Das Sein prägt eben doch das Bewußtsein…

“Ein moderner Sozialstaat muss fördern, aber auch fordern. Der Teil bleibt leider oft ausgespart.” (Brigitte Ederer, ehemalige SPÖ-Politikerin und heute Mitglied des Vorstandes der Siemans AG, hier)

5 comments

  1. Nattl

    Immer schön zu lesen, wenn ein Sozi zu einem Kapitalisten mutiert. Allerdings stammen Phrasen wie fördern und fordern auch aus dem großen Bullshit-Bingo-Kompendium 😉

  2. Rennziege

    Brigitte Ederer wurde von Peter Löscher in den Personal-Paternoster der Siemens AG gehievt, um dort eine Frühstücksdirektorin vorweisen zu können, die sowohl die Frauenquote auffüllt als auch dem rötlichen Betriebsrat (vulgo Arbeitnehmervertretung) behagt. Der Villacher wurde mittlerweile sang- und klanglos gefeuert, wie wir wissen, weil er durch seine naive Begeisterung für “erneuerbare” Energien den Konzern massiv schädigte.
    Frau Ederers Rauswurf, ebenso unvermeidlich, wird noch eine Weile dauern, was an der Schamfrist ihrer weiblichen Alibi-Funktion liegt. Aber zu reden hat die Gute eh nix, also kann sie der Siemens AG auch keinen Schaden zufügen. Wäre sie ein Mann, würde ihre Funktion als “Grüßaugust” bezeichnet. Andererseits: Für gelegentlich geäußerte Binsenweisheiten und sweet nothings so fürstlich bezahlt zu werden — das muss so mancher andere Nonvaleur erst einmal hinkriegen. Aber die Baddei macht’s halt möglich.

  3. Reinhard

    Jahrelang hatte Frau Ederer die Gelegenheit, als AK-Funktionärin und Finanzstaatssekretärin, aktiv an der Umgestaltung des Kreiskyschen Vollkaskostaates hin zu einem modernen Sozialstaat zu wirken.
    Jetzt, als hochrangiges Siemens-Vorstandsmitglied und Wirtschaftskammerfunktionärin, lassen sich leicht große Sprüche klopfen.
    Aber es ist schon ein Wunder mit den Sozen. Immer, wenn sie auf ihrem Politposten genug Schaden angerichtet, genug Parolen gedroschen und den Standort genug geschädigt haben, wechseln sie in die Privatwirtschaft (manche auch in die Pension…) und werden zu Wendehälsen. Jetzt fordern sie das, was sie gestern noch mit zähnen und Klauen bekämpft haben.
    Späte Einsicht mag ja gut sein, aber eine Seltsamkeit sollten mir die linken Kampfschreiber mal erklären: Wieso mutieren Sozen, mit der Realwirtschaft konfrontiert, so oft zu Liberalen, während Liberale mit wachsender Erfahrung selten zu Sozen werden?
    Muss was dran sein an dem Spruch “Wer jung ist und nicht links, der hat kein Herz, und wer alt ist und nicht rechts, der hat keinen Verstand…”

  4. Reinhard

    Sorry, Korrektur: Sie war natürlich EU-Staatssekretärin. Mit Finanzen hatte nur ihr feuchter und realitätsferner Traum vom “EU-Tausender” zu tun.

  5. Rennziege

    @1. September 2013 – 15:03 – Reinhard
    Sie haben die Laufbahn der typischen Sozialistin Ederer treffend geschildert.
    Darf ich Ihr abschließendes Zitat mit dem Original von Winston Churchill ergänzen?

    “If you’re not a liberal at twenty you have no heart; if you’re not a conservative at forty you have no brain.”

    Hier finden wir auch die Wurzel der amerikanischen Bedeutung des Wortes “liberal”, das seit dem zweiten Weltkrieg “sozialistisch” meint. So, wie halt die britischen Liberalen durch Sozialisten unterwandert wurden und schließlich in der Labour Party aufgingen. (Sehr verkürzte Darstellung.) Das ist auch der Grund, warum Churchill in späteren Reprisen dieses klugen Satzes das Wort “liberal” durch “communist” ersetzte.
    Herzliche Grüße!

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