Das Wort zum Sonntag

Von | 3. November 2013

“Gegen unseren Begriff der Freiheit wird oft eingewendet, dass er bloß negativ sei. Das ist in demselben Sinn richtig, als auch “Friede” oder “Sicherheit”, “Ruhe” oder die Abwesenheit bestimmter Behinderungen oder Übel negative Begriffe sind. Freiheit bezeichnet die Abwesenheit des Zwanges von Seiten anderer Menschen. Die Freiheit wird etwas Positives nur durch den Gebrauch, den wir von ihr haben.” (F.A. v. Hayek, “Die Verfassung der Freiheit”)

16 Gedanken zu „Das Wort zum Sonntag

  1. world-citizen

    Freiheit = nicht dem Willen eines anderen Menschen Untertan sein.
    Damit ist ziemlich klar, dass nur ein Individuum frei oder unfrei sein kann, niemals jedoch ein Kollektiv.
    So bald ein Individuum einem Kollektiv unterworfen ist, kann es nicht mehr frei sein.

  2. Thomas Holzer

    S.M.
    “…………im Rahmen einer demokratischen, gemeinwohlorientierten Gesellschaft…”

    Spätestens mit dieser Beschreibung hat sich für mich ein Nachdenken über eine allfällige Unterzeichnung erübrigt. Es werden schon genügend Gemeinplätze von der vereinigten Linken abgesondert, daß diese in einem “sogenannten” Freiheitsmanifest auch Einzug finden, erachte ich als unnotwendig, unpassend und tragisch.

  3. S.M.

    Sie zählen leider zu den Menschen, die für offene Debatten nicht offen sind, Herr Holzer. Ich diskutiere gerne mit Ihnen über den Wert und die Notwendigkeit einer demokratisch legitimierten Herrschaftsstruktur, aber ich befürchte, Sie werden nicht darauf eingehen.

  4. nometa

    @Thomas Holzer: “demokratisch”, “gemeinwohlorientiert”, “Gesellschaft”, “wir” – abscheuliche, linkslinke, kommunistische Begriffe! So denkt es in Ihnen, nicht wahr?

    @S.M.: Das Manifest sieht ganz gut aus, finde ich. Ich überlege mir eine Unterschrift.

  5. Rennziege

    @S.M.
    Liest sich gut, dieses Manifest. Aber es wird, wie leider alle derartigen Bestrebungen, den regierenden, den wählenden und empfangenden Ochlokraten komplett am Allerwertesten vorbeigehen. Vergebliche Liebesmüh also.

  6. H.S.Louisa

    Freiheit = nicht dem Willen eines anderen Menschen Untertan sein.
    Damit ist ziemlich klar, dass nur ein Individuum frei oder unfrei sein kann, niemals jedoch ein Kollektiv.
    So bald ein Individuum einem Kollektiv unterworfen ist, kann es nicht mehr frei sein. –

    @worldciticen, Wenn wir das gleiche unter “Kollektiv” verstehen: Sehr wohl ist ein freies Kollektiv denkbar, das nur aus bestimmten Gründen, und nur für die Dauer der Notwendigkeit besteht. Es ist auch denkbar, dass dieses Kollektiv keinem anderen, größeren, System Untertan ist. Solch ein freies Kollektiv kann sich nach Belieben zusammensetzen und auch wieder auflösen. Somit ist auch das Individuum, das Teil eines Kollektivs ist, frei, sich jederzeit aus ihm zu entfernen.

  7. Thomas Holzer

    @nometa
    Sie haben (fast) vollkommen recht!
    Ich bin ein Feind jeglicher Kollektivismen.
    Rechts steht für mich für Person, Freiheit, Geistigkeit, für das ich, du, sie.
    Links steht für Staat-Gesellschaft, Gleichförmigkeit, Einförmigkeit, für das Monolithisch-Kollektivistische, für das wir und ihr.
    Der Rechte steht für Vielfalt und die Person, der Linke für Einfalt, Kollektivität (Gesellschaft) und Einheit.

  8. J.Peer

    @SM, @Thomas Holzer
    . . . . im Rahmen einer demokratischen, gemeinwohlorienierten Gesellschaft . . ”
    hinter dieser Formulierung verbirgt sich wohl nicht wenig “Linkes” – kann es das geben in einem
    “Freiheitsmanifest” ? Kann “Links” frei sein ?

  9. Thomas Holzer

    @J.Peer
    Deswegen meine Kritik und meine Zweifel;
    daß diese Formulierung, respektive das in dieser Formulierung versteckte “Trojanische Pferd” 😉 anscheinend nur von Ihnen und mir hier thematisiert wird/wurde, nimmt mich doch etwas Wunder.
    Aber anscheinend ist die “Linke” im 21.Jahrhundert auf dem besten Wege, den Begriff der Freiheit neu zu definieren, natürlich in deren Sinne; mit tatkräftiger Unterstützung von in Österreich z.B. “neos”, weltweit z.B. “Occupy Wallstreet”.
    Nicht umsonst sah Tocqueville voraus, daß die Demokratie entweder in Chaos oder in einer kollektiv-totalitär-bürokratischen Zwangsherrschaft enden müsse.
    Wir scheinen uns mit Riesenschritten auf die zweite Möglichkeit zuzubewegen,

  10. gms

    J.Peer,

    “Kann “Links” frei sein?”

    Zumindest waren die Verfasser des Manifests selbst nicht frei genug im Kopf, auf diese unsinnige Einfügung zu verzichten.

    Zitat: “11. Unternehmerische Freiheit und Wirtschaftswachstum [* im Rahmen einer demokratischen, gemeinwohlorientierten Gesellschaft *] schaffen die materiellen Voraussetzungen für ein freies Leben.”

    Die am roten Ende leckende [* Einschiebung *] wird deshalb noch absurder, zumal im nachfolgenden Text dieses 11.ten Punktes darauf kein Bezug genommen wird, sondern einzig unternehmerische Freiheit und Wachstum ohne demokratisch gemeinwohlbeduselten Kontext behandelt werden.

    Der Verdacht drängt sich auf, die Autoren wären sich ihres Mutes garnicht so sicher und hätten in vorauseilendem Gehorsam Duktus und Gedanken derer verwendet, wider die sich das Manifest richtet. Ohne diese sechs Worte ist die Sache ganz ok, mit ihnen öffnet man ausgerechnet den Feinden der Freiheit das Einfallstor. Nicht grundlos ist ja jeder Linker auch deklarierter Hajekianer, nachdem der Held des Liberalismus’ in “Verfassung der Freiheit” über ein Gut-Gemeint nicht hinauskam.

    Und so werden auch die sattsam bekannen Linken ostentativ dieses Manifest unterzeichnen, Christian Felber aber wohl erst nachdem er sich vor Lachen wieder einkriegte.

  11. Rennziege

    Ich gestehe reuevoll, Kapitel 11 nur bis zu den Worten “Unternehmerische Freiheit und Wirtschaftswachstum” gelesen zu haben. Danach, dachte ich naiv, könne ja nichts Gegenteiliges kommen. Es kam jedoch, wie ich jetzt weiß. Aber: dschasst wöascht, wie wir Britinnen sagen. Landet eh im Altpapier, das Manifesterl.

  12. S.M.

    Werte Damen und Herren!

    Sie scheinen in Ihre eigene Falle zu tappen. Sie werfen den Linken vor, den Begriff Freiheit okkupiert zu haben und gestehen der Linken gleichzeitig die Okkupation des Wortes Gemeinwohl zu? Vielleicht ist manchen von Ihnen die deutsche Sprache verlustig gegangen aber Gemeinwohl ist bei weitem kein schlechtes, oder gar linkes Wort.

    Wenn ein Staat Steuern senkt, den Rechtsstaat und die Rechte des Individuums stärkt, kommt das wohl ohne Zweifel dem Gemeinwohl zugute, oder irre ich?!

    Es scheint vielmehr, dass entweder

    a) die werten Damen und Herren nicht wollen, dass dies in demokratischer Form geschieht, wobei ich gerne bereit bin, dies zu diskutieren oder

    b) die werten Damen und Herren nicht daran glauben, dass dies in demokratischer Form möglich sein kann. Dies wäre eine fatale und sehr bedauerliche Kapitulation, nicht nur vor der Linken, deren gesellschaftspolitischen Sieg Sie damit eingestehen, sondern auch eine grauenhafte Kapitulation vor der Debattenkultur.
    Bei einigen von Ihnen lässt sich der Gedanke nicht abwehren, dass eher die Angst vor einer Debatte mangels Argumente überwiegt; leider.

  13. gms

    S.M.,

    “.. gestehen der Linken gleichzeitig die Okkupation des Wortes Gemeinwohl zu? Vielleicht ist manchen von Ihnen die deutsche Sprache verlustig gegangen aber Gemeinwohl ist bei weitem kein schlechtes, oder gar linkes Wort.”

    Der Linken wird nicht die Okkupation zugestanden, implizierte dies doch den Wunsch der Liberalen, diesen Begriff selbst in ihrem Sinne zu verwenden. Die Qualität eines Begriffes steht und fällt mit dessen Definierbarkeit, mit der Abgrenzbarkeit dessen, was damit gemeint ist und was nicht.
    Nach diesem Maßstab ist mit “Gemeinwohl” sprichwörtlich kein Staat zu machen, insbesondere dann nicht, wenn es sich in einem Manifest (lat. manus, die Hand -> handgreiflich) an einen undefinierten Adressatenkreis wendet.

    Ergänzend — wollen wie hier schon sprachliches Nitpicking betreiben — stand “gemeinwohlorientiert” auf dem Prüfstand, was neben dem ansich schon diffusen Ziel des “Gemeinwohls” die Frage der Evaluierbarkeit einer hinlänglichen Orientierung aufwirft. Als wäre das nicht schon wirr genug, bleibt offen, ob diese Orientierung vorab (ex ante) oder im Nachhinein (ex post) bewertet wird.

    “Bei einigen von Ihnen lässt sich der Gedanke nicht abwehren, dass eher die Angst vor einer Debatte mangels Argumente überwiegt; leider.”

    Nehmen Sie’s als Beitrag zur Debattenkultur, die Ihnen auf obige Ansage passende Replik vorzuenthalten. Dieses Manifest resp. dessen zahlreiche Unterfertigung scheint Ihnen ein Anliegen zu sein, das Vermeiden handfester (sic!) Fehler im Dokument selbst sowie in dessen Kommunikation ist daher ratsam, wollten Sie nicht justament jenen Eindruck vermitteln, der durch die inkriminierte Begriffswahl im Raum steht.

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