Das Toleranz-Dilemma

“…..Man muss Intoleranz mit Intoleranz beantworten, auch wenn ich anerkenne, dass das ein gewisser logischer Widerspruch ist. Denn irgendwann gerät man natürlich an die Grenzen der eigenen Toleranz, wird intolerant, und möglicherweise sitzt man dann mit den Leuten, die man bekämpft, in einem Boot” (Henryk Broder, hier)

5 comments

  1. FDominicus

    Vielleicht kann man es so – wenn nicht auflösen so doch verbessern.
    Intolerant sollte man werden wenn beliebig über das Eigentum andere entschieden wird.
    Was ist den der IS im Grunde? Er hat einen totalitären Anspruch und damit umfasst er auch alles was irgendjemanden gehört. Für Allah oder dessen Vertreter hier auf Erden kann kein Opfer groß genug sein. Was macht aber die IS ganz speziell?

    Unser heutiges System huldigt genau einer Einrichtung. Einer demokratischen Mehrheit, was dort entschieden wird ist immer Rechtens, wenn es bestimmten anderen Mehrheiten in anderen Ländern auch gefällt.

    Nehmen wir mal an alles vom Ural westwärts wollte sich von Rußland abspalten und hätte eine Mehrheit. Wie würde der Westen wohl reagieren?

    Nun schauen wir auf die Krim und auch hier kann man genau die gleiche Frage stellen. Wie reagiert der Westen?

    Es gibt also besser Mehrheiten denen “gefolgt” werden muß. Andere Beispiel findet man hier in der EU zu Hauf’. Glühbirnenverbot, EEG, ESFS, ESM, diverse Rettungsschirme für Staaten, Kriege in Ländern , die mit Selbstverteidigung aber auch gar nichts mehr zu tun haben.

    Aber wichtig hier arbeiten gewählte Mehrheiten auch in mehreren Ländern zusammen. Also Mehrheiten über Staatsgrenzen hinweg scheinen gottgleich zu sein. Keine Fragen, keine Grenzen….

    Der Gott der derzeit herrscht ist der “Konsenz” der angeblichen westlichen Rechtsstaaten gegenüber allen Anderen. Und hier gilt ganz speziell eine Devise: Immer von den Eigentümern nehmen.

  2. Thomas Holzer

    Es gibt, meiner Meinung nach, kein “Toleranz-Dilemma”
    Die Toleranz (wenn man diesen Begriff verwenden will) hört schlicht und einfach dort auf, wo sie auf Intoleranz trifft. Wenn Intoleranz Toleranz beseitigen möchte, hat jeder Tolerante das Recht und, vor allem die Pflicht!, dieser Intoleranz entgegen zu treten.
    Was “die Europäer” jedoch unter Toleranz verstehen ist leider absolute Indifferenz, Gleichgültigkeit und Selbstaufgabe um eines vermeintlichen Friedens.

    Abgesehen davon, daß Toleranz, Solidarität, Gerechtigkeit, Willkommenskultur, Parallelgesellschaft et al. banale “Kampfbegriffe” der selbsternannten Weltverbesserer sind

  3. Menschmaschine

    das toleranz-dilemma hat ja bereits popper vor jahrzehnten abgehandelt. wer da broder interviewt hat scheint erst seit gestern auf der welt zu sein. typisch für die staatlichen volkserziehungssender.

  4. Fragolin

    Toleranz ist per definition durch das Vorhandensein der Toleranzgrenzen erklärt. Das Toleranzdilemma unserer Zeit besteht darin, dass einerseits die nach Toleranz schreienden Gruppen selbst die intolerantesten Vertreter der Gesellschaft sind und zweitens diese Gruppen für sich eine grenzenlose Toleranz fordern.
    Die kann es aber nicht geben, weil… siehe oben.

  5. Astuga

    Siegmund Freud, “Menschen, die Ihre Beschränktheit mit einem heiligen Ernst vor sich hertragen, ertrage ich nicht.”

    Nur leider wissen die Intoleranten auch wie Sprüche klopfen funktioniert, bekanntlich sagte Rosa Luxemburg: Freiheit ist immer die Freiheit des anderen.
    Aber einmal an der Macht war das bekanntlich rasch vergessen.
    Und so arbeiten alle totalitären Ideologen.
    Und sog. Toleranz im Westen ist in Wahrheit oft bloß Feigheit , Indifferenz und Laissez faire.
    Oder Korruption.

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