Das Wort zum Samstag

Von | 22. April 2016

“…….In einer komplexen Gesellschaft hat der Mensch keine andere Wahl, als sich entweder an die für ihn blind erscheinenden Kräfte des sozialen Prozesses anzupassen, oder den Anordnungen eines Übergeordneten zu gehorchen. Solange er nur die harte Schule des Marktes kennt, wird er vielleicht denken, dass die Leitung durch einen anderen vernünftigen Kopf besser wäre; aber wenn es zum Versuch kommt, entdeckt er bald, dass ihm der erstere immer noch wenigstens einige Wahl lässt, während ihm der letztere gar keine lässt, und dass es besser ist, die Wahl zwischen verschiedenen unangenehmen Möglichkeiten zu haben, als zu einer von ihnen gezwungen zu werden. (Friedrich von Hayek)

5 Gedanken zu „Das Wort zum Samstag

  1. Thomas Holzer

    Diesen hehren Voraussetzungen des Herrn von Hayek erfüllt aber -leider- nur eine Minderheit in der Gesellschaft. Die Mehrheit lehnt es leider ab, zumindest zu versuchen, selbst zu denken, und hernach selbst zu entscheiden.
    Es ist doch -grosso modo- viel bequemer, dem Staat (fast) sämtliche Entscheidungen, sogar ohne Aufforderung, zu übertragen, in der (vermeintlichen) Hoffnung, besser auszusteigen als durch eigenes Handeln, Agieren, sein Schicksal in die Hand zu nehmen.
    Dementsprechend werden “unsere” Neubürger quasi sozialistisch konform, vom “Betreten” des erodierten Staatsgebietes an, erzogen.

  2. kannitverstaan

    Homo Sapiens als vernunftbegabtes Wesen arbeitet seit vielen hunderttausend Jahren daran, sich das Leben zu erleichtern und das Überleben zu sichern. In diesem Sinne ist es absolut vernünftig, im Dschungel der Bequemlichkeit den Kampf ums Überleben auf das Erlangen von leistungslosem Einkommen zu konzentrieren. Eine höhere Effizienz gibt es bei kaum einer anderen Aktivität – außer reich heiraten oder erben. Man muss sich das mal bewusst machen: eine (überschaubare!) intellektuelle Leistung ist ausschliesslich bei der Beantragung einer Transferleistung erforderlich. Sobald diese zuerkannt ist, wird in periodischen Abständen – wenn überhaupt – kontrolliert, ob die Voraussetzungen noch stimmen. Das heisst, einmal bewilligt, ist die Aufrechterhaltung des Zustandes der Bedürftigkeit die Herausforderung. Umgelegt auf die dafür verwendete Aktivzeit ergibt das einen Stundenlohn in vierstelliger Höhe. Also: jene, die Transferleistungen beanspruchen, sind somit die effizientesten Bürger überhaupt. Selbstverständlich nur auf das eigene Fortkommen bezogen. Aber in einer Gesellschaft der Egoisten zählt das ja durchaus etwas.

  3. A.Felsberger

    Najs, Herr Kannit. Das typische Allerweltsgeschwafelwerk aller Liberalen. Ich zum Beispiel war mein Leben lang auf keinem Amt, um Sozialgeld einzufordern. Und ich würde mich auch hüten, das jemals zu tun. Ich würde das als Schande empfinden. Sie unterschätzen einfach die Barrieren, über die man springen muß, um Sozialfall zu werden. Niemand tut das gern, jeder nur dann, wenn er keine andere Wahl mehr hat. Oder glauben Sie ernsthaft, dass das Leben als Sozialfall ein angenehmer Status ist? Wenn Ihnen das so rational und sinnvoll erscheint, dann machen Sie es doch! Sie werden ihre Wunder erleben….

  4. Fragolin

    @A.Felsberger
    Schön für Sie, aber Sie schließen nur von sich auf andere. Es gibt viele, sogar sehr viele, die durchaus anders ticken als Sie.
    Auch ich würde es als beschämend erachten, meine Familie nur von anderen durchfüttern zu lassen. Aber ich kenne genug Menschen, die mit einem selbstbewussten “Das steht mir zu!” am Amt fordern gehen. Nicht bitten, wohlgemerkt, wie unsereiner das empfinden würde, sondern fordern.
    Anderen Allerweltsgeschwafel vorwerfen und als Gegenargument die eigene Befindlichkeit auf die Allgemeinheit projizieren ist ein bisschen dünn.

  5. de Voltaire

    @ A. Felsberger
    Dazu braucht man ja nicht auf ein Amt zu gehen. Man muss nur alle 5 Jahre an der richtigen Stelle sein Kreuz machen. Ganz anonym. Praktisch, nicht?

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