Das törichste diplomatische Unternehmen der Neuzeit….

“…..Es hat in der Geschichte der Diplomatie viele undurchdachte Ausflüge gegeben, von denen man sich wünscht, jemand mit Verstand hätte den Beteiligten rechtzeitig ins Gewissen geredet. Die Moskaureise der Stoiber-Delegation darf für sich in Anspruch nehmen, zu den dummerhaftesten und törichsten diplomatischen Unternehmungen der jüngeren deutschen Geschichte zu gehören. Gleich nach Ende des Besuchs ließ Putin seine Kampfflugzeuge in die Luft steigen, um Aleppo in die Steinzeit zurückzubomben.Selbstverständlich verschonten die russischen Bomber alle Stellungen des “Islamischen Staats”, dem offiziell der Kampf gilt. So sieht es also aus, wenn sich der Mann im Kreml dran macht, wieder “ein Stück Vertrauen und Normalität herzustellen”……” (hier)

30 comments

  1. MM

    Hm. Woher weiß Fleischhauer so genau wer bombardiert wird und welches die guten und die bösen Rebellen sind?
    Außerdem: Was ist mit Steinmeiers Iranreise? Warum ist die weniger töricht?

  2. astuga

    Und worin unterscheidet sich die Handlungsweise eines Putin jetzt von jener Erdogans, Saudi Arabiens oder des Iran?
    Vielleicht sollten wir gleich allen die EU-Mitgliedschaft anbieten…

    Ich mag die allesamt nicht, aber Russland den Schwarzen Peter zuschieben zu wollen ist dann doch ein zu durchsichtiges Manöver.
    Und auch wenn ich kein US-Bashing betreibe, Obamas (und Clintons) unfähige Außenpolitik hinterlässt auch bloß einen Scherbenhaufen, mit der EU im gehorsamen Schlepptau.

  3. Mona Rieboldt

    Das ist mit Sicherheit die dümmste Kolumne, die Fleischhauer bis jetzt geschrieben hat. Es wäre besser gewesen, er hätte einfach seinen Mund gehalten. Das hätte mal jemand Herrn Fleischhauer sagen sollen.

  4. gms

    MM,

    “Hm. Woher weiß Fleischhauer so genau wer bombardiert wird und welches die guten und die bösen Rebellen sind?”

    Hm, Fleischhauer bringt doch jede Menge Zahlen, Daten und Fakten. Wie, tut er nicht? Na zumindest führt er glaubwürdige Quellen an, aus denen sein Wissen stammt. Achso, die nennt er nicht.
    Hm, vielleicht ist er ein Meister der außersinnlichen Wahrnehmung und verschafft sich sich mit Astralreisen ein Bild von der Lage vorort. Wenn ich sowas könnte, würde ich’s auch nicht an die große Leinwand pinseln. Unwahrscheinlich, daß dies die richtige Erklärung ist?
    Bleiben noch die Varianten übrig, wonach er sich seine Insiderkenntnisse aus Langeweile oder ganz profan fürs Zeilenhonorar aus den Fingern saugt, oder daß er Mitglied der Atlantik-Bücke ist, dessen einziger Daseinzweck das Einschwören deutscher Papptrichter auf Nato-Kurs ist.

    Daß es demnächst im nahen Osten scheppern wird, pfeifen die Finken schon vom First, und wie beim Gebet vor dem abschließenden Amen, muß davor der Söldner mit der Schreibmaschine das erwartungsvolle Publikum in heimatlichen Sesseln in die richtige Stimmung knattern. Wenn unsere Mediendämokratur schon zu nichts zu gebrauchen ist, so sorgt sie doch wenigstens für Popcorn.

  5. gms

    Daß Jan Fleischhauer ein Atlantikbrückler ist, erklärt sein Geschreibsel widerspruchsfrei. Was es mit Quanten-Diplomatie aufsich hat, verrät er uns sogar unverblümt, so man’s nicht aus anderen Quellen schon weiß.
    ‘Perhaps another newspaper editorial would do the trick’. Beim Reinwaschen der grünen Kinderficker hat’s so ein ‘Trick’ ja wohl getan, nicht wahr? [1] Wer will denn den Bündnispartner in Not nicht aus der Patsche helfen.

    americanacademy.de/home/program/past/quantum-diplomacy-german-american-relations-and-psychogeography-berlin
    Quantum Diplomacy, German-American Relations, and A Psychogeography of Berlin

    Bosch Fellow (*) James Der Derian was supposed to be working on a book version of his documentary film Human Terrain , about the deployment of academics in the Iraq war. Armed with graduate degrees in anthropology and other social sciences, academics went to battle as cultural advisers, aiding the US Army in winning “hearts and minds.” But instead of working on this book, and after he wrote an opinion piece in the Berliner Zeitung about Eisenhower’s 1961 “Farewell Speech,” Der Derian become embroiled in a debate about a proposed Ronald Reagan Platz.

    Through a series of events — a television interview, a newspaper opinion piece, a panel discussion — he found that his involvement in Berlin’s “local” debate was creating a kind of strange US-German diplomacy that defied the traditional notion of state-actor official negotiation. It was a “diplomacy” that, like it does increasingly all over the globe, engages smaller nodes of interaction: cities, towns, NGOs, media representatives, and other “byways of representation”: the internet, public and private — discussion across multiple platforms. Once upon a time, the secretary of state under Ronald Reagan, George P. Shultz, along with his colleague Sidney Drell, called this kind of multifaceted, hard-to-pin-down diplomatic entanglement, “quantum diplomacy.” Diplomacy now, Der Derian says, is increasingly like this: “phase-shifting,” “level-jumping,” “distance-traversing,” rising, falling, dividing. It is, he says, a bit like Schrödinger’s Cat: how should one determine where and in what state it was at any one point?
    [..] In the new world of quantum diplomacy however, Der Derian, he says, was spun. Quantum diplomacy at work. There will be no Ronald Reagan Platz at the Brandenburg Gate anytime soon. Whether there will be an Ike Strasse remains to be seen. Perhaps another newspaper editorial would do the trick. rjm

    *) Bosch-Fellow — Robert Bosch Stiftung, eine sattsam bekannte Gesellschaftsklempnerei
    [1] spiegel.de/politik/deutschland/jan-fleischhauer-zur-paedophilie-debatte-gerechtigkeit-fuer-trittin-a-923240.html

  6. Fragolin

    Das Muster der Kriegstreiber ist seit Jahren immer das Gleiche. Die Medien berufen sich auf die “Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte” und schon kann jede Blindbehauptung in die Propagandakanäle gespült werden; da spielt es keine Rolle wenn sich CNN auf die SOHR beruft und die SOHR für die gleiche Veröffentlichung CNN als Quelle angibt – wie im Herbst 2011 peinlicherweise geschehen – und somit ein geschlossener Kreis an Märchenerzählungen entsteht.
    Da fragt man sich, wer sind die von der SOHR?
    Also erstmal, es sind keine die. Die SOHR hat nur einen einzigen Mitarbeiter. Ein syrischer Sunnit namens Osama Suleiman, der sich selbst unter dem Namen Rami Abdulrahman vermarktet und in einer Reihenhauswohnung im englischen Coventry sitzt. Er war seit Jahren nicht mehr in Syrien, ist aber glühender Feind Assads und seiner schiitischen Verbündeten. Es darf auch ohne Glaskugel vermutet werden, dass Assads Freunde alle ausnahmslos seines Hasses teilhaftig werden.
    Woher nun diese tausende Kilometer vom Geschehen entfernte One-Man-Show ihre Informationen bekommt ist ebenso rätselhaft wie die Tatsache, dass alle Assad- wie auch Putin-feindlichen Medien sie als einzig seriöse Quelle anerkennen. Wenn also der Assad- und Putin-Feind Osama Suleiman behauptet, die Russen hätten ausschließlich die “gemäßigten Rebellen” bombardiert, den “IS” aber verschont, dann ist das wieder eine “zuverlässige Quelle”. Warum? Weil sie genau das schreibt, was die Kriegspropagandisten hören wollen. Es reiht sich ein in die unbewiesenen Meldungen von Fassbomben und Gräueltaten Assads, in die Märchen von den “gemäßigten” Rebellen, die aber keine Scheu haben, in Aleppo mit – huch, gar nicht dem IS, der befindet sich nämlich in der Provinz, aber nicht in der Stadt Aleppo, und könnten eigentlich schon deshalb dort nicht bombardiert werden, aber das sind jetzt Kleinigkeiten, sondern der AlNusra ins Bett legen.
    Nun ist AlNusra ja kein unbekannter Name. Dass dieser Ableger der AlKaida heute eine gemäßigte Rebellengruppe ist, ist schon etwas befremdlich, war die AlKaida doch bis vor drei Jahren noch der absolute Erzfeind des freien Westens, der Satan auf Erden, das Urböse schlechthin, der Dreh- und Angelpunkt aller Achsen des Bösen, die man sich nur vorstellen kann. 9/11 ist AlKaida und AlKaida ist 9/11, das Trauma der freien Welt und – hupps, heute Verbündeter der USA? Das geht ja wirklich mit orwellscher Geschwindigkeit, wie der Big Brother die Fronten neu sortiert.
    Wir erinnern uns: die Taliban wurden von den USA aufgebaut um Afghanistan zu destabilisieren und die damalige UdSSR in eine Kriegsfalle zu locken, was ja auch funktioniert hat. Dann mutierten die Taliban zu Rebellen, die jetzt auch offiziell unterstützt werden mussten. Der Russe wurde wieder aus dem Land gejagt und plötzlich wurden die Taliban zu Feinden der Freiheit – jetzt standen sie nämlich den Amerikanern, wie das bei Religionsfanatikern immer wieder passiert, der Installation eigener Statthalter im Weg. Gestern aufgebaut, heute Freund, morgen Feind. Das Schema wiederholt sich immer wieder, und man könnte sich fragen, warum die Amis den gleichen fehler immer wieder machen – außer, man betrachtet es einmal aus einer anderen Richtung und stellt sich die Frage: Was, wenn das gar kein Fehler ist sondern genau das, was bezweckt ist? Sorgen diese ewig gleich gestrickten Konflikte nicht dafür, dass der amerikanischen Rüstungsindustrie niemals die Kundschaft ausgeht, die USA dauerhaft weltweite Präsenz zeigen und sie genau wissen, gegen wen sie kämpfen, weil sie ihren Feind jedesmal selbst installiert haben?
    Dass gerade Menschen wie Fleischhauer, der für seine eigenen herausragenden Berichte tiefe Recherche betrieben hat, sich im Dienste der Kriegspropaganda auf unzuverlässige Quellen und Märchenerzähler verlässt, finde ich einfach nur traurig. Dass er nicht eine Sekunde hinterfragt, warum Frau Merkel den bayrischen Fürsten diesen Besuch in Moskau nicht nur absegnete sondern sogar lobte, warum er nicht hinterfragt, ob genau das nicht Teil der Intrige ist, jetzt jede Aktion Putins ihrem renitenten bayrischen Polterer zuzuschieben und ihn damit im Windschatten der neuen Kriegspropaganda den Medien zum Fraß vorzuwerfen, warum er nicht hinterfragt, ob er sich jetzt nicht ungeschickt genau jenen Linken als Instrument anbiedert, gegen die er einst so schwungvoll schrieb, verstehe ich nicht.

  7. Fragolin

    Nachtrag: Es gibt viele Gründe, um Putin nicht zu mögen und auch Stoiber muss nicht jedem sympathisch sein, aber dieses primitive Hinhauen auf niedere Beweggründe wie “Männlichkeitskult” oder “Alterslangeweile” ist unterirdisch, peinlich und des Autors eigentlich nicht würdig. Ich hätte mir wenigstens ein gewisses sachliches Niveau erwartet, aber es gilt bei ihm wohl das Gleiche, was er seinen linken Gegnern immer vorwarf: Wenn es um die eigene Ideologie, die Überzeugung geht, dann ist jedes Mittel recht und kein Schlag zu tief. Billige Propaganda. Manchmal rollen sich die Perlen den Säuen freiwillig vors Maul. Schade.

  8. FDominicus

    Erstaunlich, nicht ein Beleg sondern nur Plattheiten. Was für ein Glück, daß der Spiegel immer mehr Auflage verliert. Ich befürchte nur solche “Journalisten” werden speziell von den Partien massiv nachgefragt. Da war doch irgend so ein Begriff der mit Pro anfängt und mit -da endet. Ist schon nett wie es keine “Systempresse” gibt oder war es “Lügenprese”. Man verliert da wirklich den Überblick.

  9. cmh

    Die Russen sind nicht besser als die Amis. Aber sie sind andere und vor allem die näheren.

    Politik ist doch – auch wenn Merkel&Co 10x von “Alternativenlosigkeit” faseln – das Schaffen von Alternativen. Ohne Alternativen könnte sich jeder Affe aus der NMS zum Spitzenpolitiker qualifizieren!

    Also zunächst einmal Alternativen schaffen, dann diese beurteilen, dann nach der für sein Land optimalen Alternative handeln – auch wenn es das Amt kosten sollte.

  10. astuga

    @Fragolin
    “Wir erinnern uns: die Taliban wurden von den USA aufgebaut um Afghanistan zu destabilisieren und die damalige UdSSR in eine Kriegsfalle zu locken, was ja auch funktioniert hat. Dann mutierten die Taliban zu Rebellen, die jetzt auch offiziell unterstützt werden mussten. Der Russe wurde wieder aus dem Land gejagt und plötzlich wurden die Taliban zu Feinden der Freiheit”

    Bei aller Wertschätzung für den ansonsten interessanten Kommentar…
    Das stimmt so aber auch nicht. 😉

  11. Thomas Holzer

    Auch ein geläuterter Linker kann mal daneben hauen 😉
    “…………wie andere in Talkshows hocken, um die Flüchtlingskrise oder den Syrienkonflikt zu lösen.”
    Wer hat denn je in einer Talkshow irgendein Problem gelöst?!

  12. sokrates9

    „…..Es hat in der Geschichte des Journalismus viele undurchdachte Ausflüge gegeben, von denen man sich wünscht, jemand mit Verstand hätte den Beteiligten rechtzeitig ins Gewissen geredet – trifft doch voll auf den ultralinken Atlantikbrückler Fleischhauer zu! Wo sind die Zeiten wo der Spiegel eine seriöses Magazin war, das durch gute Recherche in Europa bekannt war! jetzt kommen nur mehr linke Agitationssprüche von diesem Blatt!

  13. mariuslupus

    Was soll diese unsinnige Überhöhung, “das törichste diplomatische Unternehmen der Neuzeit”. Wann fängt für den Autor die Neuzeit an ? 2015 ? Oder wer ist der Urheber der Überschrift? Wie auch immer. Als Journalist sollte man sich an die Reisen von FJS oder Richard Nixon, erinnern.. Auch diese Leute haben in Gesprächen mit den “Gegnern” etwas erreicht. Seehofer hat nicht das Format von FJS, aber warum sollte er mit Präsidenten Putin nicht reden. Oder ist der Autor der Meinung das Putin die Eze von Seehofer braucht um zu bombardieren.
    Was der Autor bei seinen diskrimierenden Aussagen über 70+ übersieht, vielleicht braucht es ein gewisses Alter und auch Lebenserfahrung, die dem Autor offensichtlich fehlt, um die auf Absicherung aufgebaute Politik von Putin zu verstehen und schätzen. Im Alter zwischen 20 und 40 ist es leicht auf Sprücheklopfer reinzufallen, denen nichts anderes einfällt wie “Yes, we can”, oder “es gibt keine Alternative”, oder “Wir schaffen es” von sich zu geben. Das pluralis majestatis, wird mangels Fähigkeit Aussagen kritisch zu hinterfragen, auch noch überhört.

  14. Fragolin

    @astuga
    Sie machen mich auf eine ziemliche Schlamperei aufmerksam, dafür Dank! Ich habe nämlich ein ziemlich miserables Quellenverzeichnis (im Gegensatz zum vorbildlichen @gms) und kann daher den Tuben-Beitrag nicht mehr verlinken, wo ein ehemaliger US-Berater offen zugibt, die Mujaheddin wären im Hintergrund bereits ab der Revolution 1978 massiv unterstützt und zu einer schlagkräftigen Truppe aufgebaut worden um das kommunistische Taraki-Regime entweder zu stürzen oder den Russen zum Eingreifen zu zwingen. Was diese 1979 dann auch taten.
    Natürlich hießen die damals noch nicht AlKaida sondern waren ein unter dem Begriff “Mujaheddin”, als “den Jihad Führende”, zusammengefasste radikalmuslimische Gruppierungen mit dem offenen Ziel, das Khalifat zu errichten und gemäß der Scharia zu herrschen. In den frühen 80ern rekrutierte man über das saudische Geschäftshaus Bin Laden, das hervorragende Vernetzungen zum Bush-Clan besitzt, frische fanatisch-sunnitische Kämpfer in Saudi-Arabien. Was daraus wurde, wissen wir.
    Die USA haben radikale Muslime instrumentalisiert, um einen Verbündeten Russlands zu beseitigen und Russland damit zu schwächen. Russland hat sich dadurch bemüßigt, militärisch einzugreifen um seinem Verbündeten zu helfen. Dann lief es aus dem Ruder.
    Kommt das außer mir noch jemandem bekannt vor?

  15. Falke

    Fleischhauer gelingt es fast, das “Niveau” Jakob Augsteins zu errreichen; noch einige Artikel dieser “Qualität” und er befindet sich tasächlich auf dem Gipfel der gutmenschlichen political correctness. Übrigens: Mitterlehner war auch kürzlich bei Putin (formal allerdings bei Medwedew), um gegen die Sanktionen zu wettern.

  16. Thomas F.

    Wenn es Stoiber gelingt, Putin zum Abzug aus den russisch besetzten Gebieten von Abchasien bis zur Krim zu bewegen, dann hat er “ein Stück Vertrauen und Normalität” hergestellt. In Wahrheit hat er sich natürlich nur instrumentalisieren lassen und eingereiht in die immer länger werdende Liste von Putins nützlichen Deppen.

  17. sokrates9

    Thomas F. Warum lassen sie sich so instrumentalisieren und glauben der EU die Russland das Verbrechen vorwerfen in der Krim eine demokratische Abstimmung gemacht zu haben mit einem Ergebnis dass die Wähler zu Russland wollen? Klar dass da die EU verunsichert ist, sämtliche demokratische Wahlen sind immer contra EU ausgegangen! Wieviel Arbeitsplätze kosten Österreich die völlig sinnlosen Sanktionen, und wo ist das Mitspracherecht Österreichs in der EU ? Ausgangspunkt der Sanktionen war ja der Abschuss der MH 17 durch Russen! Warum gibt es dafür zwar Sanktionen, aber noch immer keine eindeutigen Beweise
    dass Russland ( welches von so einer Aktion nichts hätte) dahintersteckt??Eigentlich sollte man Fleischhauer fragen, der würde sicherlich mit einem Doppelsalto rückwärts argumentieren!

  18. Thomas Holzer

    @sokrates9
    Wenn diese “Abstimmung” auf der Krim so demokratisch war, dann frage ich mich, warum keine Wahlbeobachter zugelassen wurden; die Russen sind ja auch Mitglied der OSCE

  19. astuga

    @Fragolin
    Es war ja ein sowjetisches Sonderkommando das überhaupt erst den afghanischen Staatschef ermordet hat, damit ein kommunistisches Regime etabliert werden konnte.
    In Folge haben alle Nachbarn die Gegner dieses Regimes unterstützt, weil man keine Ausbreitung des sowjetischen Einflussgebietes dulden wollte (was ich als legitim betrachte).

    Selbst die Chinesen haben damals uigurische Gruppen gegen die Sowjets gefördert.
    Fällt ihnen heute auch auf den Kopf.
    Damals hat sich auch Pakistan von den Russen abgewandt und Richtung Saudi Arabien und Golfstaaten ausgerichtet (und natürlich auch Richtung USA).

  20. gms

    Thomas Holzer,

    “Auch ein geläuterter Linker kann mal daneben hauen”

    Auch honorige Edelfedern können mal patzen, doch bei einem ganz bestimmten Thema schütten sie konsequent ihre Tintenfässer übers Papier.

    “Wenn diese „Abstimmung“ auf der Krim so demokratisch war, dann frage ich mich, warum keine Wahlbeobachter zugelassen wurden; die Russen sind ja auch Mitglied der OSCE”

    Zum gefühlten fünfhundertsten Mal: OSCE- und sonstige Beobachter wurden insbesondere von Russland zur Aufsicht dort eingeladen, doch die OSCE sagte ab mit dem Verweis, die Abstimmung sei durch die Verfassung der Ukraine nicht gedeckt und daher unzulässig. Zum Aufdoppeln zitiert Reuters einen ungenannten OSZE-Sprecher, man könne keine Beobachter schicken, weil die Krim kein OSZE-Mitglied sei.

    Gentlemen agree on facts!

    reuters.com/article/ukraine-crisis-referendum-osce-idUSL6N0M73AP20140310
    RPT UPDATE 1-Crimea invites OSCE observers for referendum on joining Russia
    MOSCOW, MARCH 10
    osce.org/cio/116313
    OSCE Chair says Crimean referendum in its current form is illegal and calls for alternative ways to address the Crimean issue, BERN 11 March 2014

  21. Thomas Holzer

    @gms
    Danke für die Aufklärung, dies scheint mir denn doch glatt entgangen zu sein.
    Aber nachdem der Herr Gudenus anwesend war, wird schon alles seine Richtigkeit gehabt haben 😉

  22. gms

    Thomas Holzer,

    “Danke für die Aufklärung”

    Gerne

    “dies scheint mir denn doch glatt entgangen zu sein.”

    Kann passieren.

    “Aber nachdem der Herr Gudenus anwesend war, wird schon alles seine Richtigkeit gehabt haben.”

    Keine Ahnung, ob alles seine Richtigkeit hatte, doch gibt keine validen Quellen, die Unrechtmäßigkeiten behaupten (so man von US-Außenministerum absieht, das selbst wiederum keine Belege bringt). Daß die Gegner der Abstimmung, insbesondere die Krimtataren, zum Boykott der Abstimmung aufriefen, mag mitursächlich sein für die extrem hohe Zustimmungsrate unter den ausgezählten Stimmen.

    Die einzige Kritik, die man meines Erachtens berechtigt gegen das Referendum vorbringen kann, ist der glaubwürdig berichtete Umstand, es stünde dem Anschluß an die russische Föderation nur die Alternative gegenüber, bei der Ukraine unter vermehrter regionaler Autonomie zu verbleiben.
    Mit anderen Worten: Die Wahl eines unveränderten Status-Quo der Krim stand nicht zur Verfügung.
    Bei einem anderen Ausgang hätte man über diesen Aspekt tatsächlich debattieren können, doch nachdem die Krimbewohner das Resultat begrüßten, ist selbst das vom Tisch.

  23. Mona Rieboldt

    @Thomas Holzer
    Auf der Krim leben mehrheitlich Russen. Und Russland zahlt höhere Renten etc. als die Ukraine. Die Ukraine wurde von Oligarchen ausgeplündert, dazu gehörte auch das Zöpfchen Timoschenko.
    Als Russe auf der Krim hätte ich mich auch für Russland entschieden. Die Ukraine ist wirtschaftlich am Boden.

  24. Thomas Holzer

    @Mona Rieboldt
    Und Russland wird nicht von Oligarchen geplündert?!
    Abgesehen davon; ich denke, die Begeisterung, so sie je wirklich groß war, hat sich sicherlich mittlerweile reduziert.
    Diese (fast schon) kritiklose Putingläubigkeit ist mir unverständlich; ist der Hang zu einem (angeblich) starken Mann wirklich so groß in der Bevölkerung?
    Brauchen wirklich so viele Menschen jemanden, der ihnen sagt, wo es lang geht?!

  25. gms

    Thomas Holzer,

    “Und Russland wird nicht von Oligarchen geplündert?!”

    Sie werden lachen! Was Putin als größtes Unglück der Geschichte Russlands bezeichnete, nämlich den Zerfall der UdSSR, begründete er speziell damit, wonach Oligarchen sicher hernach des Staates bemächtigten. Nicht die Auflösung ansich war das genannte Problem, sondern die Art und Weise, wie sie erfolgte.

    Der spätere Deal mit den Oligarchen lautete, man würde von einer juristischen und mutmaßlich im Sande verlaufenden Verfolgung der Malversationen beim Abwracken der UdSSR absehen, aufdaß im Gegenzug die Sieger um den Kampf um russische Ressourcen sich aus der Politik raushalten würden.
    Nicht an dieses Akommen hielt sich Chodorkowski, wurde deswegen auch in die Zange genommen und später als Zeichen des guten Willens in den Westen entlassen, bloß um von dort aus umso heftiger gegen Rußland zu agitieren.

    War dieser Deal ein Fehler? — Vielleicht, doch als Alternative hätte Rußland sich jahrzehntelang innenpolitisch selbst aufgerieben, anstatt sich aussenpolitisch zunehmend zu öffenen.

  26. Thomas Holzer

    @gms
    Dann nenne ich es anders: Freunderlwirtschaft, in einem mehr als nur “erschreckenden” Ausmaß.
    Ob sich Russland außenpolitisch geöffnet hat, so man die letzten paar Jahre heranzieht, wage ich zu bezweifeln; da erschöpft sich die Außenpolitik eher in eine Abart von Kanonenbootpolitik

  27. Thomas Holzer

    Nachtrag: Chodorkowski agitiert nicht gegen Russland, sondern gegen Putin und seine Clique

  28. mariuslupus

    Wenn die Diskussion schon auf der Krim gelandet ist, folgendes zu Klärung. Es geht nicht um die Krim, es geht nicht um die Russen auf der Krim und es geht nicht um Ukrainer, oder Tataren. Es geht einzig und allein um Sevastopol, den Kriegshafen der Russischen Flotte. Die Aufgabe, bzw. dass überlassen dieses Kriegshafens der NATO ist strategisch für Putin undenkbar, widerspricht seinen russisch-imperialen, und nicht wie im Westen behauptet wird, sowjetischen Denken. Die Ursache für die Krise war dass der Ukrainer Nikita Sergejevitsch 1954 die Krim der Ukraine geschenkt hat. Der Auslöser war die NATO mit der Einkreisung von Russland durch systematische Expansion nach Osten.

  29. Mona Rieboldt

    Thomas Holzer
    Und in was erschöpft sich die Außenpolitik der Obama-Regierung? Überall wo sie einen Diktator weg gebombt haben, entstand Chaos, ob Libyen, Irak, auch in Afghanistan wurden viele Zivilisten getötet, aber nichts besser.

    Und Chodorkowski lebt mit seinem vielen Geld gut in der Schweiz. Da läßt sich folgenlos “meckern”.

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