Das solten wir ausprobieren!

ZEIT ONLINE: Die großen Konzerne können einfach einen Anwalt anrufen, um die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) umzusetzen. Aber kleinere Betreiber, gerade Blogger und Vereine, haben oft nicht das Geld und wissen nicht, wie sie alle Kriterien umsetzen sollen.

Jourová: Die sollen mir eine E-Mail schicken.

ZEIT ONLINE: Wir werden das genauso veröffentlichen.

Jourová: Ja, ja. Machen Sie das. Ich werde ihnen raten, dass sie sich auf ihren gesunden Menschenverstand verlassen sollen.  (Věra Jourová ist EU-Kommissarin für Justiz, Verbraucherschutz)

10 comments

  1. Thomas Holzer

    Stellt sich mir die Frage, wie Frau Jourova der “Die Zeit online” mitteilte, daß diese ihr eine mail schicken sollen; laut DSGVO darf man ja die “Erlaubnis” per mail nicht erteilen

  2. Thomas Holzer

    Nachtrag: Hätte sich die Bürokraten, Politiker und Frau Jourova auf ihren “gesunden Menschenverstand” verlassen, hätten sie die DSVGO und all die anderen Verordnungen niemals ausgedacht, geschweige denn in Gesetzeskraft gebracht

  3. Franz Rapp

    @Thomas Holzer

    Genial. Ich werde gleich Beschwerde bei der Landesdatenschutzbehörde Hamburg (Sitz der ZEIT) einbringen. Hier wurde keine ausreichende Einwilligung erteilt, eine Strafe in Höhe von 2% des Jahresumsatzes des Zeit-Verlages ist fix.

  4. Christian Peter

    Wir leben in einer Diktatur der Konzerne, welche die erforderlichen Mittel haben, sich die Politik gefügig zu machen. Man braucht sich nur das skandalöse Abkommen CETA anzusehen : 7 Jahre Geheimverhandlungen und eine 1.500 Seiten umfassender Vertrag für ein angebliches ,Freihandelsabkommen’ mit einem kleinen Land wie Kanada mit 36 Millionen Einwohnern, das aus wirtschaftlicher Sicht eigentlich völlig unbedeutend ist. Das alles bloß, um Sonderrechte für Konzerne festzuschreiben, welche in Zukunft mit Niederlassungen in Kanada den Staaten in Europa die Gesetze diktieren werden, während mittelständische Unternehmen schwer benachteiligt werden und praktisch die gesamte Steuerlast tragen, während Großunternehmen als Netto-Subventionsempfänger in der EU mehr Subventionen erhalten als sie Steuern bezahlen.

  5. Falke

    @Thomas Holzer
    Man muss doch sehr bezweifeln, dass die Politiker und Bürokraten, die diese Datenschutzverordnung ausgeheckt haben, überhaupt über einen Menschenverstand (und noch dazu einen “gesunden”!) verfügen, auf den sie sich hätten verlassen können 🙂

  6. Rennziege

    Haben wir diesen schreienden Unfug nicht ebenfalls der EU zu verdanken? Ja, fürchte ich, und rechne mit weiteren Würgegriffen wider Wirtschaft, Meinungsfreiheit und Privatleben. Was bin ich froh, dieser immer strengeren Kammer des Schreckens entfleucht zu sein!

  7. Gerhard

    Die DSGVO betrifft nur Betriebe (Industrie, Handel, Gewerbe), welche auf Gewinn ausgerichtet sind. Für Vereinen und Blogger genügt es, die neuen Bestimmungen in ihren Satzungen u.ä. zu berücksichtigen.

  8. astuga

    Achtung, auch hierbei gilt die Datenschutzverordnung: WAS MACHE ICH MIT BEWERBUNGSUNTERLAGEN?
    Im Gleichbehandlungsgesetz gibt es eine Bestimmung, dass Unterlagen sechs Monate für den Fall eines Prozesses aufbewahrt werden müssen. Diese Frist kann daher als Maßstab herangezogen werden. Nach Ablauf dieser sechs Monate sollten die Bewerbungsunterlagen vernichtet werden. Will man die Unterlagen länger aufheben, zum Beispiel für den Aufbau eines Pools (Anm.: Nein, kein Swimming-Pool!), empfiehlt es sich, schon vorab eine Zustimmung der Bewerber einzuholen.
    Achtung: Sozialversicherungsnummern oder die Konfession, die Bewerber angeben, sind sensible Daten. Dafür braucht man eine eigene Einwilligung! Im besten Falle frägt man diese Daten von den Bewerbern, etwa auf Online Formularen, einfach nicht mit ab. Gibt ein Bewerber die Daten von sich aus an, gilt die Einwilligung auf jeden Fall als erteilt…

    Quelle: https://www.wko.at/branchen/stmk/gewerbe-handwerk/Merkblatt_DSGVO_STMK_20180309_3.pdf

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