Das völlige Scheitern der Neuen Mittelschule

Von | 22. April 2016

(ANDREAS UNTERBERGER) Die Schulerfolge, die Schüler aus Gesamtschulen (Neue Mittelschule) nach dem Übertritt in Höhere Schulen, etwa in Oberstufengymnasien, HTL oder Handelsakademien, erzielen, sind katastrophal. Das zeigt ebenso wie viele Gespräche mit Lehrern nun auch eine Statistik. Das hindert aber den Genossen an der Spitze der Statistik Austria nicht daran, dieses klare Ergebnis total umzuinterpretieren.

Wie diese erstmals veröffentlichte Statistik zeigt, schaffen zwar 80 Prozent der ehemaligen Hauptschüler ein Jahr nach dem Wechsel in eine zur Matura führende Schule den Aufstieg in die sechste Klasse. Bei den Schülern aus der NMS gelingt das hingegen nur 68 Prozent (bei denen aus einer AHS-Unterstufe sind es 89). Damit bleibt fast ein Drittel der NMS-Absolventen in der fünften Klasse einer maturaführenden Schule sitzen! Damit sind die Erfolge der Hauptschul-Absolventen näher bei denen von Absolventen einer AHS-Unterstufe als bei denen aus einer NMS!

Das Ergebnis ist eindeutig – nicht aber für Genossen Pesendorfer. Er behauptet wörtlich, dass „die Selektion nachher für diese (aus einer NMS kommenden) Schüler offensichtlich härter ausfällt“. Damit unterstellt er den Lehrern der Oberstufengymnasien indirekt eine massenweise und gezielte Diskriminierung von NMS-Absolventen! Das ist ein wirklich ungeheuerlicher Vorwurf an alle Lehrer, für den er sich eigentlich dringend entschuldigen sollte.

Ebenso ungeheuerlich ist die dabei verwendete extrem linke Antifa-Diktion: „selektieren“. Damit verwendet Pesendorfer offensichtlich ganz bewusst ein Wort, das an die Verbrechen der Konzentrationslager erinnern soll, wo ja auf der Auschwitz-Rampe auch „selektiert“ worden ist, wer gleich ermordet wird.

Und das dritte Widerliche an dieser Äußerung: Bisher haben Rotgrün diesen Kampfbegriff „Selektieren“ nur für die Entscheidung bei Zehnjährigen verwendet, ob diese in eine AHS oder Hauptschule gehen. Der Herr Pesendorfer verwendet es aber nun auch schon für Fünfzehnjährige.

Das bestätigt die schon öfter geäußerte Vermutung, dass die Linken mit ihrer Zerstörung des Bildungssystems erst dann aufhören wollen, wenn es auch Matura, Bachelor und Master für jeden gibt. Alles andere wäre ja wieder ein böses „Selektieren“.

Die böse “Elite” aus den Hauptschulen

Ach ja, dann stänkert der Mann gleich auch noch gegen die (mittlerweile abgeschafften) Hauptschulen. Von dort sei eine „Elite“ in die Oberstufengymnasien gewechselt, sagte er voll Verachtung. Noch so ein unter(?)schwelliges Kampfvokabel. Als ob es negativ wäre, dass am Ende der Hauptschule viel besser klar war als jetzt bei den NMS, wer geeignet ist, den Weg zur Matura zu gehen, und wer nicht. Weswegen von den Hauptschulen „nur“ 39 Prozent dann ins Gymnasium wechseln, von den NMS hingegen 46 Prozent.

Womit eigentlich eindeutig ist, dass die NMS vielen Kindern Jahre ihrer Ausbildungszeit stiehlt, indem sie viel schlechter als die Hauptschule herausfindet, wer geeignet für den schwierigen Weg zur Matura ist. Viele NMS-Opfer verplempern nun ihre Zeit sinnlos in Oberstufenschulen, die sie dann doch nicht schaffen. Das ist eine unsoziale Gemeinheit diesen Kindern gegenüber. Aus reiner Ideologie heraus erfolgt.

Die NMS hat eindeutig versagt, weil sie die Schüler schlechter auf den Weg zur Matura vorbereitet als die Hauptschulen mit ihrer „Selektierung“ – also der Aufteilung je nach Leistung in unterschiedliche Züge.

Dazu kommt noch, dass jeder Schüler in der NMS trotz des viel schlechteren Ergebnisses die Steuerzahler viel teurer kommt als einer in der Hauptschule. Was aber die versammelte Linke (Heinisch-Hosek, Arbeiterkammer und Neos) nicht hindert, sofort nach mehr Geld für „sozial benachteiligte Kinder“ zu verlangen. Statt zuzugeben, dass eigentlich nur ein Zurück zur Hauptschule das Beste für diese Kinder wäre. Und nicht schon wieder mehr Geld.

Dieser Bildungsbericht der Statistik Austria wird vermutlich als besonders drastisches Beispiel für manipulativen Umgang mit Statistiken in die Geschichte eingehen. Wohl sind die Zahlen selbst (vermutlich) nicht getürkt; aber in der Interpretation wird von Ideologen so heftig an den Daten herumgekaut, bis sie die gegenteilige Botschaft dessen verkaufen zu können glauben, was die Zahlen eigentlich aussagen.

 

Nachträgliche Ergänzung: In den Unterlagen der Statistik Austria finden sich zu den Hauptschulen und dem weiteren schulischen Weg ihrer Absolventen widersprüchliche Angaben. Ein Umstand, der auch am Tag nach der Präsentation nicht korrigiert worden ist. (…) Und die Zweifel an der Seriosität und Verlässlichkeit der Daten von Statistik Austria wachsen. Die Daten könnten nur dann stimmen, wenn das Statistikamt in zwei unmittelbar hintereinander stehenden Aufstellungen für die Hauptschulen unterschiedliche Jahre herangezogen haben sollte. Was aber nicht klar ersichtlich ist. Und was jedenfalls ein völlig unprofessioneller Vergleich wäre, wie jener von Birnen mit Maroni.    (TB)

9 Gedanken zu „Das völlige Scheitern der Neuen Mittelschule

  1. Goetz

    Der Genosse ist bestimmt so erzogen worden, dass er nicht mit vollen Mund sprechen soll. Aber niemand scheint ihm gesagt zu haben, nicht mit leerem Kopf zu reden. Seine Ideologie hat ihn am Denken gehindert.

  2. Lisa

    Da die meisten Linken heute gar nicht mehr aus der Arbeiterschicht kommen, sondern in den Sechzigerjahren von der Bildungsoffensive profitierten und in der zweiten und dritten Generation nun den Aufstieg ins Establishment schafften, haben sie doch Interesse daran, möglichst viele nicht besonders Helle und Lernwillige auch in den Genuss eines Maturazuegnisses kommen zu lassen, denn da wird äusserlich kein Unterschied mehr bestehen und jeder wird dankbar für den Ausweis sein (und die richtige Partei wiederwählen…) – selbst dann, wenn er in einem allfälligen Studium kläglich versagen sollte. Der Neid auf die G’studierten hält sich in Grenzen, denn man gehört ja gewissermassen auch dazu – und die Macht bleibt, wo sie ist. Für echte Arbeit kann man doch wie schon früher Fremde reinholen… Deren Ansicht über Arbeit allerdings nicht im Sinne der Linken sein kann “die Müssiggänger schiebt beiseite…” Tja, die Welt ist voller Widersprüche…

  3. Thomas Holzer

    “Das völlige Scheitern der Neuen Mittelschule”

    Und deswegen wird jetzt die Umsetzung sogenannter “Modellregionen” betrieben, damit (fast) alle gleich dumm sterben dürfen

  4. Reini

    … wenn die Schulen schuld wären, wären wir ja alles “Deppen”!!! … das etwa die Erziehung der Eltern schuld ist, bzw. gar keine Vorhanden ist, da die Kinder mit 2 Jahren in die Kinderkrippen abgegeben werden? … Vielleicht wird durch die unkontrollierte Zuwanderung der IQ flächendeckend gesenkt? … und nur mit Umtaufen von HS auf NMS wird’s auch nicht besser!

  5. Thomas Holzer

    @Reini
    Natürlich!
    Zuerst wird von staatlicher Seite die Familie zerstört, mit dem Hinweis, daß es ach so viele “unbedarfte” Kinder gibt, welche von ihren Eltern nicht gefördert werden, daher es einen Zwang geben muß, alle! Kinder (wegen der Gerechtigkeit und Gleichheit) möglichst früh der elterlichen Fürsorge zu entziehen, da dies natürlich flächendeckend schief geht, wird als Krönung die NMS allen zwangsverordnet, mit entsprechend (unausgesprochenen) Ausnahmen

  6. Lisa

    @Reini: Esist nicht einfach “die Schule”. Die Kinderkrippenbetreuer und die Lehrer aller Stufen müsste man sich genauer ansehen – eine Schule ist nur so gut wie ihre Lehrer. Ich bin durchaus für Frühförderung und Leistungsforderung – da liegt manchmal ein ungschliffener Diamant. Was allerdings heute in Schulbüchern an “Sozial(istisch)em” statt an Allgemeinbildung und an Förderung selbständigen Denkens vermittelt wird, ist schon betrüblich genug, wird indes von den Vermittlern dieses Lehrstoffs noch akzentuiert. Nur kann man die Denke späterer Pädagogen nicht kontrollieren… Gerade auch an Schulstoffvergleichen neulatenischsprachiger Länder kann man diese Niveauabsenkung besonders gut erkennen – eine hohe Maturitätsrate besagt da gar nichts.

  7. astuga

    “… wenn es auch Matura, Bachelor und Master für jeden gibt”

    Richtig heißt das: wenn es auch Maturᵃ, Bachelorette und Mistress für jeden gibt.

  8. Reini

    … ob für die Schulbildung nicht zu viel Geld ausgegeben wird, fürs AMS sind 4 Jahre VS und ein Tanzkurs ausreichend! 😉

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