Das Wort zum Feiertag

Von | 15. August 2013

“Dayli-Pleite: Kirchen und ÖGB vernichten Jobs und Wohlstand. Österreichs „katholischer Sozialismus“ wacht mit antiquierten Ladenschlussgesetzen über seine Schäfchen. Er nimmt ihnen damit Wohlstand und Beschäftigung, spendet dafür aber Trost…..” (weiter hier)

10 Gedanken zu „Das Wort zum Feiertag

  1. Wolf

    Der Autor “vergisst” hier (absichtlich?) die andere Staatsmacht in Österreich, die – im Verein mit dem ÖGB und der Kirche – ganz wesentlich zu den beschriebenen Zuständen beiträgt: nämlich die Wirtschaftskammer, vorgeblich der (in der Verfassung verankerte) Interessensverband der Wirtschaft, mit Zwangsmitgliedschaft aller Unternehmen. Die (oder die Mehrheit) haben offenbar keinerlei Interesse am Wettbewerb, befürchten wohl, dass der Konkurrent, der am Sonntag (oder nachts) offen halten darf, ihnen (die sonntags geschlossen haben wollen) das Geschäft verdirbt – daher soll keiner öffnen dürfen. Gerade kürzlich bei “dayli” passiert, wo der (aus der Wirtschaftskammer kommende) Minister Mitterlehner sofort ein spezielles Gesetz erließ, der die Kette geradewegs in die Pleite trieb; über 3000 Arbeitsplätze verloren – aber was zählt das schon; Hauptsache die Sonntagsruhe ist gewahrt und man kann wegen der “Managementfehler” Krokodilstränen vergießen. Erstaunlicherweise dürfen aber etwa Gasthäuser schon sonntags öffnen; da gelten offenbar all die (Schein-)Argumente von Familie, Ruhetag usw. usf. nicht. Lebensnotwendig? Krankenhäuser, Polizei – ja; aber Gasthäuser? Es soll mir jemand erklären, warum ein Gasthaus lebensnotwendiger ist als ein Lebensmittelgeschäft. Von Kinos, Theater usw. gar nicht zu reden.

  2. Selbstdenker

    So sieht also der “Kampf um jeden Arbeitsplatz” aus.

    Wer – egal, ob als Arbeitgeber oder Arbeitnehmer – solche Freunde hat, benötigt keine Feinde mehr.

  3. Thomas Holzer

    @Wolf
    Die großen etablierten Ketten, wie Spar, Rewe, Hofer werden ja von der Politik tatkräftig unterstützt, indem diese an/in Bahnhofen und in sog. Tourismusregionen ihre großen Märkte auf die “grüne Wiese” stellen und wunschgemäß an Sonntagen offenhalten dürfen.

    Der kleine “dayli”-Laden im “kleinen Dorf im hintersten Tal” ist da natürlich für die Politik nicht interessant. Aber fast tagtäglich rufen die gleichen Politiker -vor allem in Wahlkampfzeiten- daß die Täler und Dörfer eine Nahversorger Infrastruktur brauchen

    Und die AK hat er auch vergessen 😉

  4. Weninger

    Die Dayli-Läden waren Grind und eine Sonntagsöffnung hätte die nicht herausgerissen. Herr haberleitner hatte keine neuen Ideen und war nur am schnellen Abkassieren interessiert. Diese Schundkette ist der denkbar schlechteste Ansatz dafür mehr Liberalisierung einzufordern.

  5. Rennziege

    Michael Hörl schhreibt: Österreichs „katholischer Sozialismus“ wacht mit antiquierten Ladenschlussgesetzen über seine Schäfchen. Er nimmt ihnen damit Wohlstand und Beschäftigung, spendet dafür aber Trost.
    Ich weise darauf hin, dass Christentum und Sozialismus unvereinbar sind. Dass die beiden großen christlichen Konfessionen, auch eine degenerierte und opportunistische Caritas, seit Jahren im Prokrustesbett der rotgrünen Verblödung den Beischlaf mit dem vermeintlichen Zeitgeist ausüben, wird sie Kutte, Schäfchen, Zahler, Kopf und Kragen kosten. So manche Staatskarosse hat sich schon als Schindkarren erwiesen, der zur Schädelstätte rattert.
    Von den “Dayli”-Läden, deren hauchdünner Geschäftsidee und den vorgestrigen Gewerkschaften einmal abgesehen — was ist dagegen einzuwenden, dass einige Menschen auch am Sonntag arbeiten, freiwillig noch dazu? Jeder Minstrant und Mesner tut’s ja auch! Und was geht z.B. in einem Kardinal Schönborn oder einem Steffl-Pfarrer vor, die Stalins gesammelte Werke offenkundig lieber lesen als die Bibel?
    Auch mich, eine bislang überzeugte Katholikin, wird dieser Niedergang einer großen Idee zum Kirchenaustritt bewegen, mit einer heißen Zähre im Knopfloch; das dadurch gesparte Geld reiche ich dann persönlich an Menschen weiter, die in Not geraten sind und die ich kenne. So weiß ich wenigstens, dass es an der richtigen Stelle a wengerl hilft.

  6. Reinhard

    Was soll das ganze Gegreine?
    Geht keiner mehr zum Greisler, geht der Laden pleite. Wer jammert heute noch den Videoverleihern nach, die an akutem Internet verstorben sind? Doch kaum ist der Laden eine ganze Kette, und seien es noch so grindige Bruchbuden, setzt der Retterkomplex ein. Es ist wie bei den Banken, Leute: Was der Markt nicht brauht, egal ob Landesbank oder Drogeriemarkt, gehört weggeputzt. Wie durch ein Wunder verschwinden die momentan auftauchenden Arbeitslosen bald in neuen Geschäften mit neuen Angeboten. Die Videoverleiher verkaufen heute halt Handys.
    Na und?

  7. Turing

    Das Problem mit den Öffnungszeiten sehe ich eher kulturbedingt als kirchenbedingt. Die Polen sind sehr katholisch und trotzdem kann man dort rund um die Uhr einkaufen.

  8. Wolf

    @Weninger
    Sie haben schon recht, möglicherweise (ja, sogar wahrscheinlich) hätte die Sonntagsöffnung nichts genützt. Aber man hätte immerhin den Versuch gestatten können – schließlich war er zu dem Zeitpunkt nicht einmal ungesetzlich; wie erinnerlich, wurde vom Wirtschaftsminister auf Geheiß der Gewerkschaft schnell ein “law Dayli” zusammengestoppelt. Wenn es dann nicht geklappt hätte, hätte man zumindest ein starkes Argument gegen die Sonntagsöffnung gehabt. So müssen sich Mitterlehner und der ÖGB nachsagen lassen, dass sie an der Vernichtung von über 3000 Arbeitsplätzen (mit)schuld sind.

  9. cmh

    Katholischer Sozialismus mag vielleicht für den Kardinal stimmen.
    Katholisch wäre es nur, zu verlangen, dass am Sonntag Zeit für den Besuch der Heiligen Messe zu geben ist. Alles andere ist eine Verwechslung mit dem Shabbath, an dem jegliche Tätigkeit verboten ist.

  10. KClemens

    Jetzt mal ab von K und S. War die Geschäftsidee wirklich so genial? Ich kenne mich nicht so aus mit den verschlungenen Wegen des ehemaligen Schlecker Imperiums, aber könnte es nicht sein, daß man mit diesem Umweg über eine spätere Pleite in Österreich nur versucht hat, die Schleckerläden aus der Konkursmasse herauszuhalten und Vermögensverhältnisse der Schleckers zu verschleiern?

    Ich kann mir ehrlich gesagt, kaum vorstellen, daß sich ein Unternehmer was ans Bein bindet, was erkennbar nicht der Brüller ist.

    Denn die Verkaufsverbote an Sonntagen galten ja schon vor der Übernahme der Läden und Umwandlung in “Daily”. Das kann also nicht der Grund für die Pleite gewesen sein.

    Der Grund für die Pleite der Schleckerläden lag wohl eher in einer Art Ponzi-System. Diesmal in der Realwirtschaft. Denn Schlecker hat m.M. nach überexpandiert. Da, wo ich immer einkaufen gehe, auf der Turmstraße, gab es auf einer Strecke, die man zu Fuß in ca. 7 Minuten ablaufen kann, 3 große Schleckerläden. Und die sahen alle immer recht verwaist aus. Waren nämlich nie Kunden drin. Die sind lieber zu Rossmann oder damals noch zu Drospa gegangen.

    Jetzt gibt es auf der Turmstraße in dem selben Teilstück der Straße 2x dm und 1x Rossmann. Und alle Läden sind immer voll. Auch an den Kassen. Denn was nützt mir ein voller Laden, wenn niemand zur Kasse geht?

    Dazu kam, das die Schlecker-Läden lieblos aussahen, und im Vergleich mit einem dm wie die Lagerhalle, und nicht wie ein Drogeriemarkt wirkten. Und die nur gefühlt billigen Preise, die sich in der Realität eben nicht als günstig, sondern als teurer als bei der Konkurrenz entpuppten, dürften auch ihren Teil dazu beigetragen haben. On Top die negativen Schlagzeilen, was den Umgang mit dem Personal und die lausige Bezahlung betraf, dürften auch zum Kundenschwund beigetragen haben.

    Und irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, daß die Daily-Läden nicht viel besser waren. Sollte dem so gewesen sein, braucht man kein Verkaufsverbot an Sonntagen, um ein Unternehmen in die Pleite zu führen.

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