Das Wort zum Freitag

Von | 30. Juni 2017

Die Tragik des modernen Menschen ist nicht, dass er immer weniger über den Sinn des eigenen Lebens weiß, sondern dass ihn das immer weniger stört. (Václav Havel)

8 Gedanken zu „Das Wort zum Freitag

  1. stiller Mitleser

    wiederlesen “Briefe an Olga”

  2. stiller Mitleser

    Silvio Vietta ist im Kontext Havelschen Denkens auch interessant

  3. waldsee

    das versteh ich nur bedingt ,weil ich Probleme
    mit den Worten : Tragik- modern -und Sinn habe.

  4. Oliver H.

    @waldsee

    “das versteh ich nur bedingt, weil ich Probleme mit den Worten: Tragik, modern und Sinn haben.”

    Wollte man das Problemfeld erweitern, ließe es sich um den Begriff ‘Wissen’ erweitern. Was der sich selbst vormodern Gebende nämlich verkennt, ist die Zitat gewordene Komik seiner Grätsche zwischen der Subjektivitität einer individuellen Sinnzuschreibung und objektiver Erkenntnis.

  5. mariuslupus

    Das Zitat ist aus der Biografie von Vaclav Havel erklärbar. Havel lebte in einen unsinnigen, absurden Staat, der behauptet hat, dass eine menschenfeindliche Ideologie, konsequent angewendet, bessere Menschen erzeugen wird. Havel war auch ein Theatermensch. Absurdes Theater besteht aus der Suche nach dem Sinn.
    Aber es geht nicht um den Sinn des Lebens, es geht um Werte und um die Bereitschaft diese Werte zu verteidigen.

  6. waldsee

    @mariuslupus
    das Vorbild war der Paul Kammerer,A.Koestler hat über ihn geschrieben,der Krötenküsser.sehr gut.

  7. Oliver H.

    @mariuslupus

    “Aber es geht nicht um den Sinn des Lebens, ..”

    Irgendwer sagt was, irgendwer zitiert und ein dritter interpretiert, als hätten Worte keine Bedeutung.

    “.. es geht um Werte und um die Bereitschaft diese Werte zu verteidigen.”

    Havel ist tot und kann sich nicht mehr verteidigen; weder gegen solche, die seine Zitate als Übersetzungsfehler deuten, noch jene, die in ihm eine tragische Figur sehen.

    Generell gilt: Wer Werte verteidigt sehen möchte, bezieht dies in erster Lesung auf seine eigenen diesbezüglichen Vorstellungen. Daneben existiert die zynische Binsenweiseheit, derjenige will betrügen, der von “Menschheit” spricht. Das Diktum “die modernen Menschen” ohne erhellenden Beipacktext kommt dem verdammt nahe.

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