Das wirkliche Problem der Griechen

“…….Der griechische Konsum liegt mittlerweile um 21 Prozent höher als das verfügbare Einkommen. Mit anderen Worten: Für jeden Euro, den die Griechen verdienen, geben sie 1,21 € aus. Diese Lücke wird durch immer neue Schulden geschlossen. Nun kann man Schulden streichen – aber sie werden sich sofort wieder aufbauen…..” (hier)

16 comments

  1. sokrates9

    Wäre gute Gelegenheit mal über einen NORD / SÜD Euro nachzudenken!- Ob Österreich aber am Nordeuro dabei ist, ist nicht ganz sicher!

  2. Der Realist

    Steuern sind das verfügbare Einkommen eines Staates, verhält sich da Österreich nicht ähnlich?

  3. Thomas Holzer

    “Steuern sind das verfügbare Einkommen eines Staates,……….”

    Das nenne ich eine gefährliche Drohung 😉

  4. ricbor

    Steuern sind das verfügbare Einkommen eines Staates

    Wenn man durch Zwangsmaßnahmen erpresstes Geld als Einkommen im Sinne des EstG sähe, könnten sie recht haben

  5. Anton Aushecker

    Wie wird das verfügbare Einkommen gemessen? Falls das anhand der Steuerdaten ermittelt wurde, mache ich mir über die Differenz keine Sorgen. Die muss nämlich nicht zwangsläufig kreditfinanziert sein, sie könnte auch einfach daher kommen, dass sie steuerlich nicht erfasst war… Oder anders gesagt: die 200,- die ich dem Mechaniker schwarz gegeben habe, kann er beim Billa trotzdem in Wurstsemmeln tauschen.

  6. Christian Peter

    Das wirkliche Problem der Griechen ist, das sie weit über ihre Verhältnisse leben. Dieses Land hätte niemals den Euro bekommen dürfen. Spätestens jetzt muss die Notbremse gezogen werden und das Land die Währungsunion so rasch wie möglich verlassen.

  7. FDominicus

    @Christian Peter. Ich glaube als Antwort kann ich mir nur ein dämonisches Lachen vorstellen. Wissen Sie denn nicht: Fällt der EUR fällt Europa….

  8. Fragolin

    Der Berechnung liegt ein großer Irrtum zu Grunde.
    Das verfügbare Einkommen ist nicht das Geld, das die Leute verdienen, sondern das, was sie bekommen. Manche bekommen weniger als sie verdienen, aber die meisten verdienen weniger als sie bekommen. Es gibt Kammerfunktionäre, Amtsvorsteher und Sachbearbeiter, die verdienen faktisch gar nichts, ja, richten sogar regelmäßig Schaden an, und bekommen trotzdem weit mehr als andere, die durch wertschöpfende Arbeit zwar Verdienste erwerben, aber nichts dafür bekommen.
    So gerechnet leben alle Staaten weit über ihre Verhältnisse, denn wir erschaffen nichts mehr (das haben wir nach Asien outgesourced), konsumieren aber wie die Weltmeister. Das Geld dafür erschaffen wir durch Verwaltung, Dienstleistung und Altenpflege?
    Wie soll das gehen?

  9. cppacer

    @Christian Peter: Kurz und deutlich.Dieser Ihrer Meinung schließe ich mich an.
    @FDominicus: Ob Europa fallen würde, wage ich zu bezweifeln. Da gab es schon ganz
    andere Krisen.

  10. Christian Peter

    @FDominicus

    Ein Ausstieg Griechenlands aus dem Währungsverbund würde den Euro nicht schwächen sondern stärken.

  11. Klaus Kastner

    Die Schlußfolgerung dieses Artikels, dass das Hauptproblem Griechenlands die unzulängliche Leistungsfähigkeit seiner Wirtschaft ist, ist goldrichtig. Daran werden auch weitere Kostensenkungen nichts ändern. Ansonsten werden in dem Artikel schon ein paar sehr wagemutige Aussagen getroffen.

    Weder das Land lebt derzeit über seine Verhältnisse (Leistungsbilanzüberschuss) noch die Griechen selbst. Wenn jemand kein offizielles Einkommen hat (rund eine Million), aber trotzdem ein paar Stück Brot am Tag kauft, dann gibt er mehr aus, als er offiziell verdient. Was natürlich beim offiziellen Verdienen nicht berücksichtigt ist, sind Euros unter der Matratze und inoffizielles Einkommen.

    Zu behaupten, dass die bisherige Schuldenhilfe für Griechenland bereits das 6-fache von der damaligen Hilfe für Deutschland beträgt, ist verantwortungslos keck, weil komplett falsch. Es sind solche Aussagen von der EU, die maßgeblich zum Wahlerfolg von SYRIZA beigetragen haben. Schuldenhilfe heißt, dass am Ende des Tages weniger Schulden bestehen als vorher. Griechenlands Schulden sind heute wesentlich höher als 2010, trotz des Schuldenschnitts von 2012. Mit eine Konsequenz des von der EU verlangten Schuldenschnitts, der nominell rund 100 Mrd.EUR betrug, war, dass Griechenland 50 Mrd.EUR neue Schulden beim ESM machen musste, um seine Banken zu rekapitalisieren, die ansonsten wegen des Schuldensschnitts pleite gegangen wären. Ansonsten sind von den über 250 Mrd.EUR an Hilfskrediten, die bisher geflossen sind, nur ca. 15% im Land geblieben. Alles andere ging zurück an Banken.

    Griechenland ist mit Geld alleine nicht retten. Griechenland braucht aus dem Ausland Maschinen & Anlagen und das Know-how, diese Maschinen & Anlagen sinnvoll und profitabel einzusetzen. Wenn nicht, dann wird Griechenland auf jenen Lebensstandard zurückfallen, der seiner Leistungsfähigkeit entspricht.

  12. FDominicus

    Liebe Mitblogger, glauben Sie im Ernst man kann: Fällt der EUR fällt Europa ernst nehmen oder auch nur meinen? Natürlich wird die Europa bleiben und auch der EUR kann nach dem Austritt von Griechenland bleiben nur ob das eine gute Sache ist kann man diskutieren.

    Sollte Griechenland wider Erwarten aussteigen, dürfte das aber der Anfang des Ende des EUR werden. (Was man irgendwie nur hoffen kann, denn dann müsste auch die EU sicherlich zurück auf Vor Währungsunion, was sicher nicht das Schlechteste wäre).

  13. Rennziege

    26. Januar 2015 – 15:04 Klaus Kastner
    “Griechenland ist mit Geld alleine nicht zu retten. Griechenland braucht aus dem Ausland Maschinen & Anlagen und das Know-how, diese Maschinen & Anlagen sinnvoll und profitabel einzusetzen. Wenn nicht, dann wird Griechenland auf jenen Lebensstandard zurückfallen, der seiner Leistungsfähigkeit entspricht”, schreiben Sie, einer der wirklich wirtschaftlich und währungspolitisch Erfahrenen in diesem Blog. Ts, ts!
    Dazu:
    (a) Mit den bereits reichlich empfangenen Apanagen hätte Griechenland die “Maschinen Maschinen & Anlagen und das Know-how, diese Maschinen & Anlagen sinnvoll und profitabel einzusetzen” längst einkaufen, letzteres an seinen Bildungsanstalten (anstatt populistischem Retromarxismus) zulassen können — zu einem winzigen Bruchteil dessen, was an den immer noch krakenhaft wachsenden Beamtenapparat ausgeschüttet und den regierungsvernetzten Steuerbetrügern durchgehen gelassen wird.

    (b) “Wenn nicht, dann wird Griechenland auf jenen Lebensstandard zurückfallen, der seiner Leistungsfähigkeit entspricht.” Auch wenn dies eine erpresserische Drohung der traditionell durchgefütterten Untätigen ist, die auf Kosten der tätigen Europäer seit Jahrzehnten die Beine hochlegen und sich mit klebrig-süßem Retsina als Exportnation schmücken — warum sollten ausgerechnet diese faulen Epigonen der einst recht rührigen Danaer (auf die sie sich stets berufen, ohne eigene Leistungen, sondern nur die zerkrümelnde Akropolis aufbieten zu können) nicht auf einen Lebensstandard zurückfallen, der ihrem Hang zum geschäftigen Müßiggang entspricht?

    (c) Nun werden wahrscheinlich Armut und Elend koalieren; die zwei bedeutendsten Retro-Parteien haben die griechische Wahl gewonnen. Letzte Ausfahrt Brooklyn: Die Hoffnung, Mutti Merkel werde ihren Wenn-der-Euro-stirbt-Sprechblasen treubleiben, ist hauchdünn. Auch Draghi (der schon gar nicht) und Schäuble wurden nicht in Drachenblut getaucht wie weiland der nibelungische Siegfried, was dem Wörtchen “dünnhäutig” neuen Glanz verleiht.

    Oisdann, lieber Herr Kastner! Ich würde mich freuen, vonIhnen argumentativ ausgehebelt zu werden. Hoffentlich finden Sie die Zeit. — Herzliche Grüße!

  14. Rennziege

    P.S.: in der ersten Zeile von Absatz (a) erscheint das Wort “Maschinen” doppelt, ohne so gemeint zu sein. Der geneigte Leser, sofern vorhanden, möge mir dies verzeihen.

  15. Christian Peter

    Vergleich der Vermögen pro Haushalt :

    Griechenland : 101.900 Euro
    Spanien : 182.700
    Italien : 173.500
    Österreich : 74.400
    Deutschland : 51.400

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .