Das Wahrheits- und Tugendministerium in Utopia

Von | 30. Dezember 2020

(JOSEF STARGL) Die Feinde der Freiheit, die Kollektivisten und die Staatspaternalisten, ersehnen eine Korrektur der Sprache, des Denkens, der Aussagen und des Verhaltens der Bürger. Sie sind davon überzeugt, daß sie die absolute Wahrheit kennen und betrachten die Anmaßung von sicherem Wissen als Basis ihrer Vorstellung, daß ein Wahrheitsministerium die veröffentlichten Meinungen und die Handlungen der Bürger steuern soll.

Die hohepriesterliche Deutungshoheit der Avantgarde in der Planbehörde ist eine Voraussetzung für die Festlegung dessen, was wahr und was falsch ist, für Denk- und Diskussionsverbote, für eine Meinungs- und Verhaltenskontrolle sowie für eine Korrektur von Aussagen und von Handlungen.

Vorbeugend geht es um eine „pädagogische“ und um eine „therapeutische Betreuung“. Erziehung, Bewußtseinsbildung, Desinformation, Manipulation, List, Täuschung, Indoktrination und Lüge, in den Bildungs- und Kulturinstitutionen sowie in den Medien, sollen eine Uniformierung ermöglichen.

Die Bürger sollen vor falschen Ideen geschützt werden. Permanente Emotionalisierung, Ängste, Selbstzensur, Zwang, Zensur und Strafen sollen eine Infantilisierung fördern.

Nicht nur die Wahrheit, sondern auch die „richtigen Tugenden“ sollen verordnet werden. Die Avantgarde der Moralisierer, die Sachargumente durch Moral ersetzt, legt im Tugendministerium fest, was gut und was böse ist und wer die Guten und die Bösen sind.

Die Unterordnung im Kollektiv verlangt eine moralisierende Tugendpolitik. Eine Zerstörung von Vertrauen zwischen den Bürgern dient einer Verstaatlichung der Gesellschaft. In einem totalitären Tugendwächter-System werden die individuellen Rechte, die Freiheit, die Selbstverantwortung und die Selbstbestimmung eliminiert.

Die Experten im Wahrheitsministerium und im Tugendministerium ignorieren die Fehlbarkeit der Vernunft und ihre Realitätsverluste.

Die Avantgarde ersehnt eine Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung, in der es keine individuelle Suche nach der Wahrheit von Aussagen (als Übereinstimmung mit der Wirklichkeit), keine Irrtümer und Fehler, keine sachliche Kritik, keine Widerlegung von Ideen, keine individuellen Lernprozesse und keinen Erkenntnisfortschritt, keine Gedanken- und Meinungsfreiheit, kein selbständiges Denken, keinen geistigen Wettstreit und keine nicht angeordneten Neuerungen, sondern nur mehr absolute Wahrheiten sowie eine Unterwerfung unter verordnete Tugenden gibt.

Die Planer im Wahrheits- und im Tugendministerium berufen sich bei ihren Maßnahmen gegen die Würde des Menschen und gegen die Freiheit der Bürger auf wissenschaftliche Erkenntnisse.

Wie weit ist der Weg nach Utopia?

3 Gedanken zu „Das Wahrheits- und Tugendministerium in Utopia

  1. sokrates9

    Dies führt dazu dass es keine Wissenschaft und keine technische Weiterentwicklung mehr gibt. Ohne Hinterfragung des Status quo ist eine Evolution nicht möglich.
    Passt irgendwie zum Islam, der sich ja auch nicht weiterentwickeln kann da im Heiligen Buch schon alles geschrieben steht…

  2. Falke

    Die Meinungsfreiheit wird immer mehr eingeschränkt (und letztlich abgeschafft) mit dem Totschlagargument, dass die Infragestellung von (angeblich wissenschaftlichen und vom Wahrheitsministerium bestätigten) Fakten keine Meinung darstellt.

  3. Nightbird

    Utopia wir immer mehr zur Realität. Selbst Orwell könnte aus den derzeitigen Entwicklungen etwas lernen.

    „1984“ wurde längst von der Realität überholt.

    Die political correctness a la Orwells Neusprech ist der beste Beweis für die Gedankenkontrolle.
    Freie Bürger, freie Meinung?
    Nicht bei uns!

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