf. Wer “Welche Refugee” Aktivisten im näheren Umfeld kennt, weiß selbstverständlich wie es um den “Charakter” dieser Leute bestellt ist.

  8. astuga

    Die Feindbilder der Linken und Fundamentalisten überschneiden sich ja großteils.
    Beide sind zudem antiwestlich (und in speziell in Deutschland antideutsch).
    Muslime wiederum instrumentalisieren gerne den innerwestlichen kritischen Diskurs, ohne jedoch gleichermaßen über sich selbst zu reflektieren.
    Und die Linken können damit auch ihren revolutionären Internationalismus und Antiimperialismus samt 3. Welt-Utopie-Idealismus kultivieren.
    Viele Linke hoffen zudem, dass der Islam schafft was ihnen nicht gelungen ist.
    Die Zerstörung des westlichen kapitalistischen Systems und die Beendigung der Vorherrschaft des weißen Mannes (ich zitiere hier nur linke Schlagwörter).

    Diese Hoffnung haben linke Proponenten bereits zu Zeiten Khomeinis geäußert (Cohn Bendit, Joschka Fischer etc.)
    Kurz danach wurde die iranische Linke ermordet, vertrieben oder inhaftiert.
    Weils dazu passt, von Imad Karim:
    https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=504990716338676&id=100004832569316
    Ich ging mit einigen Arabern und anderen deutschen Linken demonstrieren, gegen Nato und den “Imperialismus”. Ich engagierte mich in der Arbeit der “Dritte-Welt-Läden”, ich besuchte den Deutschen Evangelischen Tag mehrere Male (…)
    Vor Jahren besuchte ich Neukölln und erkannte den Stadtteil nicht mehr. Ich dachte, ich befinde mich in Kabul. Die arabischen linken Freunde von damals sind heute alte bärtige Männer. Sie haben noch einmal geheiratet nach dem sie sich von ihren deutschen Frauen zuvor scheiden ließen. Ihre neuen Frauen sind junge Araberinnen, Cousinen von ihnen, die sie hierher holten. Alle sind fromme und gläubige Moslems geworden, die felsenfest überzeugt sind, Deutschland wird in naher Zukunft islamisch und die Christen oder Juden, die sich nicht zum Islam konvertiert werden wollen müssten dann Kopfsteuer (Jizia الجزية) zahlen und sich damit abfinden, Menschen zweiter Klasse zu sein…

  9. Rennziege

    1. November 2015 – 19:05 Thomas Holzer
    Mei Liaba! Schon die Frage möchert’ ein Verstoß gegen diverse Verhetzungsparagraphen sein, eh scho’ wissen: Minderheiten und so, gööö? 🙂
    In gebotener Vorsicht deute ich an: Wenn der Hirt sich in die Büsche schlägt, suchen sich seine Schäfchen eine neue Weide.

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