Das süße Gift Geld

Von | 17. Dezember 2020

Was haben Aktien, Gold, Immobilien und sogar Bitcoin gemeinsam? Es sind Vermögenswerte, die in ihrer Menge begrenzt sind. „Scarce assets” sagen sie an der Wall Street. Und was haben Dollar, Euro, die türkische Lira und der argentinische Peso gemeinsam? Sie sind nicht in ihrer Menge begrenzt. Sie werden per Knopfdruck geschaffen. Sie sind im Kern gar keine Vermögenswerte. „Cash ist trash”, sagt der berühmte Hedgefonds-Manger Ray Dalio. Seine aktuellste Botschaft: „Diese Geldflut wird wahrscheinlich nie zurückgehen, also werden die Preise dieser Assets nicht fallen, wenn man sie in den abwertenden Währungen misst.” Die EZB-Chef Christine Lagarde hat zudem kürzlich klargestellt, dass wir „froh sein sollten, einen Job zu haben statt dass die Ersparnisse geschützt sind”. Viel klarer kann die Botschaft nicht sein: Lagarde will die Geldschleusen offen halten.

Wie wir hier gelandet sind? Es ist eine lange Geschichte, die mit „hartem” Rohstoffgeld wie Gold und Silber beginnt und über den Goldstandard und das 19. Jahrhundert in die Moderne führt. 1971 dann, also vor ziemlich genau 50 Jahren, kam die Loslösung des gesamten Geldsystems von Gold – seitdem gibt es keine Grenzen mehr für die Notenbanken weiterlesen hier

Ein Gedanke zu „Das süße Gift Geld

  1. Fossil

    Der Dollar ist in einer privilegierten Position. Solange er Handels und Reserve-Währung ist ist, und man, um Öl zu kriegen, erst einmal Dollars kaufen muss, können die USA niemals Pleite gehen, weil sie sich in eigenen, beliebig nachdruckbaren Dollars verschulden. Wie die Versuche, die Ölwährung zu ändern, ausgingen, sind bekannt.

    Anscheinend wird von der EZB versucht, das mit dem Euro zu kopieren, aber das könnte böse enden, weil man den Euro, im Gegensatz zum US$, nicht unbedingt braucht

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