Das Steuer-Dilemma der japanischen Regierung

Von | 18. August 2020

Die Beziehung der Japaner zum Staat ist zwiespältig. Einerseits hat die regierende Liberaldemokratische Partei seit Ende des Zweiten Weltkriegs bei Parlamentswahlen fast ununterbrochen die Unterstützung der Wähler erhalten. Andererseits sagt man den Japanern eine starke Abneigung gegen das Steuerzahlen nach. Die weithin bekannte Formel 10-5-3-1 besagt, dass nur Festangestellte ihre Steuerpflicht zu 100% erfüllen (weil sie keine andere Wahl haben). Hingegen würden Kleinunternehmer nur 50% ihrer eigentlichen Steuerpflicht bezahlen, Bauern und Fischer 30% und Politiker sogar nur 10%. Die Gesamtsteuerbelastung (einschließlich Sozialabgaben) ist in Japan mit 32% des Bruttoinlandsprodukts im Vergleich zu den meisten europäischen Staaten (z.B. Deutschland: 42%, Frankreich: 47%) niedrig mehr hier

2 Gedanken zu „Das Steuer-Dilemma der japanischen Regierung

  1. Marianne

    In Geschichtsdokus wird häufig die Formulierung genutzt, daß die Herrschenden “erdrückende” Steuern ihren Untertanen auferlegt haben. Prozentsätze habe ich allerdings noch nie gehört. Wenn ich über heutige Gesamtsteuerbelastungen von 42 und 47% lese wäre interessant, welche Attribute Historiker in einigen Jahrhunderten für diese Steuerlast finden.

  2. Falke

    @Marianne
    Bekannt ist, dass insbesondere im Mittelalter die Bauern unter der hohen Steuerlast gestöhnt haben, damals mussten sie den “Zehent”, also 10 % ihres Ertrages, an ihre Grundherren zahlen. Wie froh wären wir alle heutzutage, über so eine “Steurerlast”.

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