“Das wäre moralischer Imperialismus”

Von | 8. September 2018

Der Entwicklungsökonom und Migrationsforscher Paul Collier (Universität Oxford) hat am 3. September 2018 in der F.A.Z. Seite 15 Philip Plickert ein bemerkenswertes Interview gegeben. Einige Kernsätze verdienen es, im Hinblick auf die kontroverse Diskussion zur Migration in Europa aufmerksam gelesen zu werden:

#„Die konfuse Migrationspolitik hat die Gesellschaften in Europa politisch sehr polarisiert und gespalten.“

#„Offenkundig haben verschiedene Gesellschaften verschiedene Einstellungen zur Immigration. Das muss man anerkennen und akzeptieren. Es kann nicht sein, dass ein Land anderen sagt, was sie tun müssen. Das wäre moralischer Imperialismus.“

#„Für jeden Flüchtling in Europa zahlen wir 135 Mal mehr als für einen Flüchtling in der Nähe seiner Heimat. Das ist total unverhältnismäßig. Die Flüchtlinge, die am bedürftigsten sind, schaffen es nicht bis Europa.“

#„Europa hat keine ethische Verpflichtung, ihre Einreise [der Migranten, Flüchtlinge] zuzulassen.“

#„Es ist tragisch, wenn man aufgeweckte, aktive junge Männer dazu verlockt, die gefährliche Fahrt übers Mittelmeer zu wagen, weil sie falsche Hoffnungen haben.“

(danke an V. S. für den Hinweis)

Ein Gedanke zu „“Das wäre moralischer Imperialismus”

  1. Johannes

    Ich denke es werden sich MIttel und Wege finden um Herrn Collier seine Reputation streitig zu machen.
    Ähnlich wie bei Herrn Sarrazin wird nach meiner persönlichen Meinung ein Mechanismus in Kraft treten an dem sich jeder gute Mainstreamjourni beteiligen wird.
    Kann mir nicht vorstellen das man ihm das durchgehen lässt.

    Gratuliere übrigens auch Ihnen Herr Ortner das ein Twittergigant (nein, ich spreche nicht von Trump) auf Sie aufmerksam geworden ist und nicht nur ihre Meinung als Fake beschreibt sondern auch gleich sein Unverständnis äußert warum Sie überhaupt noch in Qualitätszeitungen schreiben dürfen.

    Wenn ich das richtig verstehe hätte er Sie beim ORF längst hochkant hinausgeschmissen, vorausgesetzt Sie würden dort arbeiten und er hätte wirklich was zu sagen.

    Interessant nur wie seine “Empörung“ von seinen Twitterfans aufgegriffen wird und fast zu einer “Hetzjagd“ ausartet.;)

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