Das wahre Problem des Euro

Von | 4. Januar 2017

“Das Problem der Eurozone ist nicht das Zahlungsmittel, sondern die politische Zentralisierung in heterogenen Gebieten. Das zeigt der Rom-Zentralismus, der Italien gespalten hat….” (hier)

13 Gedanken zu „Das wahre Problem des Euro

  1. Thomas Holzer

    it’s (more or less) always the politics 😉
    Das wahre Problem der derzeitigen Wirtschaftsflaute ist auch die Politik, so wie sie das wahre Problem der “Flüchtlingskrise” ist, die ja eigentlich eine Politikkrise ist ad infinitum

  2. Selbstdenker

    Ausgezeichnete Analyse von Rahim Taghizadegan!

    @Thomas Holzer:
    Exakt so ist es: It’s the politics, stupid!

    Und je größer das politische Aggregat, desto sinnloser, erratischer und dysfunktionaler die Politik und das davon abegleitete geldpolitische System: China (Immobilienblase), USA (Deindustralisierung) und EU (Spaltung durch Zentralisierung).

    Wie müsste die Alternative aussehen?
    – Vollgeld, das sich der politischen Kontrolle entzieht
    – Echter Freihandel
    – Dezentralisierung der Politik in kleine Einheiten

  3. sokrates9

    ..Dezentralisierung der Politik in kleine Einheiten.. Die sinnvollsten kleinen Einheiten wären die sogenannten” Nationalstaaten”, wo noch einige demokratische Grundtendenzen machbar wären! Siehe Schweiz!

  4. Thomas F.

    Das Problem ist der Römer, der an der Geldpresse sitzt, und vollgas aufdreht, um gewisse Interessensgruppen zu bedienen.

  5. Christian Peter

    ‘Dieser Protektionismus wird weder Wirtschaft noch Währung schützen. Am Ende steht sinkender Wohlstand durch geringere Arbeitsteilung’

    Unsinn. Wäre das wahr, hätten die vergangenen 2 Jahrzehnten Freihandel und Liberalisierung der Märkte Europa in blühende Landschaften verwandeln müssen. Heute wissen wir : Das Gegenteil ist der Fall, Freihandel und Arbeitsteilung gehen mit einem Wohlstandsverlust einher. Daher sollte der Irrweg nicht bis zum bitteren Ende beschritten werden, sondern der Euro und die EU aufgelöst werden, damit die Volkswirtschaften Europas wieder wettbewerbsfähig werden und die Völker Europas wieder eine Zukunft haben.

  6. Christian Peter

    Europa entwickelte sich mit vermeintlichem ‘Protektionismus’ jahrzehntelang hervorragend, dann wurde aus der EU eine Freihandelszone und die Märkte liberalisiert und es begannen die Probleme – und wenige Jahrzehnte danach steht die EU heute sowohl wirtschaftlich als politisch vor dem Ruin.

  7. Selbstdenker

    @Christian Peter:
    Nix für ungut, aber damit liegen Sie falsch.

    Die Probleme begannen mit der Umwandlung der EWG (=Wirtschaftsgemeinschaft) in die EU (=politische Union) mitte der 1990iger Jahre.

    Im übrigen ist die Schweiz – falls Sie das nicht wissen sollten – Mitglied vom EWR (=Europäischer Wirtschsftsraum).

    Der Binnenmarkt ist (besser: war) das einzige, das in der EU einigermaßen funktionierte.

    Bleibe Sie besser beim Ausländer-Thema, da verstehen Sie mehr davon.

  8. sokrates9

    Aussagen von Merkel: Die EU ist eine politische Union und wir müssen Griechenland als ” Mutter der Demokratie” aufnehmen – unabhängig davon ob das ökonomisch einen Sinn macht und gemäß den eigenen Regeln eigentlich verboten ist sind klare Indizien dass die Politik die EU ruiniert hat!

  9. Johannes

    Die Befassung mit einer ev. Wiedereinführung staatlicher Eigenwährungen hat neben den finanztechnischen Problemen eine ganz enorme Bedeutung für die Brüsseler Strategen.
    Es würde nämlich bedeuten, wenn es angenommen möglich wäre, das die Nationalstaatlichkeit der einzelnen Länder wieder zunimmt. Gerade in Zeiten in denen die EU immer und immer mehr auf Zentralismus hingearbeitet hat wäre dies ein arger Rückschritt für ein zentral gelenktes Europa.
    Plötzlich könnte man nicht mehr in guter Tradition einzelne Staaten abwatschen, abmahnen und abstrafen auch wäre der aufgeblähte EU Apparat einer starken Schrumpfung unterworfen und die lukrative Praxis des Lobbyismus könnte nicht mehr hirnverbrannte Eu Verordnungen hervorbringen.

    Der große Haken bei der Implosion des Euro wäre die Vernichtung der Sparguthaben von Hunderten Millionen Europäern. Es wird so oder so ein böses Erwachen geben.
    Freuen wir uns noch der paar Jahre die Draghi es schafft eine Illusion am Leben zu erhalten.
    Gescheitert ist der Euro nicht an Deutschland oder Österreich sondern an der Mentalität der europäischen Südstaaten. Eine Währung ist kein Schönwetterpapier das beliebig Wohlstand schafft in dem man es vervielfältigt. Da viele das nicht begriffen haben wurde diese Währung an den Rand des Abgrundes geführt.

  10. Christian Peter

    @Selbstdenker

    Machen Sie sich keine Sorgen, ich verstehe genug von diesem Thema. Wenn der EU – Binnenmarkt so toll funktioniert, warum liegen die Volkswirtschaften in der die EU nach mehreren Jahrzehnten Freihandel darnieder und sehen sich große Volkswirtschaften wie das UK veranlasst, den Binnenmarkt zu verlassen ?

  11. Christian Peter

    @Selbstdenker

    Nicht erst die Gemeinschaftswährung, bereits der Binnenmarkt war der Grundfehler der europäischen Integration. Was wurde aus den leeren Versprechungen der EU – Kommission, ‘die EU zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten Wirtschaftsraum der Erde zu machen’ ?

  12. Christian Peter

    Kein vernunftbegabter Mensch wird davon ausgehen, dass die wirtschaftlichen Verwerfungen in der Euro – Zone wären alleine auf die Gemeinschaftswährung zurückzuführen wären. Der Prozess des Niedergangs wurde selbstverständlich durch den Binnenmarkt ausgelöst, der freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Arbeitnehmern zwischen höchst unterschiedlich leistungsfähigen Volkswirtschaften. Die später eingeführte Gemeinschaftswährung beschleunigte lediglich die verheerenden Auswirkungen des Binnenmarktes in Europa.

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